„Weiterleben ohne Dich“

Hilfe für Eltern, die ein Kind verloren haben

Freitag, 24. Januar 2020 | 09:00 Uhr

Kardaun – Der Tod des eigenen Kindes reißt den Eltern den Boden unter den Füßen weg. In Kardaun bei Bozen entsteht nun eine Selbsthilfegruppe. Das Gründungstreffen findet am 4. Februar statt.

Ein Kind zu verlieren, gehört zu den schlimmsten Erfahrungen des Lebens. Egal, ob man ein Kind ganz früh, etwa durch eine Fehlgeburt verliert, oder ob ältere Kinder sterben – mit dem Tod eines Kindes ändert sich alles. Zukunftsentwürfe und Lebensbilder sind plötzlich weg. Schmerz, Wut, Ohnmacht, oft auch Schuldgefühle überfluten die verzweifelten Eltern. Partnerschaften kommen auf den Prüfstand und manchmal auch die ganze Lebensstruktur. Aber es ist wichtig, sich der Trauer zu stellen, um das seelische Gleichgewicht wiederzufinden.

In Kardaun bei Bozen entsteht jetzt in Zusammenarbeit mit einer betroffenen Mutter und dem Verein „Leben ohne Dich Deutschland“ eine Selbsthilfegruppe. In der Selbsthilfegruppe „Leben ohne Dich“ treffen sich verwaiste Eltern, um sich mit anderen betroffenen Eltern austauschen und um zu lernen, mit ihrem schweren Schicksal weiter zu leben.

„Bei uns finden betroffene Eltern einfühlsame Zuhörer und wahres Verständnis“, erzählt Claudia, die Gruppengründerin, „egal wie alt das Kind werden durfte, egal woran es gestorben ist. Wir erlauben einander Gefühle auszudrücken, Trauer und Tränen zuzulassen. Wechselnde Gefühle von Verunsicherung, Angst und Wut, von Schuldgefühlen und Verzweiflung haben hier ihren Platz. Es ist immer Raum für das Erzählen über unsere Kinder, für das Nennen des Namens – auch nach vielen Jahren. Wir begeben uns gemeinsam auf den schweren Weg der Trauerarbeit, in respektvollem Miteinander. Unsere Gruppe ist offen für jeden Betroffenen, die Teilnahme ist kostenlos.“

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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2 Kommentare auf "Hilfe für Eltern, die ein Kind verloren haben"


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Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

es ist das schlimmste wenn ein Kind vor den Eltern gehen muss, denn das ” normale ” Leben sieht sowas nich vor

Samanda
Samanda
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Gute Sache! Es sollte generell mehr Selbsthilfegruppen in Südtirol geben. Oftmals fühlt man sich mit seinem Schicksal oder Problemen allein gelassen und stößt im Umfeld auf wenig Verständnis. In solchen Gruppen kann man sich mit denen austauschen, die sich in der selben Situation befinden, sich gegenseitig beistehen, neue Kraft schöpfen und Rat suchen. Man fühlt sich verstanden und weniger allein. Meiner Meinung nach ist dies oftmals hilfreicher als ein Besuch beim Psychologen.

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