15 Mikrogramm Rattengift wurden in einem Glas gefunden

Hipp-Rückruf: Verdächtiger in U-Haft

Dienstag, 05. Mai 2026 | 11:28 Uhr

Von: apa

Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp ist am Dienstag U-Haft über den am Samstag im Bundesland Salzburg Festgenommenen verhängt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegenüber der APA mit. Der 39-Jährige bestreitet alle Vorwürfe. Sein Anwalt erklärte in Medien, dass an dessen Wohnadresse gefundenes Rattengift für seine Landwirtschaft in der Slowakei gedacht sei. Die Polizei äußerte sich dazu auf APA-Anfrage nicht.

Der Verdächtige wurde am Samstagvormittag festgenommen, befand sich dann in Polizeigewahrsam und wurde am Sonntag in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Am Dienstag wurde über ihn die Untersuchungshaft für die nächsten 14 Tage verhängt. Begründet wurde diese Entscheidung laut Staatsanwaltschaft mit der Tatbegehungs- und der Fluchtgefahr sowie der Verdunkelungsgefahr. Ermittelt wird gegen den Mann nun wegen versuchter schwerer Erpressung, vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung.

Anwalt Manfred Arbacher-Stöger hatte sich überzeugt gezeigt, dass sein Mandant mit der Sache “nichts zu tun hat”. Der gebürtige Slowake war ein ehemaliger Mitarbeiter des Babykostherstellers, sei aber einvernehmlich gekündigt worden. Dass bei der Hausdurchsuchung Rattengift sichergestellt worden war, erklärte der Anwalt damit, dass der Mann in der Slowakei eine kleine Landwirtschaft betreibe. Die Landespolizeidirektion Burgenland kommentierte dies nicht. Arbacher-Stöger bestätigte die Verhängung der U-Haft und zeigte sich gegenüber der APA verwundert darüber, dass just während der Haftverhandlung noch ein Anruf des Landeskriminalamts eintraf.

Gutachten zu Rattengift noch ausständig

Das Ergebnis des Gutachtens über die Toxizität der Rattengift-Menge, die im sichergestellten Hipp-Glas gefunden wurde, ist indes noch immer offen. Es enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.

In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden im April insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp “Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel” 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.

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