Kommentar

Kampf um den Burkini

Donnerstag, 18. August 2016 | 15:49 Uhr

Bozen – Nicht schlecht staunten letzte Woche die Olympiafernsehsportler, als sie der Beachvolley-Begegnung Deutschland-Ägypten beiwohnten.

Während die zwei deutschen Frauen nur mit einem knappen Bikini bekleidet waren, waren von den zwei Olympiateilnehmerinnen aus dem Land der Pyramiden nur das Gesicht und die Füße zu sehen.

Was die einen als Sieg des olympischen Gedankens feiern und sich über immer mehr muslimische Olympionikinnen freuen, sorgt bei den anderen für Stirnrunzeln. Sie meinen, dass die umstrittene Ganzkörperverschleierung sowie deren Badeversion, der Burkini, ein Symbol für die Unterdrückung der Frau und deren Ausgrenzung vom öffentlichen Leben sind. Die angebliche Freiwilligkeit wird dabei den Trägerinnen nicht abgenommen. Seit den Terrorangriffen wird das öffentliche Tragen der Ganzkörperverschleierung in Europa immer umstrittener. In Frankreich haben Gemeinden und Präfekten bereits lokale Burkiniverbote verhängt, während laut über eine landesweite Verbannung aus dem öffentlichen Leben nachgedacht wird. Auf Korsika ist es gar zu Übergriffen und Schlägereien gekommen.

Und Südtirol?

Auch wenn in Italien bisher noch kein Burkini-Verbot verhängt wurde, gehen die Wogen hoch. Man mag lange über Religions- und Bekleidungsfreiheit, Vermummungsverbot und Unterdrückung der Frau debattieren.

Eine Frage bleibt aber im Raum: Warum grenzen sich Menschen mit ihrer Kleidung dermaßen ab?

Viele können sich nicht des Eindrucks erwehren, dass hiermit letztendlich das Primat des liberalen Staates und freien Bürgers in Frage gestellt werden soll.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Kampf um den Burkini"


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hoffnung
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Wenn jeder voreinander Respekt hat, ist die Vollverschleierung kein Problem. Ist halt eine andere Kultur. Wenn sie unsere Kultur respektieren, habe ich auch nichts dagegen, wenn sie sich in Hudern hüllen. Wir sind ja keine Diktatoren, die jedem vorschreiben was man zu tun hat.

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