Vater reagiert empört

Kind in Quarantäne: Hort verlangt trotzdem Bezahlung

Dienstag, 17. November 2020 | 11:23 Uhr

Bozen – Eigentlich wollte er Verantwortung zeigen. Weil der Verdacht bestand, dass sich seine Tochter mit dem Coronavirus angesteckt hat, stellte ein Vater sein Kind freiwillig unter Quarantäne. Der Kinderhort, der von einer Bozner Genossenschaft betrieben wird, verlangt jedoch trotzdem, dass für die Zeitspanne von drei Wochen weiterhin die Kosten bezahlt werden. Der Vater reagiert empört, berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

Laut Landesbeschluss 733/2020 ist vorgesehen, dass Schulgeld sowie Gebühren für Kindergärten oder Tagesstätten erstattet werden, sollte die Gruppe oder die Klasse in Quarantäne überstellt werden. Weil er seine Tochter rechtzeitig isoliert habe, sei es in diesem Fall rechtzeitig verhindert worden, dass die ganze Gruppe isoliert werden musste, erklärt der Vater.

Die Eltern ließen ihre Tochter noch vor dem Abstrich zu Hause, der vom Sanitätsbetrieb durchgeführt wurde und dann auch positiv ausfiel. „Paradoxerweise müssten wir keine Gebühren zahlen, wenn der Hort geschlossen worden wäre, weil es einen Kontakt zu meiner Tochter gegeben hätte. Stattdessen werden wir bestraft, weil wir eine Massenansteckung unterbunden haben“, erklärt der Vater.

Der Vater war selbst an Covid-19 erkrankt. Sobald bei ihm die ersten Symptome aufgetreten sind, behielt er seine zweijährige Tochter zu Hause. Nach einer Woche wurde er kontaktiert, weil auch seine Tochter einem Test unterzogen werden sollte. Nachdem der Test positiv ausgefallen war, blieb das Kind für insgesamt drei Wochen in Quarantäne.

Trotz allem verlangt der Kinderhort für die Quarantäne-Zeit im Oktober 170 Euro. Ungefähr derselbe Betrag werde noch einmal für die November fällig. Der Verantwortliche der Genossenschaft habe zwar eingeräumt, dass die Regelung paradox sei. Aufgrund des Landesbeschlusses seien ihm allerdings die Hände gebunden.

Der Vater hat seine Kritik auch schriftlich formuliert und einen Brief an die zuständige Landesrätin Waltraud Deeg geschickt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Kind in Quarantäne: Hort verlangt trotzdem Bezahlung"


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tzick
tzick
Grünschnabel
7 Tage 4 h

es ist leichter sich hinter einem großen Gesetz zu verstecken,,, als hinter dem kleinen Hausverstand…

vunmirausgsechn
vunmirausgsechn
Grünschnabel
7 Tage 4 h

do sein schun mehrere Sochen paradox…. leider

Sturkopf
Sturkopf
Grünschnabel
7 Tage 4 h

Das darf natürlich nicht sein! Bitte Landesregierung um schnelle Richtigstellung solcher paradoxen Landesbeschlüsse…

PuggaNagga
7 Tage 5 h

Jo einspern tatns uan. Zohln terfsch dechter!
Iaz gangats ingaling schun mit den gonzn Theater.

sophie
sophie
Superredner
7 Tage 4 h

Jo wennse kassiern kenn noa, solonge a Kuah MIlch gib weart gimolkn, in de isch nix zi bled

dizzy
dizzy
Neuling
7 Tage 5 h

Das ist das Problem, wenn Beschlüsse für die Theorie und nicht für die Praxis ausgearbeitet werden. Hoffen wir, dass der Vater mit seinem Schreiben an Frau Deeg erfolgreich ist – diese wird allerdings momentan mit allerhand Kritikschreiben zu kämpfen haben.

Storch24
Storch24
Kinig
7 Tage 3 h

Laut Deeg gibt es keine Positive in den Horts, Schulen …..
Irgendwann blickt keiner mehr durch. Ich hoffe für den Vater, der fürsorglich gehandelt hat, auch sein Geld zurückbekommt

Neumi
Neumi
Kinig
7 Tage 5 h

Beschlüsse können (und sollten) angepasst werden, wenn sie unzulänglich ausformuliert worden sind.

doerfla
doerfla
Grünschnabel
7 Tage 5 h

jo es isch jo olls folisch wos man tuit isch olm asöi giwessn und werd asöi bleibm de wern is geld schun dringend brauchn i denk mirs

Eric73
Eric73
Grünschnabel
6 Tage 22 h

Sein Verhalten ist absolut richtig und verantwortungsvolk, das hätte hoffentlich jeder so gemacht.
Natürlich wäre es toll und großzügig, dem Herrn entgegen zu kommen.
Warum fordern dass hier so viele vehement? Wenn ich vorsichtshalber das Fitnesstudio meide, muss ich dennoch meinen Beitrag zahlen.
Auf welcher rosa Wolke leben Menschen ,die erwarten, dass sich alles um sie und ihre mickrige Meinung drehen muss?

@
@
Superredner
6 Tage 21 h

Anstatt an die Landesrätin hätte der Vater gleich einen Brief an den Weihnachtsmann schicken können, mit dem selben Ergebnis

anniho63
anniho63
Grünschnabel
6 Tage 22 h

ih perähnlich find es a quatsch das man zohln muss wenn a kind net geat aus gesundheitlichn gründe

andr
andr
Universalgelehrter
6 Tage 8 h

Tja das Geschäft mit Kindern kennt wohl nur Zahlen😔arme zukunft

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