Forum Prävention und Carabinieri arbeiten zusammen

Konsum illegaler Substanzen: Wie erreicht man die Jugend?

Montag, 14. Juni 2021 | 12:28 Uhr

Bozen – Das Forum Prävention und das Landeskommando der Carabinieri – in Zusammenarbeit mit dem Regierungskommissariat und der Unterstützung der Gemeinde Bozen – haben heute bei einer Pressekonferenz zwei neue Informationsfalter vorgestellt, die sich an junge Konsumentinnen und Konsumenten von Drogen und deren Eltern richten. Die beiden Flyer beinhalten Informationen zu rechtlichen und bürokratischen Vorgängen, wenn Jugendliche und junge Erwachsene mit psychoaktiven Substanzen, wie etwa Cannabis erwischt werden und Tipps, um mit solchen Situationen besser umgehen zu können. Weiters geben sie Hilfestellungen und Antworten auf häufige Fragen sowie zum Thema Cannabis Light. Ziel ist es, den jungen Menschen und deren Eltern die Möglichkeit zu geben, trotz der potenziell schwierigen Situation diese im positiven Sinne zu bewältigen.

Die Flyer werden ab sofort von den Ordnungskräften – vor allem im Rahmen von Meldungen und Beschlagnahmen – an betroffene und interessierte Personen ausgehändigt.

Jedes Jahr 500 bis 600 Meldungen in Südtirol

Das Landeskommando der Carabinieri berichtet von circa 500 bis 600 Fällen jährlich, die in Zusammenhang mit dem Konsum von psychoaktiven Substanzen an das Regierungskommissariat gemeldet werden. Eine Meldung erfolgt dann, wenn eine Person in Besitz von illegalen Substanzen angetroffen wird und diese vermutlich nicht zum Zweck des Verkaufes oder Handels, sondern für den Eigengebrauch gedacht waren. Dabei handelt es sich um Verwaltungsstrafen laut Art. 75 des DPR 309/90.

Jetzt, wo langsam wieder die Normalität zurückkehrt und somit auch der Konsum wieder sichtbarer wird, werden Meldungen vermutlich ansteigen. Somit ist es umso wichtiger, mit betroffenen Personen in Kontakt zu treten und Unterstützung anzubieten.

Ein gelungenes Beispiel für Netzwerkarbeit

„Diese Initiative hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Institutionen, die einerseits die Repression und andererseits die Prävention verfolgen, im Bereich der Suchtpolitik möglich und wichtig ist. Die Organisationen haben zwar unterschiedliche Aufgaben, einen sich aber mit dem gemeinsamen Ziel, negative Auswirkungen des Drogenkonsums zu reduzieren oder zu verhindern“, sagt der Direktor des Forum Prävention Peter Koler. Anhand eines gemeinsamen Angebotes kann Jugendlichen und deren Familien eine konkrete Hilfestellung gegeben werden. Neben rechtlichen Informationen sind im Flyer sowohl Empfehlungen für den Umgang mit der Situation als solche als auch nützliche Adressen für kostenlose Beratungen und Hilfsangebote in Südtirol zu finden.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Forum Prävention und dem Landeskommando der Carabinieri, die mit den vorgestellten Flyern erstmals ein gemeinsames Angebot konkretisieren konnten, soll auch in Zukunft weitergeführt werden, u.a. mit Schulungen für Ordnungskräfte, um jungen Konsumentinnen und Konsumenten bestmöglich zu begegnen und diese zu informieren, und mit gemeinsamen Fortbildungen und Angeboten für Pädagogen, Lehrkräfte und Eltern.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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