Triebschneeansammlungen und ungünstige Bedingungen für Skitouren

Lawinenwarndienst mahnt zur Vorsicht

Donnerstag, 08. Januar 2026 | 15:20 Uhr

Von: mk

Bozen – Ab Donnerstagnachmittag bringt eine Störung aus Nordwest am Alpenhauptkamm und in der Ortlergruppe etwas Neuschnee. Mehr als fünf bis 15 Zentimeter, lokal etwas mehr, sind jedoch nicht zu erwarten, der Wind weht dabei teilweise stark bis stürmisch.

In den vom Neuschnee betroffenen Gebieten bilden sich an allen Expositionen störungsanfällige, aber meist kleine Triebschneeansammlungen, dies v.a. in der Nähe von Kämmen, in Rinnen und Mulden und hinter Geländekanten.

Der Triebschnee wird in Schattenhängen oberhalb von etwa 2200 Metern Höhe auf einer Altschneeoberfläche aus kantigen Kristallen abgelagert, während er in Südhängen oberhalb von etwa 2400 Metern, dort wo überhaupt Schnee liegt, auf einer Schmelzharschkruste zum liegen kommt.

Mögliche Lawinen sind meist eher klein, können vereinzelt jedoch mittlere Größe erreichen. Außerdem gilt es besonders die Absturz- und Mitreißgefahr zu bedenken. Die Bedingungen für Skitouren sind aufgrund des wenigen Schnees nach wie vor ungünstig: Weiterhin muss man die Gefahr berücksichtigen, die von nur knapp eingeschneiten Steinen ausgeht.

Auch in der Höhe ist die Schneebedeckung sehr unterschiedlich. Lokal findet man auf Gletschern z.B. auch gute Bedingungen für Skitouren, wie etwa am Übeltalferner in Ridnaun (im Bild: vom Becherhaus aus gesehen). Den Gletscher zu erreichen, ist aufgrund des wenigen Schnees mit den Skiern aber mühsam.

Aktuell erreichen den Lawinenwarndienst nur wenige Rückmeldungen und Informationen aus dem Gelände. Aus diesem Grund gilt es, die Lawinengefahr vor Ort sehr genau zu bewerten.

Prognosen

Am Wochenende gibt es am Alpenhauptkamm noch weitere Schneefälle, viel Neuschnee ist leider nicht zu erwarten. Die Temperaturen bleiben weiterhin tief, nähern sich aber normalen Werten für die Jahreszeit an.

Damit bleiben die Triebschneepakete weiterhin störanfällig und stabilisieren sich nur langsam. Bis mindestens Mitte des Monats sind aus heutiger Sicht keine größeren Schneefälle zu erwarten.

Bezirk: Bozen, Wipptal

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