Von: luk
Neapel – Im Fall des verstorbenen zweieinhalbjährigen Domenico hat sich der beschuldigte Herzchirurg Guido Oppido erstmals ausführlich im Fernsehen geäußert. Der Primar des Ospedale Monaldi, gegen den wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, weist die Vorwürfe entschieden zurück.
In der Sendung „Lo stato delle cose“ auf “RAI 3” erklärte Oppido: “Ich weiß nur, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe. Deshalb bin ich das Opfer.” Er betonte, in den vergangenen elf Jahren rund 3.000 Kinder in Kampanien operiert zu haben. “Ich habe mein Leben dafür eingesetzt, Kindern zu helfen”, sagte der Kardiochirurg.
Zu den konkreten technischen Vorwürfen – darunter ein mutmaßliches Abklemmen der Aorta sowie die Entnahme des Herzens vor Überprüfung des Spenderorgans – wollte sich Oppido nicht äußern. “Über all diese Dinge werden wir vor Gericht sprechen”, so der Mediziner.
Unterdessen läuft in Neapel die Autopsie am Leichnam des Kindes. Zuvor war ein mehr als dreistündiger Beweissicherungsverfahren vor dem Ermittlungsrichter Mariano Sorrentino abgeschlossen worden war. Die gerichtlich bestellten Sachverständigen haben nun 120 Tage Zeit, um ihre Gutachten vorzulegen. Die nächste Anhörung ist für den 11. September angesetzt.
Der Anwalt der Familie, Francesco Petruzzi, sprach von einem umfassenden Fragenkatalog, der den gesamten Ablauf der Ereignisse abdecke. Die technischen Untersuchungen sollen klären, ob und in welchem Ausmaß Verantwortlichkeiten bestehen.




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