Von: mk
Das Kompetenzzentrum für Pflanzengesundheit der unibz zieht Bilanz: Am 29. Mai werden bei einer Abschlussveranstaltung die Ergebnisse des Projekts „Möglichkeiten zur Eindämmung des Fichtenborkenkäfers“ präsentiert. Die Tagung findet von 8.30 bis 13.00 Uhr am Campus Bozen Zentrum statt.
Sturmschäden, Trockenperioden und steigende Temperaturen setzen Südtirols Wälder zunehmend unter Druck. Besonders betroffen sind die Schutzwälder, also Wälder, die Dörfer und Straßen vor Steinschlag, Rutschungen und Lawinen schützen. Geschwächte Bestände werden anfälliger für den Befall durch den Fichtenborkenkäfer, wodurch ihre wichtige Schutzfunktion langfristig gefährdet ist.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts „Möglichkeiten zur Eindämmung des Fichtenborkenkäfers“, welches vom Kompetenzzentrum für Pflanzengesundheit der unibz in Zusammenarbeit mit EURAC Research durchgeführt und von der Provinz Bozen finanziert wurde, stand darum die Frage, wie sich der Fichtenborkenkäfer besser verstehen und langfristig bekämpfen lässt.
Ein zentrales Ziel des Projektes war die Untersuchung von Bakterien und Pilzen, die mit dem Schädling in Verbindung stehen. Zudem befassten sich die Forschenden mit Pathogenen und natürlichen Gegenspielern des Käfers, die eine bedeutende Rolle für dessen Biologie spielen. Auch das Überwinterungsverhalten sowie der sogenannte Voltinismus – also die Fähigkeit des Schädlings, mehrere Generationen pro Jahr zu bilden – wurden untersucht. Dieser hat einen wesentlichen Einfluss auf die Populationsdynamik des Käfers und bestimmt, wie rasch sich seine Population in verschiedenen Gebieten entwickeln kann. Die neuen Kenntnisse sollen helfen, in Zukunft das Schadpotenzial des Käfers besser abschätzen zu können.
Dafür kartierte und untersuchte man Waldschadensereignisse in den italienischen Alpen im Zeitraum von 2019 bis 2023 mithilfe von Satellitendaten (Sentinel-2) des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Insgesamt waren in diesen fünf Jahren 6,2 Prozent der untersuchten Waldfläche von Schadensereignissen betroffen. Den größten Anteil verursachte der Borkenkäfer mit 2,8 Prozent, wobei besonders Schutzwälder stark betroffen waren. Parallel dazu beschäftigten sich die Forschenden mit zukünftigen waldbaulichen Strategien.
„Im Projekt konnten wir wichtige Erkenntnisse über das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Fichtenborkenkäfer und den ihn beeinflussenden Organismen gewinnen. Gleichzeitig wurden innovative Ansätze entwickelt, um den Befall frühzeitig zu erkennen und langfristige Strategien für widerstandsfähigere Wälder zu erarbeiten“, erklärt Prof. Hannes Schuler, stellvertretender Direktor des Kompetenzzentrums für Pflanzengesundheit.
Neben der Vorstellung der Projektergebnisse geben Gastreferent:innen der BOKU Wien, sowie der Universitäten Freiburg und Padua Einblicke in aktuelle Forschungsansätze und neue Lösungsstrategien zur Bekämpfung des Fichtenborkenkäfers. Die Veranstaltung findet in deutscher und italienischer Sprache statt; die Vorträge werden jeweils in der Muttersprache der Referierenden gehalten.




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