Von: mk
Bozen – Vergangene Woche nutzte der Verein Hands seine Vollversammlung, um gemeinsam mit Mitgliedern, Freiwilligen und Mitarbeitenden die aktuellen Entwicklungen rund um Suchterkrankungen zu analysieren und zentrale Zukunftsthemen aktiv voranzutreiben. Seit Ende 2025 ist Hands als Sozialunternehmen KDS (Impresa sociale ETS) organisiert. Mit der Statutenänderung stärkt die Organisation ihre strukturellen Voraussetzungen, erweitert ihren Handlungsspielraum und richtet ihre Arbeit konsequent auf Wirkung und Weiterentwicklung aus. Das Modell schafft zudem neue Möglichkeiten der Mitgestaltung, indem es sowohl Mitarbeitende als auch Betroffene aktiv in die Weiterentwicklung des Vereins einbindet.
Zugleich ist Hands dem Dachverband für Soziales und Gesundheit beigetreten, um die Zusammenarbeit im Netzwerk zu intensivieren und die Bedeutung des Dritten Sektors als tragende Säule des Südtiroler Wohlfahrtssystems klar zu positionieren. Bei der Vollversammlung sprach die neue Präsidentin des Dachverbandes Roberta Rigamonti über zentrale gesellschaftliche Entwicklungen in Südtirol. Im Fokus ihres Referates standen neue Armutsformen, veränderte Familienstrukturen, Migration, sinkende Kaufkraft sowie die angespannte Wohnsituation im ganzen Land. Der Austausch mit ihr zielte darauf ab, den Dialog zwischen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Akteuren zu stärken: „Wir müssen das Wohlfahrtssystem gemeinsam weiterentwickeln, enger abstimmen und mutig erneuern“, sagte sie. Nur durch partnerschaftliche Zusammenarbeit würden tragfähige Lösungen für die aktuellen sozialen Herausforderungen entstehen.
Hands begleitet über 1.600 Menschen in ganz Südtirol mit unterschiedlichen sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Abhängigkeiten, vor allem Alkohol, aber auch Glücksspiel, Drogen und Online-Spiel. Diese Arbeit gibt der Organisation einen breiten Einblick in familiäre und persönliche Krisensituationen und macht neue Konsumformen sowie neue Gesundheitsrisiken früh sichtbar. Ein wachsender Schwerpunkt von Hands liegt auf der Arbeit mit jungen Menschen. Das Sozialunternehmen entwickelt gezielt neue Zugänge, setzt auf individualisierte Begleitung und reagiert damit auf eine Generation, die sich zunehmend mit Unsicherheit, Druck und fehlenden Orientierungsmöglichkeiten konfrontiert sieht. Direktor Bruno Marcato erklärte dazu: „Wir verbinden neue klinische Instrumente mit individuellen Begleitformen. Wir gehen näher an die Menschen heran und entwickeln Unterstützung, die besonders jungen Menschen Perspektiven eröffnet, die oft verletzlich sind und nur wenige Ressourcen haben, um die Komplexität des heutigen Lebens zu bewältigen.“
Der Präsident von Hands Georg Senoner erklärte: „Wir schärfen unser Profil durch aktives Handeln, wir vernetzen uns stärker und greifen Entwicklungen früh auf.“ Hands wolle nicht abwarten, sondern gestalten und Verantwortung übernehmen. So arbeite das Sozialunternehmen bewusst partizipativ und teamorientiert: In multidisziplinären Teams entwickeln Mitarbeitende gemeinsam mit Freiwilligen Betreuungsansätze, gestalten Gruppenangebote und begleiten Menschen mit Suchtproblemen im Alltag, wobei Ehrenamtliche die professionelle Arbeit ergänzen und aktiv zur sozialen Teilhabe und zur Weiterentwicklung der Angebote beitragen.




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