Von: APA/dpa
Bei Razzien gegen “Hells Angels”-Rocker im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen haben die Ermittlungsbehörden Vermögenswerte in hoher sechsstelliger Summe sichergestellt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Dienstagabend mit. Der deutsche Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte in der Früh Vermögenswerte von bis zu 2,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Laut Reul hatten Ermittlungen zu Organisierter Kriminalität zu dem “Hells Angels”-Ableger in Leverkusen geführt.
Dieser war kurz vor der Razzia verboten worden. Der Leverkusener Ableger war laut Innenministerium erst im Mai 2024 als sogenanntes Prospect Chapter – also als Anwärter – gegründet und im Juni 2025 zur vollwertigen Ortsgruppe ernannt worden. “Mitglieder sind vielfach durch Straftaten in Erscheinung getreten – darunter unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung und räuberische Erpressung”, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.
Chapter-Präsident festgenommen
Der 46 Jahre alte Präsident des Chapters Leverkusen wurde festgenommen, gegen ihn liegt laut Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl vor. Es gebe insgesamt 44 Beschuldigte im Alter von 21 bis 59 Jahren, ergänzte Reul.
In der Werkstatt des Präsidenten in Langenfeld habe man zahlreiche Motorräder der Marke Harley-Davidson gefunden, sagte Reul. Man kläre nun, wem die gehören. Außerdem habe man bei den Razzien Waffen gefunden und ein Bankschließfach in Lünen durchsucht. Das Vereinsvermögen wird laut Ministerium “beschlagnahmt und zugunsten des Landes Nordrhein-Westfalen eingezogen.”
Hinweise auf professionellen Drogenanbau
“Erste Hinweise lassen auch auf einen profitorientierten Anbau von Betäubungsmitteln schließen”, sagte Reul. Rockerclubs hätten nichts mit “Motorradromantik” zu tun, betonte der Minister. Vielmehr gehe es um organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Waffen oder Schutzgelderpressung.
Die Polizei hatte um 4.00 Uhr mit den Razzien begonnen, an denen 1.200 Beamte beteiligt waren. Sie durchsuchten 56 Objekte in 28 Städten. Razzien gab es in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und Unterstützern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und Marienheide.




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