Meloni drückt dem japanischen Volk ihre tiefe Verbundenheit aus

Schweres Erdbeben erschüttert Kumamoto

Donnerstag, 30. Juli 2026 | 08:12 Uhr

Von: Sophia Molitor

Kumamoto – Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni drückte in ihrem X-Beitrag ihre Anteilnahme sowie die Solidarität der italienischen Regierung gegenüber Japan aus, nachdem am 28. Juli ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 die Stadt Kumamoto und weitere Teile im Süden des Landes erschüttert hatte. Nach Angaben des japanischen Zivilschutzes kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, zudem wurden mindestens 50 Menschen schwer verletzt. Die japanische Wetterbehörde warnt nach dem Erdbeben vor weiteren starken Nachbeben und ruft die Bevölkerung für mindestens eine Woche zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Das Beben ereignete sich in nur zehn Kilometern Tiefe nahe der Stadt Kumamoto auf der südlichen Insel Kyushu. Die japanischen Behörden gaben unmittelbar eine Tsunami-Warnung heraus, die etwa zwei Stunden später wieder aufgehoben werden konnte.

Zwei der Todesopfer befanden sich in einem schwer beschädigten Einkaufszentrum der Kette Aeon Mall in Kumamoto. Dort stürzte nach einer von der Polizei gemeldeten Explosion eine Etage ein. Nach Angaben des Senders NHK wurden zahlreiche Menschen unter den Trümmern eingeschlossen, während TBS von einer „beträchtlichen“ Zahl von Opfern in dem Gebäude berichtete.

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Drei weitere Menschen kamen an anderen Orten der Präfektur Kumamoto ums Leben. Insgesamt stürzten zwölf Wohnhäuser ein; in vier davon wurden Menschen unter den Trümmern eingeschlossen. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete zudem einen weiteren Todesfall in einem eingestürzten Wohnhaus. Über die übrigen Todesopfer machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Erhebliche Folgen für Bevölkerung und Infrastruktur

Rund 300.000 Menschen wurden aufgefordert, sich in Evakuierungszentren zu begeben. Die japanische Wetterbehörde registrierte zudem mehr als 60 Nachbeben mit Magnituden zwischen 1 und 4 und warnte die Bevölkerung in den am stärksten betroffenen Gebieten, mindestens eine Woche lang mit weiteren starken Erschütterungen sowie möglichen Erdrutschen zu rechnen.

Auf Kyushu waren nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric mehr als 40.000 Haushalte ohne Strom. In der Stadt Hikawa, rund 25 Kilometer südlich von Kumamoto, fielen großflächig die Strom- und Wasserversorgung aus. Selbst das Rathaus blieb ohne Beleuchtung und Klimaanlage, nachdem eine der beiden Notstromversorgungen ausgefallen war. Beruhigender ist hingegen die Lage an den Kernkraftwerken der Region, wo keine Anomalien festgestellt wurden und die drei in Betrieb befindlichen Reaktoren regulär weiterliefen.

Experten warnten seit Jahren vor diesem Szenario

Dass Japan regelmäßig von schweren Erdbeben erschüttert wird, hängt mit seiner Lage auf dem Pazifischen Feuerring zusammen, wo mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Das aktuelle Beben ereignete sich entlang der Hinagu-Verwerfungszone in der Präfektur Kumamoto – jenem aktiven Bruchsystem, das bereits die verheerenden Erdbeben von 2016 ausgelöst hatte.

Fachleute hatten seit Jahren vor einem erneuten starken Beben gewarnt, da ein Abschnitt der Verwerfung damals nicht vollständig aufgebrochen war und sich dort weiterhin tektonische Spannungen aufbauten. Der staatliche Erdbebenforschungsausschuss hielt deshalb ein Beben bis zu einer Stärke von 7,5 für jederzeit möglich. Das Erdbeben vom 28. Juli gilt als Entladung dieser seit Jahren bekannten Spannungen.

Aufgrund dieser langjährigen Vorbereitung ist Japan heute besser auf solche Ereignisse eingestellt und hat in den vergangenen Jahrzehnten umfangreich in erdbebensichere Infrastruktur, Frühwarnsysteme und Evakuierungszentren investiert.

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