Von: Ivd
Bruneck – Wer denkt, dass Skifahrer in Uniform nur Bußgelder schreiben, kennt die Carabinieri-Skifahrer der Bruneck-Kompanie schlecht. In diesen Wintertagen wimmelt es auf den Südtiroler Pisten von Familien und fröhlichem Chaos – und genau da greifen die mutigen Bergwachtler ein. Seit Jahresbeginn zählen sie schon über hundert Einsätze, darunter zehn mit Hubschrauber-Unterstützung.
Die Stars der Rettertruppe kommen aus Abtei, Kurfar, dem Kronplatz, Bruneck, St. Vigil und Steinhaus. Besonders gefragt sind sie bei verirrten Kindern. Am 2. Januar etwa hörten zwei Carabinieri-Skifahrer aus Kurfar den Hilferuf eines verzweifelten US-Vaters: seine elfjährige Tochter war weg. Dank genauer Skipass-Daten und Skiern, die schneller als jeder Funkruf sind, fanden sie das Mädchen und brachten sie heil zurück.
Ähnlich spannend ging es zwei Tage später auf dem Kornplatz. Eine Slowakin stürmte in die Bergstation: „Meine neunjährige Tochter ist verschwunden!“ Wieder Skypass-Tracking – und zwanzig Minuten später winkte das Kind unten an der Miara-Piste. Gestern Vormittag dann der dritte Volltreffer: Ein kroatischer Opa suchte verzweifelt seine zehnjährige Enkelin. Kleidungsbeschreibung ans Pistenpersonal und nur wenig später fanden die Beamten sie beim Schikanenparcours.
Zwischen all den Happy Ends blieben die Retter nicht untätig: Fünfundvierzig Sturzunfälle, vierzehn Bußgelder wegen Helmvergesslichkeit, fehlender Versicherung oder Rennstrecken-Tempo. Die Botschaft der Carabinieri ist klar: „Sicherheit geht vor Spaß!“ – ein Aufruf, der sich in Zeiten voller Familienpisten lohnt. Denn wer einmal ein verängstigtes Kind zurück zur Mama trägt, weiß: Das ist echter Winterzauber.




Aktuell sind 6 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen