Das Hantavirus beschäftigt derzeit die britischen Behörden

Stewardess negativ auf Hantavirus getestet

Freitag, 08. Mai 2026 | 13:52 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Großbritannien hat am Freitag den dritten Hantavirus-Verdachtsfall bei einem Briten bekanntgegeben: Wie die Behörden mitteilten, wurde der Fall auf der Insel Tristan da Cunha im Südatlantik gemeldet. Zur selben Inselgruppe, bei der es sich um britisches Überseegebiet handelt, gehört die Insel St. Helena, auf der Passagiere des Kreuzfahrtschiffs “Hondius” von Bord gegangen waren. Eine Flugbegleiterin aus den Niederlanden wurde inzwischen negativ auf das Virus getestet.

Wie eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf sagte, hat sich der Infektionsverdacht bei der Frau, die mit leichten Symptomen in ein Krankenhaus in Amsterdam eingeliefert worden war, nicht bestätigt. Nach Berichten niederländischer Medien war die Flugbegleiterin mit einer Niederländerin in Kontakt gewesen, die am 25. April kurzzeitig an Bord einer KLM-Maschine gewesen und einen Tag später in Südafrika gestorben war.

KLM hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Frau sei vor dem Start in Johannesburg “kurzzeitig” an Bord der Maschine gewesen. Wegen ihres “Gesundheitszustands” habe die Besatzung jedoch entschieden, “sie nicht auf diesem Flug mitreisen zu lassen”. Die Frau musste also wieder aussteigen, das Flugzeug flog ohne sie nach Amsterdam. Nach Angaben von KLM nehmen die niederländischen Gesundheitsbehörden nun “vorsorglich” Kontakt zu allen Fluggästen auf.

Vier Menschen bisher positiv getestet

Derzeit suchen die Behörden weltweit nach Kontaktpersonen. Bisher starben drei Menschen an dem Erreger, darunter eine Deutsche und ein niederländisches Ehepaar. Bei vier Menschen wurde das Virus nachgewiesen. Sie werden jetzt in Krankenhäusern in den Niederlanden, in Südafrika und in der Schweiz behandelt.

Das Schiff wird voraussichtlich am Sonntag Teneriffa erreichen. Auf der “MV Hondius” befinden sich fast 150 Menschen. An Bord zeigt nach Angaben der Reederei derzeit niemand Symptome.

Die britische Regierung traf bereits Vorkehrungen für die Heimreise ihrer Landsleute an Bord. Das Außenministerium habe einen Rückführungsflug für britische Passagiere und Besatzungsmitglieder organisiert, erklärte die Gesundheitsbehörde. Für die Betroffenen wird der Flug demnach kostenlos sein, nach ihrer Rückkehr müssen sie sich dann 45 Tage isolieren und sich von der Behörde testen und überwachen lassen.

WHO: “Das ist nicht der Beginn einer Pandemie”

Die WHO hatte zuletzt beruhigt. “Dies ist eine ernste Lage, aber die WHO betrachtet das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering”, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Genf. Weil die Inkubationszeit sechs Wochen dauert, werden weitere Fälle jedoch nicht ausgeschlossen.

“Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie”, betonte die amtierende Nothilfekoordinatorin, Maria van Kerkhove. Ein Vergleich mit dem Start der Coronapandemie vor sechs Jahren sei nicht angebracht. “Dies ist ein ganz anderes Virus”, sagte van Kerkhove. “Es handelt sich um einen Ausbruch auf einem Schiff. Das ist ein begrenzter Raum. (…) Das ist nicht dieselbe Situation wie vor sechs Jahren. Dieses Virus verbreitet sich nicht auf dieselbe Weise wie Coronaviren.” Die Weltgesundheitsorganisation WHO kündigte an, noch am Freitag weitere Angaben zu dem Ausbruch und zu möglichen Kontaktpersonen zu machen.

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