"Keine Kompromisse bei deutschen Beipackzetteln"

Südtiroler Heimatbund warnt vor Gesundheitsrisiken

Freitag, 24. Dezember 2021 | 09:10 Uhr

Bozen – Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes, fordert in einer Presseaussendung die verpflichtende Einführung zweisprachiger Beipackzettel beim Verkauf von Medikamenten. Die Presseaussendung im Wortlaut:

“Der deutsche Beipackzettel muss beim Verkauf eines Medikamentes der Packung endlich beiliegen. Es kann nicht sein, dass jemand um einen Beipackzettel in einer der beiden Landessprachen betteln muss. Der Südtiroler Heimatbund fordert endlich einen verpflichtenden zweisprachigen Beipackzettel ohne Kompromisse. Schon oft wurde auf die Einhaltung der Zweisprachigkeitsbestimmungen auch und vorwiegend bei den Beipackzetteln gepocht. Der Erfolg scheiterte am mangelnden politischen Willen der Mehrheit. Das Problem wurde ausgelagert und eine halbherzige Minimallösung war das Ergebnis, bei der wieder einmal von zwei Drittel der Südtiroler Bevölkerung eigentlich der Verzicht auf die Muttersprache verlangt wird.

Mit dem Ministerialdekret vom 13. April 2007 wurde festgelegt, dass in der Provinz Bozen entsprechende deutsche Beipackzettel ausgedruckt werden können. Der Apotheker muss beim Verkauf des Medikaments die deutsche Version des Beipackzettels ausdrucken und den Zettel gemeinsam mit dem Medikament aushändigen. Hinzu kommt die obligatorische Überprüfung der Übereinstimmung des Beipackzettels mit dem verkauften Medikament, eine Methodik, die äußerst zeitaufwendig ist. Gerade jetzt in der Pandemie wird die Umsetzung schwierig bis unmöglich.

Einige Ausnahmen bestätigen aber, dass es eine echte Lösung des Problems gibt: So kaufte ich kürzlich in einer Apotheke ein Nasengel. Und was im Landesparlament und in Rom nicht umsetzbar ist, befand sich auf und in der kleinen Schachtel: Eine viersprachige Beschriftung und ein viersprachiger Beipackzettel. Hergestellt in San Marino, wird die Medizin von einem Mailänder Unternehmen in Italien vertrieben. Beschriftet in vier Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch!

Für die betroffenen Personen stellen rein einsprachige Beipackzettel ein Gesundheitsrisiko und einen Verzicht auf ihr Recht dar. Viele Fachbegriffe sind nicht verständlich und der Umgang mit Medikamenten kann nicht nach Bauchgefühl, sondern nur durch eine fachgerechte Anweisung erfolgen. Sonst wäre auch der italienische Beipackzettel nicht verpflichtend.

Überall in Europa ist es Standard, dass der Beipackzettel in der Sprache der jeweiligen Bevölkerung verfasst ist. So wird in Finnland zusätzlich zum Finnischen auch Schwedisch auf den Beipackzetteln verwendet, wegen der schwedischsprachigen Minderheit. In Belgien sind die Beipackzettel sogar viersprachig auf Französisch, Niederländisch, Deutsch (wegen der deutschen Minderheit) und sogar Englisch. In der Schweiz sind mehrsprachige Beipackzettel ebenfalls selbst verständlich. Sogar die Ukraine hat mehrsprachige Beipackzettel (Ukrainisch und Russisch).“ (Quelle:http://www.konvent.bz. it/de/content/ deutschsprachige- beipackzettel.html). Nur in Südtirol scheint dies nur in Ausnahmefällen möglich zu sein.”

Von: lup

Bezirk: Bozen

Kommentare

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35 Kommentare auf "Südtiroler Heimatbund warnt vor Gesundheitsrisiken"


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meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 1 Tag

Da gebe ich den Heimatbund recht.
Andere Länder wie Belgien haben drei oder noch mehrsprachigere Beipackzettel und in unserer Autonomie sind diese nur einsprachig fern unserer Muttersprache.
Es gibt noch vieles zu verbessern in Südtirol !

KingCrimson
KingCrimson
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Sie bekommen ihn ja, es reicht wenn Sie danach fragen. So wird viel weniger Papier verbraucht. Das was Lang betreibt ist Haarspalterei.

brutus
brutus
Tratscher
1 Monat 1 Tag

…wer die Nebenwirkungen eines Wirkstoffs eines Medikaments und deren Anwendung finden will, der findet sie auch! Die Coronaimpfung hatt’s vorgemacht!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 1 Tag

@KingCrimson …aber M-preis muss auf jedes Produkt italienische Beschreibung hintun…meistens werd die sogar über die deutsche drüber gepickt…
😆

Andi-
Andi-
Grünschnabel
1 Monat 11 h

@KingCrimson
Kann ich aus mehrfacher persönlicher Erfahrung verneinen !
Wenn man Glück hat und PC, Angestellter, Tageszeit und Auslastung in der jeqeiligen Apotheke stimmt, ansonsten muss man wieder kommen und alles beginnt vom neuen….. Traurig !

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 3 h

@KingCrimson..aha, wenn man danach fragt, bekommt man einen deutschsprachigen Beipackzettel. Dann muss der aber auch schon gedruckt sein. Denn eine Apotheke wird ihn nicht ausdrucken, oder ?

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 3 h

@brutus…und was machen “die ALTEN” 😡 ohne Computer ? Egal, die brauchen nicht zu wissen, was sie einnehmen. Kassieren eh nur die fetten Renten und sind ansonsten “entbehrlich” 😡😡

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 1 Tag

Ach Herr Roland Lang. Wer liest schon den Beipackzettel mit all seinen Nebenwirkungen. Fast niemand. Denn ansonsten würden, genauso wie bei der Impfung, viele davon absehen, das Medikament zu nehmen. Mit all seinen Konsequenzen.
Und wer unbedingt einen deutschen Zettel will, einfach in der Apotheke nachfragen. Ist allemal billiger, als für ALLE Medikamente den deutschen Zettel zu drucken und beizufügen

falschauer
1 Monat 1 Tag

absolut richtig analysiert, hierbei geht es rein um ein politikum, um eine 🥚🥚treterei, denn den beipackzettel lesen
bzw verstehen die wenigsten und wenn jemand das doch tun sollte schrecken ihn die nebenwirkugen so ab dass er das medikament nicht einnimmt

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 12 h

Es geht hier nicht um Billiger sondern um das Gesetzt einzuhalten ,aber davon haltest du ja nichts ,zum Glück gibt es nicht so viele mit deiner Fantasie

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 10 h

@falschauer..👍 genau deswegen habe ich mich 3 x Impfen lassen. Außer dem Arzt und den 💉 💉💉habe ich Nichts !! gesehen. Beipackzettel Fehlanzeige 😉😉

Savonarola
1 Monat 1 Tag

rein deutschsprachige Ärzte: unerwünscht, zu entfernen, auch wenn Ärztemangel herrscht, denn die italianità des Territoriums ist wichtiger als die Gesundheit der deutschsprachigen Bevölkerung.
Rein italienischsprachige Ärzte: willkommen, deutsch als Zweitsprache kann irgendwann einmal irgendwie nachgelernt werden, denn die Gesundheit der italienischsprachigen Bevölkerung ist wichtiger als Proporz und Minderheitenschutz.
So als ob es in Südtirol nicht genug Einwohner (und Touristen) deutscher Muttersprache zu versorgen gäbe.
Anhand solcher Fakten sieht man deutlich, dass wir Südtiroler Staatsbürger zweiter Klasse sind.

nemesis
nemesis
Tratscher
1 Monat 1 Tag
Viele der Medizinstudenten bleiben im hochwohlgelobten Österreich oder Deutschland, weil sie nach dem Studium sowieso im Kopf Österreicher oder Deutsche geworden sind – die “Kultur” hatten sie vorher auch schon. In der Pflege sind viele SüditalienerInnen eingesetzt und arbeiten sehr gut. Ein süditalienischer Krankenpfl. bei uns spricht super deutsch (war zuerst in der BRD) und wird von unseren TEPPELEN nicht verstanden, weil sie nicht Hochdeutsch verstehen oder sprechen können! Außerdem: Wenn wir hier in ein paar Jahren in der Pflege rumänisch, mazedonisch oder ukrainisch sprechen müssen, werden wir noch an die Süditaliener zurückdenken. Die “Staatsbürger zweiter Klasse” sieht man an… Weiterlesen »
Alter Hase
Alter Hase
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@nemesis
Ganz richtig. Dazu kommt noch, dass die Akademikerquote in Südtirol sehr sehr niedrig ist. Es fehlt überall an qualifiziertem Personal. Man braucht Ärzte, man braucht Übersetzungen, aber man kann nicht einmal ordentlich Deutsch und schreibt auf Dialekt… Wozu studieren, wenn als Kellner oder Magazineur genug Stellen da sind?

nemesis
nemesis
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@Alter Hase: Ja, furchtbar. Von Allgemeinbildung oder Aufgeschlossenheit über den Tellerrand hinaus ganz zu schweigen. Aber auch kein Wunder: Sprache formt das Denken.

Alter Hase
Alter Hase
Grünschnabel
1 Monat 10 h

Die Minusdrücker können sich diese Statistik ansehen. Südtirols Akademiker sind weniger als 11%. Schaut euch Mal die Lage in Österreich (auch im Bundesland Tirol, z.B.), oder in Bayern an.
Frage: mit wem sind unsere Zahlen zu vergleichen? Nein, nicht Spanien! Nicht Slowenien, nicht Kroatien!
Ach ja… Italien!!! 🙊

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 10 h

@Alter Hase…👍 die geringe Akademikerquote “überrascht” 😉 mich jetzt aber schon. Gerade seit uns dieses lästige Virus und seine Verwandtschaft fest im Griff hat, ist die Zahl der “wissenschaftlichen Experten” 🙈 doch kräftig angestiegen…..

Savonarola
1 Monat 9 h

@nemesis

ich habe hier nicht vom Geld geredet sondern von ideellen Werten wie Sprache, Identität. Und wenn die verlorengeht, geht dein Geld auch verloren. Je früher man sich assimilieren lässt, desto drüher passiert das, vergiss das nicht.

Savonarola
1 Monat 9 h

@Alter Hase

wenn wir unsere sprachliche und kulturelle Identität schon jetzt nicht mehr aufrecht erhalten können oder wollen, dann ist es besser, sofort auf die Autonomie und alle Schutzmechanismen zu verzichten. Die haben wir uns dann nicht mehr verdient und sie ist nutzlos. Zuschreiben können wir uns das dann selber.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 6 h

@nemesis
was ist denn BRD? Gibt es auch ÖRB?

Alter Hase
Alter Hase
Grünschnabel
1 Monat 6 h
@Savonarola Schon klar. Dann stellt sich aber eine Frage. Wieso haben wir so wenig qualifiziertes “deutsches” Personal? Wieso mangelt es an Ärzten aus der deutschen Sprachgruppe? Nicht wegen fehlender Identität, aus meiner Sicht. Sondern deshalb, weil die Politik (und die deutsche Schule im Land) unterm Strich lieber eine Generation von Ignoranten aufzieht, die aber Deutsch bleiben, damit der Minderheitenschutz nicht in Frage gestellt wird. Die Rechnung dieser Orientierung bezahlt aber so oder so unsere kleine Gesellschaft. Es ist paradox, aber man kann niemanden zwingen. Jede Entscheidung, für oder gegen eine Öffnung der Gesellschaft, verursacht Kosten. Also jeder kann und soll… Weiterlesen »
Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 2 h

@pfaelzerwald..du enttäuscht mich. Die offizielle und politische korrekte deutsche Bezeichnung für Deutschland ist B undes R epublik D eutschland, abgekürzt also BRD !! Und wenn schon, dann würde man die R epublik Ö sterreich, international A, auf deutsch mit RÖ abkürzen.

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 2 h

@pfaelzerwald…die ehemalige ÖRB heißt heutzutage ÖBB 🚄🚄 😉

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
30 Tage 13 h

@offline1
Aber “wir Alten’ wissen schon, dass der Begriff BRD eine DDR-Erfindung war!

himmelblau
himmelblau
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

In Italien ist alles anders.
Italien missbraucht schon hundert Jahre die Rechte der Südtiroler.
Unsere Sprache wird es schwer haben.
Autonomie ist zu schwach, oder von der Politik nicht hartnäckig genug verfolgt.
Die meisten wichtigen Bestimmungen Dekrete und auch wichtige App’s gibt es entweder in Italienisch oder Englisch.
Wie viele der Südtiroler älteren Generation (einschließlich ich) beherrschen Englisch???

nemesis
nemesis
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Die wohlgemästete Landesregierung soll gefälligst diese Arbeit für ihre SVP-Wähler übernehmen. “Amtlen” gibt es doch sonst auch genug, um künstlich die Arbeitslosenrate niedrig zu halten… Also könnte die Landesregierung nur eine Reichsübersetzungsstelle gründen, welche alles in den Dialekt übersetzt – richtiges Deutsch verstehen viele Südtiroler nämlich ohnehin kaum.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

Hm, welche wichtigrn Apps?

irgendwer
irgendwer
Tratscher
1 Monat 1 Tag

ewiggestriger

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Oft ist das Gestrige viel besser als das Morgige.

Korl
Korl
Tratscher
1 Monat 1 Tag

sunscht hobns koane probleme mehr ?

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Recht hat er, der Bund. Recht hat er.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Heimatbund und Beipackzettel?
Muss man nicht verstehen!
Würden die Menschen diese Beipackzettel wirklich lesen, könnten Apotheken die meisten Medikamente wegwerfen, zu gefährlich… Verfallsdatum abgelaufen… Und der Impfstoff würde in jedem Südtiroler Antikörper erzeugen!

diskret
diskret
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Einfach eine gleichgültikeit von der landes regierung
Nur geld kassieren

Faktenchecker
1 Monat 6 h

Roland wird auch in Zukunft ohne Zettel bleiben.

Belgien und Luxemburg testen bereits den elektronischen Beipackzettel.

Wenn man noch nicht einmal googln kann…

PS Nasengel und Tropfen sind in der Regel nicht zu empfehlen.

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Schnupfen-behandeln-Vorsicht-bei-Nasenspray,schnupfen138.html

Und er hätte besser mal einen Corona-Test machen sollen.

Unioner
Unioner
Tratscher
1 Monat 6 h

Das ist absolut wichtig und richtig. Es sollte heutzutage grundsätzlich möglich und Standard sein.

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