"Noch mehr Sensibilisierung beim Heizen mit Holz nötig"

Südtirols Luft 2025: Euro 6 hilft, Holzöfen schaden

Donnerstag, 05. März 2026 | 13:34 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Daten zur Luftqualität 2025 in Südtirol liegen vor: Die Messdaten für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM2.5 und PM10) sind gegenüber dem Jahr 2024 nahezu unverändert. Anders sieht es beim Benzo(a)pyren aus, einer Kohlenwasserstoffverbindung, die bei der unvollständigen Verbrennung von Holz entsteht: Während 2024 in diesem Bereich erstmals die Einhaltung des Zielwertes verzeichnet werden konnte, wurde dieser 2025 erneut überschritten.

Wie sich dies erklären lässt, hat die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz am 5. März beim Technischen Tisch zur Luftqualität mit Gemeinden und Interessenverbänden besprochen und darüber bei der anschließenden Pressekonferenz mit Umweltlandesrat Peter Brunner in Bozen informiert.

„Bereits seit vielen Jahren ist die Situation im Bereich Feinstaub und Stickoxiden in Südtirol stabil mit nach unten zeigendem Trend. In Hinblick auf die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie, die die derzeitigen Jahresgrenzwerte für NO2, PM10 und PM2.5 halbiert und in Italien innerhalb 2026 umgesetzt werden soll, gilt es unsere Anstrengungen jedoch zu erhöhen“, betonte der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner. „Auch beim richtigen Heizen mit Holz bleibt noch einiges zu tun, weshalb wir die Bevölkerung  für dieses Thema noch mehr sensibilisieren möchten.“

Weniger Stickoxide trotz mehr Verkehr dank Euro 6-Motoren

„Stickstoffdioxide sind vor allem auf den Straßenverkehr und hier hauptsächlich auf Dieselfahrzeuge zurückzuführen”, berichtete der Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi. „Trotz des Anstiegs des Verkehrsaufkommens in den letzten Jahren entsprechen die Stickstoffdioxid-Konzentrationen 2025 in etwa den Werten des Vorjahres. An den meisten Messstationen liegen sie leicht unter dem Vorjahreswert.“ Dies sei, so Verdi, auf die fortlaufende Erneuerung des Fahrzeugbestands in Südtirol zurückzuführen: „Südtirol zählt einen Gesamtfuhrpark von circa 340.000 Fahrzeugen. Jährlich werden rund 10.000 bis 15.000 Fahrzeuge neu zugelassen. Mittlerweile sind 40 Prozent des Gesamtfuhrparks Euro 6-Motoren mit erheblich weniger Emissionen als die Euro 1 bis Euro 5-Modelle.“

Benzo(a)pyren durch richtiges Heizen mit Holz vermeiden

Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm, ging auf das krebserregende Benzo(a)pyren ein, das etwa bei der unvollständigen Verbrennung von Holz in Öfen oder Kaminen entsteht: „In ländlichen Gebieten, in denen Holzheizungen verbreitet sind, kommt es damit immer wieder zu Problemen. So wurde 2025 erneut eine Überschreitung des Zielwertes von Benzo(a)pyren in der Messstation Latsch verzeichnet. Latsch ist dabei ein repräsentativer Messpunkt für Orte in Tallagen. Einer der Gründe ist sicherlich die Meteorologie: Die thermische Inversion verhindert häufig die Ausbreitung der Schadstoffe.”

Entscheidend ist das richtige Heizen mit Holz: Aus diesem Grund hat das Land Südtirol mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit das Projekt „Heizen mit Holz, aber richtig“ ins Leben gerufen. „Gemeinsam mit der Berufsgruppe der Kaminkehrer sensibilisieren wir für die richtige Art und Weise des Holzfeuerns: Es vor allem darum, trockenes Holz zu verwenden, es richtig anzuordnen – die größeren Holzscheite kommen nach unten und die kleineren nach oben – , es von oben anzuzünden, die Luftzufuhr vollständig zu öffnen und die Heizungsanlagen regelmäßig warten zu lassen“, betont der Amtsdirektor. Ziel des Projekts, das noch bis Ende 2027 läuft, ist es, dass die Südtirolerinnen und Südtiroler ihre Holzöfen und -herde bestmöglich betreiben, damit Schadstoffe reduziert werden können.

Alle Daten zur Luftqualität sind online auf dem Webportal des Landes abrufbar.

Bezirk: Bozen

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