Unglaublicher Fall

Toter liegt seit acht Jahren in der Bozner Pathologie

Mittwoch, 10. August 2016 | 12:00 Uhr
Update

Bozen – Seit 2008 liegt eine männliche Leiche in einer der drei Tiefkühlzellen der Bozner Pathologie, und das nur, weil ein Streit unter den Nachkommen entbrannt ist. Die Kühlzellen werden normalerweise für verstorbene Einwanderer und Obdachlose benötigt, bis Angehörige gefunden sind, die die Bestattung in die Wege leiten.

Doch dieser Fall ist ganz anders gelagert. Es geht um die Klärung von Verwandtschaftsverhältnissen und Erbrechten. Das zivilrechtliche Verfahren zieht sich nun schon über acht Jahre hin und ist mittlerweile in der letzten Instanz am Kassationsgericht in Rom angelangt.

Im Zuge des Verfahrens wurde die Verwahrung des Toten angeordnet, damit Gewebeproben genommen werden konnten.

„An der Leiche hat nicht nur mein Vorgänger, Dr. Edi Egarter Vigl, Knochen- und Weichteilgewebsproben entnommen, sondern auch ich sowie weitere Gerichtsgutachter. Die DNA des Toten ist gesichert“, erläutert der Primar Dr. Guido Mazzoleni gegenüber dem Tagblatt Dolomiten.

Der Leichnam kann aber nicht bestattet werden, weil jeder neu bestellte Gutachter im Zivilverfahren selbst Proben am Toten entnehmen will.

Er sei seit fünf Jahren dahinter, dass dem Toten endlich die Totenruhe geschenkt wird, so der Primar. Und es würden auch Kosten anfallen.

Doch der Sanitätsbetrieb verweist auf das Gerichtsverfahren. Man müsse abwarten, bis dieses abgeschlossen ist. Außerdem hat eine Streitpartei dem Sanitätsbetrieb die gerichtliche Aufforderung zustellen lassen, die Leiche auch weiterhin zu verwahren.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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