El Nino kann die Temperaturen wieder in die Höhe treiben

UNO rechnet noch 2026 mit Rückkehr von Klimaphänomen El Niño

Dienstag, 03. März 2026 | 11:03 Uhr

Von: APA/AFP

Die UNO rechnet in diesem Jahr mit einer Rückkehr des Klimaphänomens El Niño, das zu neuen globalen Temperaturrekorden beitragen könnte. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erklärte am Dienstag, sie erwarte nach dem Abklingen seines diesmal vergleichsweise schwachen Gegenstücks La Niña erst neutrale Bedingungen und noch vor Jahresende ein erneutes Auftreten von El Niño.

Bei El Niño handelt es sich um ein wiederkehrendes natürliches Klimaphänomen, das durch eine Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifischen Ozean gekennzeichnet ist. Es tritt im Schnitt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert in der Regel neun bis zwölf Monate. El Niño kann die im Zuge des Klimawandels steigenden globalen Temperaturen zusätzlich erhöhen und zu verstärktem Extremwetter führen.

La Niña diesmal eher schwach

Sein Gegenstück La Niña, das allgemein eine abkühlende Wirkung hat, war nach Angaben der WMO diesmal eher schwach. Von März bis Mai ist demnach nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent mit klimatisch neutralen Bedingungen zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit für eine La-Niña-Phase liegt in diesem Zeitraum nur noch bei 30 Prozent – und für eine El-Niño-Phase sogar nur bei zehn Prozent.

Im Zeitraum April bis Juni steigt die Wahrscheinlichkeit für eine neutrale Phase den WMO-Berechnungen zufolge auf 70 Prozent – und geht im Zeitraum von Mai bis Juli wieder auf 60 Prozent zurück. Gleichzeitig steigen die Aussichten für einen erneuten El Niño in diesen Monaten auf 40 Prozent.

Nach Angaben der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA besteht eine Wahrscheinlichkeit von 50 bis 60 Prozent, dass sich 2026 zwischen Juli und September ein neuer El Niño entwickelt. Die WMO erklärte am Dienstag lediglich, sie werde die Entwicklung in den kommenden Monaten weiter “sorgfältig” beobachten.

Verstärkt Effekte der menschengemachten Klimakrise

Der bisher letzte El Niño in den Jahren 2023 und 2024 war nach Angaben der WMO “einer der fünf stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen” und verstärkte so die Effekte des vom Menschen verursachten Klimawandels: Er trug den Angaben zufolge dazu bei, dass das Jahr 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war.

El Niño wirkt sich in einem Domino-Effekt auf die Temperaturen und Niederschläge in unterschiedlichen Erdregionen aus. In Südostasien, Australien, im Süden Afrikas und im Norden Brasiliens führt El Niño in der Regel zu mehr Trockenheit, am Horn von Afrika, im Süden der USA, in Peru und Ecuador werden hingegen stärkere Niederschläge registriert.

Die WMO weist darauf hin, dass es sowohl bei El Niño als auch bei La Niña Wechselwirkungen mit dem Klimawandel gibt, “der die globalen Temperaturen langfristig erhöht, extreme Wetter- und Klimaereignisse verschärft und sich auf saisonale Niederschlags- und Temperaturmuster auswirkt”. Daher seien Vorhersagen zu den damit einhergehenden extremen Wetterbedingungen enorm wichtig, betonte WMO-Chefin Celeste Saulo. Mit rechtzeitigen Vorkehrungen könnten Schäden in Millionenhöhe verhindert und Menschenleben gerettet werden.

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