Von: Martin Geier
Bozen/Nals – Eine heftige Unwetterfront zog am Dienstagabend über Südtirol und sorgt im ganzen Land für eine extrem angespannte Lage. Neben sintflutartigem Starkregen und Hagel brachte die Gewitterfront auch teils schwere Windböen mit sich. Die Freiwilligen Feuerwehren waren bei zahlreichen wetterbedingten Einsätzen gefordert, um die Schäden zu beseitigen und Gefahrenstellen abzusichern. Landesweit mussten rund 50 Einsätze abgearbeitet werden. Die Schwerpunkte lagen im Burggrafenamt und zogen anschließend weiter in Richtung Süden.
Bereits am Nachmittag entwickelten sich im Pustertal und in den Dolomiten die ersten kräftigen Gewitter.
Am Abend zog anschließend eine weitere intensive Gewitterzelle vom Raum Meran über Bozen und das Unterland bis ins Eggental und den Regglberg.
Neben teils kräftigen Sturmböen und lokalem Hagel war vor allem der Starkregen das größte Problem. Innerhalb von nur 30 Minuten fielen örtlich mehr als 30 Liter pro Quadratmeter. Dadurch konnten viele Abwassersysteme die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Die Folge waren mehrere Überflutungen, kleinere Murenabgänge, Steinschläge sowie umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste.

Zahlreiche Einsätze und schwere Schäden im Land
Die Einsatzkräfte arbeiteten unter Hochdruck, da die massiven Regenfälle und Sturmböen vielerorts für blockierte Straßen und überflutete Keller sorgten. Die heftigen Winde entwurzeln immer wieder Bäume und lassen dicke Äste auf die Verkehrswege stürzen.
Zudem führten die lokalen Hagelschauer und der Starkregen zu äußerst gefährlichen Bedingungen auf den Straßen. Die Freiwilligen Feuerwehren wurden etwa gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Bozen zu einem Verkehrsunfall auf der MeBo in Fahrtrichtung Norden alarmiert. Dort war ein Pkw gegen die Mittelleitplanke geprallt.

Schwerer Zwischenfall in Nals
Ein besonders dramatischer Vorfall ereignete sich in der Gemeinde Nals. Dort hielt eine Zder den enormen Windböen nicht stand und stürzte auf einen Kleinbus. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrzeug stark beschädigt. Zu diesem Zeitpunkt war lediglich der Fahrer im Bus. Er kam glücklicherweise mit einem Schrecken davon.

In Lana wurde zudem eine Ziege aus den Ästen mehrerer umgestürzter Bäume unverletzt befreit.

Die Einsatzkräfte bitten die Bevölkerung, den Aufenthalt im Freien sowie Fahrten durch Waldgebiete während des Unwetters dringend zu meiden.
Auch am Mittwoch bleibt die Wetterlage angespannt. Es sind erneut teils kräftige Gewitter mit Starkregen möglich.






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