Oberlandesgericht sieht Verantwortung bei Land und Schule

Urteil: Manal hätte gerettet werden können

Montag, 20. September 2021 | 16:22 Uhr

Bozen – Das siebenjährige Mädchen Manal, das aufgrund einer Gehirnblutung im Jahr 2009 in Bozen gestorben ist, nachdem das Kind mit einer weiteren Schülerin im Pausenhof der Grundschule „Martin Luther King“ in Bozen zusammengestoßen war, hätte gerettet werden können. Zu diesem Schluss kam das Oberlandesgericht in Trient, berichtet Alto Adige online.

Bereits in der ersten Instanz hatte das Landesgericht in Bozen die Schule und das Land zu einem Schadenersatz in Höhe von einer Million Euro verurteilt. Das Berufungsgericht ist nun ebenfalls der Argumentation der Anwälte Paolo Corti und Christian Dorigatti gefolgt, die die Interessen der Familienangehörigen des Mädchens vertreten. Ihnen zufolge habe die Schule in der Zeit gleich nach dem Unfall bis zur Ankunft der Eltern nicht die nötigen Maßnahmen zum Schutz des Mädchens ergriffen.

Die Richter kamen zum Schluss, dass ein Anruf bei der landesweiten Notrufnummer 118 gereicht hätte, um die Rettungskette in Gang zu setzen. Dies schreibe unter anderem auch der Leitfaden des nationalen Instituts für Arbeitsunfallversicherung INAIL für die Zuständigen von Erste-Hilfe-Leistungen und für Notfälle an Schulen vor.

Das Urteil sei zufriedenstellend – vor allem für die Familie von Manal, betonen die Anwälte. Zwölf Jahre nach dem Tod des Kindes sei bestätigt worden, dass die Verantwortung allein beim anwesenden Lehrpersonal und nicht bei den Eltern des Mädchens gelegen sei.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Urteil: Manal hätte gerettet werden können"


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zorro1972
zorro1972
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Und weil die Eltern des olls nit wegen in Geld getun hobm, sondern nur der Gerechtigkeit und Aufklärung wegen, können sie ja das Geld an Bedürftige spenden. Konnsch dir vorstellen…

Tata
Tata
Tratscher
1 Monat 3 Tage

wos tasch du wenn des dein Kind passierat? gangsch du her und sogasch: nana passt schun, konn passiern???? konsch dir vorstell….

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 3 Tage

Das heißt, dass man als Lehrer am besten immer die 112 anruft….

vitus
vitus
Superredner
1 Monat 3 Tage

… oder besser noch:
jedes betreute Kind, welches sich verletzt haben könnte ( beim Fussball, Leichtathletik, Skifahren usw.), muss jetzt der Betreuer, Trainen, Lehrer oder wie alle Erziehungsberechtigte heißen mögen, die 112 anrufen, um einer eventuellen Verurteilung vorzubeugen!

Johannes
Johannes
Tratscher
1 Monat 3 Tage
Um auf Nummer sicher zu gehen, müssen bei jedem Unfall wo der Kopf des Kindes beteiligt ist, unverzüglich Eltern schriftlich und per telefon informiert werden und ebenfalls die Notrufnummer 112 gewählt werden! Nur so kann sich eine Lehrperson gegenüber Schadenersatzforderungen im Falle von bleibenden Schäden oder Tod des Kindes absichern. Dieses Urteil hat solche weitreichenden Folgen, dass sich jede Lehrperson schleunigst eine Versicherung anzuschaffen hat! Und an die Eltern; Sie haben richtig gehört, das Rennen und Spielen im Pausenhof mit anderen Kindern kann zu schwerwiegenden Unfällen mit Todesfolge führen. Überlegen Sie sichs gut ob sie nicht doch lieber ins Homeschooling… Weiterlesen »
Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage
Hallo aus D, das öffnet eine Pandorabüchse. 1 Million! Nach 12 Jahren Verhandlung! Wer will denn jetzt noch Verantwortung übernehmen für irgendwas, insbesondere “mit Kindern”? Wäre das auf einer privaten Kinderveranstaltung passiert wäre der Verurteilte jetzt ruiniert in alle Zeiten. Erinnert fatal an das Almurteil vom Pinnistal und das von Weissenbach im Ahrntal wo der Almler am Ende für eine vom TV errichtete und  auf seinem Grund geduldete Plattform hingehängt wurde. Typen die letztes Jahr in Ischgl mit der Zunge bei wilden Almpartys persönliche Abstriche von Dutzenden Zeitgenössinnen angefertigt haben gelüstet es jetzt nach Schadensersatz weil Ischgl hätte es streng… Weiterlesen »
Willi I.
Willi I.
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Lieber Andreas!
In Weißenbach ist eine Plattform zusammengekracht die der TV vor vielen Jahren aufgestellt hatte und der Grundbesitzer wurde zur Rechenschaft gezogen weil er der Allgemeinheit etwas Gutes tun wollte indem er seinen Grund zur Verfügung gestellt hatte.
Es ist unverständlich dass er vor Gericht gezerrt wurde!

In diesem Fall hat es vorher einen Zusammenstoß gegeben (und das war bekannt), wo es jeder verstehen würde, wenn ein Kind vorsorglich zur ärztlichen Untersuchung geschickt würde.

Sind das nicht 2 verschiedene Paar Schuhe?

Fritzfratz
Fritzfratz
Tratscher
1 Monat 3 Tage

@Andreas in Italien werden Personenschäden eben nicht so knausrig entschädigt wie bei Dir in Deutschland. Kleines Beispiel, Personenschaden mit biologischem Schaden von 100% + Vermögensschaden eines “Normalverdieners” ist hier Euro 1.500.000-2.000.000 wert, bei Euch gibt es gerade mal circa Euro 300.000 Schmerzensgeld, damit erklärt sich auch wieso ihr über so günstige Autohaftpflichtversicherungen prahlen könnt. Du könntest den Familie des Mädchens und der Coronatoten von Ischgl ruhig den Schadenersatz gönnen… möchte nicht wissen was Du für ein Theater veranstalten würdest wenn Dich in Südtirol ein Bär in die Wade beisst 🐻.

WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Tratscher
1 Monat 3 Tage

“Das Urteil sei für die Familie zufriedenstellend”. Da blutet einem das Herz. Das Mädchen kommt nicht wieder und ich tu mich echt schwer nachzuvollziehen, dass dieses Geld ein Segen für die Familie ist…

Mauler
Mauler
Superredner
1 Monat 3 Tage

Im Nochhinein isch ollm jeder schlauer!
Tragisch wos passiert isch, ober mit Gewalt a Schuldigen findn?!

Tata
Tata
Tratscher
1 Monat 3 Tage

wieso…isch jo funn…zwor erscht noch 12 Johr, obo immerhin…

falschauer
1 Monat 3 Tage

würdest du dasselbe schreiben wenn es dein kind gewesen wäre? wenn ich mein kind am morgen der schule, den lehrpersonen anvertraue, gehe ich davon aus, dass ich es mittags wiederum unversehrt abholen kann…. das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man mit gewalt einen schuldigen finden muss, denn die verantwortungsbereiche sind genau definiert und diesen kann man sich nicht einfach entziehen…..unabhängig davon und welche entscheidung die eltern treffen, wird die staatsanwaltschaft in so einer situation auf jeden fall vorgehen

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage
Hallo @falschauer, zwischen den Zeilen ist durchaus zu lesen die Eltern haben das Kind noch im ansprechbaren Zustand “übernommen” sonst hätte es wohl kaum den Diskussionspunkt “Schuld beim Lehrpersonal oder den Eltern?” gegeben. Es ist ein fürchterliches Urteil, ich schätze mal wir gehören zur halbwegs gleichen Generation. Wie oft wären wir nach diesem Urteil damals bei jedem Sturz/Hinfaller/Fahrradcrash/Rauferei von eingeschüchterten Lehrern und Aufsichtspersonen per herbeialarmierter Ambulanz abtransportiert worden? Jedes Zeitalter hatte seine fürchterlichen Waffen, im Idiotenzeitalter scheint es die Justiz zu sein Morgen werden auf Alm und Hütte die Spielgeräte abgebaut, als Inhaber würde ich es so halten und dazu… Weiterlesen »
EQ
EQ
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

“…habe die Schule in der Zeit gleich nach dem Unfall bis zur Ankunft der Eltern nicht die nötigen Maßnahmen zum Schutz des Mädchens ergriffen.”
Die 112 unruafn wearn mir woll no hinkriagn..
Richtiges Urteil

falschauer
1 Monat 3 Tage

geld kann niemals ein verstorbenes kind ersetzten, tatenlos zuschauen und das vorgefallene einfach hinnehmen, wäre jedoch unverzeihlich

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Falschy@

Was, wenn es in Afghanistan passiert wäre?

Garnichts wäre passiert, da es sich um ein Mädchen handelt, bei einem jungen wäre es etwas anders gewesen.

Die Eltern hatten Pech und Glück (Geld) zugleich.

Die einzige, die die Arschkarte gezogen hat war das Mädchen, dass seit 12 Jahren tot ist.
Armes Kind. R.I.P.

Ps. Ich bin dort zur Schule gegangen, lang ist es her.

So ist das
1 Monat 3 Tage

12 Jahre ? Noch langsamer ging es wohl nicht 🤔

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