Tragödie in Bozen - Eltern wenden sich an Anwälte

Vierjähriger ertrunken: War die Absperrung Schuld?

Freitag, 04. September 2020 | 11:18 Uhr

Bozen – Nicht mehr als 15 Sekunden haben die Eltern ihr Kind aus den Augen verloren. Doch genau in dieser Zeitspanne hat sich die Tragödie ereignet. Wie berichtet, ist im Freibad in Bozen Anfang Juli ein Vierjähriger ertrunken. Während die Staatsanwaltschaft weiterhin wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt ermittelt, haben sich nun auch die Eltern einen Anwalt genommen, schreibt die Tageszeitung Alto Adige.

Dem zuständigen Richter haben die Eltern erklärt, dass sie ihren Sohn nur wenige Sekunden aus den Augen verloren hätten. Weil es zu regnen angefangen hatte, hätten sie die Handtücher und ihre Sachen vom Boden aufgehoben und zusammengeräumt.

Neben den Eltern haben die Ermittler auch die Bademeister vernommen. Den Unterlagen zufolge scheint die Staatsanwaltschaft bislang noch keine Verantwortlichen ausgemacht zu haben. Die Familie hat sich unterdessen allerdings an die beiden Anwälte Marco Ferretti und Donatella Campostrini gewandt.

„Die Untersuchung hat einige kritische Punkte ans Tageslicht gebracht, die unserer Ansicht nach hervorgehoben werden sollten“, erklärt Ferretti laut Alto Adige. Der erste Punkt betrifft das Becken, in dem das Kind ertrunken ist. Ein Teil des Beckens sei zwar geschlossen gewesen. Trotzdem habe sich Wasser darin befunden und kein Bademeister habe darüber gewacht, betont der Anwalt. „Unserer Ansicht nach hätte eine Überwachung stattfinden müssen.“

Auch was die Absperrung des geschlossenen Bereichs anbelangt, gibt es offenbar Fragezeichen. Den Anwälten zufolge standen die einzelnen Teile der Sperre rund einen halben Meter voneinander entfernt und waren lediglich mit einer Plastikkette verbunden. „Vermutlich ist das Kind beim Spielen darunter durchgekrochen und anschließend in das Becken gestürzt. Von den Badegästen hat niemand etwas bemerkt. Aber das Becken war auch nicht mit einem Bademeister besetzt“, erklärt der Anwalt.

Die Verteidiger heben den Zeigefinger auf die Zuständigen für die Sicherheit. Damit sind weniger die Bademeister gemeint, als vielmehr diejenigen, die für die Planung verantwortlich sind. Den Anwälten zufolge nach müsse dafür gesorgt werden, dass der Zugang zu einem gesperrten Bereich des Beckens auch effektiv nicht möglich ist – schon gar nicht für ein Kind.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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20 Kommentare auf "Vierjähriger ertrunken: War die Absperrung Schuld?"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Gscheida
Gscheida
Tratscher
26 Tage 8 Min

Sehr, sehr tragisch und traurig –  aber mit dieser Klagerei wird ihr Kind auch nicht wieder lebendig! Immer muss ein Schuldiger gefunden werden, Verantwortungen werden hin- und hergeschoben! Kein Wunder, dass heutzutage niemand mehr einen Posten mit Verantwortung übernehmen will! Das Wort “Eigenverantwortung” wird in 20 Jahren mit Sicherheit aus allen Wörterbüchern gestrichen sein!

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
25 Tage 22 h

👏👍

genau auf den Punkt gebracht

lasset Kinder nie aus den Augen

echt,
EIGENVERANTWORTUNG ist angebracht

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
25 Tage 21 h

@Ninni
lasset die Kinder nie aus den Augen…. an Gscheidheit nicht mehr zu toppen!

Missx
Missx
Kinig
25 Tage 16 h

@gscheida
Man möchte fast meinen, einige Menschen wären den trauernden um ihren Schadensersatz neidig.

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
25 Tage 23 h

Tragisch ein Kind so zu verlieren. Aber bringt das was ? Kann man damit Trauer besser bewältigen ? Wenn man die Schuld bei anderen sucht, ist dann die Trauer, der Verlust weniger ?
Leider ist es immer so, Kinder sind schnell, da nützen wenige Augenblicke und man verliert sie aus den Augen.

Missx
Missx
Kinig
25 Tage 22 h

@storch
Ich würde auch Schadenersatz klagen wenn es irgend wie ginge.

Orchidee
Orchidee
Neuling
25 Tage 15 h

@Missx bring dir dein Kind auch nicht mehr zurück und das Geld was du vielleicht bekommst landet dann eh bei den Anwälten

Spax
Spax
Neuling
25 Tage 23 h

So schlimm der Unfoll a isch, man lott uanfoch kuan Kind a Sekunde  aus die Augen in an Schwimmbod, erst recht nit  wenn es nit schwimmen konn.

wouxune
wouxune
Superredner
25 Tage 23 h

Aso über ein geschlossenen Becken muss ein Bademeister wachen??

natan
natan
Superredner
25 Tage 5 h

wenn trotzdem ein Bademeister über den geschlossenen Pool wachen muss, braucht man es ja nicht zu schließen. Tut mir echt leid, aber irgendwo fängt auch die Eigenverantwortung an und so schlimm manche Unfälle auch sein mögen, sie passieren einfach. Man kann nicjt immer alles unter Kontrolle haben.

Nik1
Nik1
Superredner
25 Tage 2 h

@natan das stimmt ich habe selber sehr lebhafte Kinder die gerne Abenteuer erleben. Ich danke jeden Tag dass nie etwas schlimmeres passiert. Es braucht manchmal nur ein paar Sekunden dass ein Unfall passiert. Jeder der selber Kinder hat weiß das man nicht 24 Stunden 7 Tage die Woche auf den Kindern hocken kann. Es ist sehr schlimm was passiert ist ich drücke den Eltern mein Beileid sie haben genug daran zu beißen dass ihr Sohn nicht mehr da ist.

Sag mal
Sag mal
Kinig
25 Tage 22 h

liegt die Verantwortung nicht bei den Eltern??

Freiheit
Freiheit
Grünschnabel
25 Tage 22 h

das Becken hätte komplett abgesperrt sein, so daß keine Kinder hineinkommen können …es ist unmöglich Kinder keine Sekunde aus den Augen zu lassen

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
25 Tage 21 h

du sagst es! Alles andere ist Schönrederei, Gscheidsein und total Realitätsfremd!

Rosenrot
Rosenrot
Tratscher
25 Tage 21 h

So tragisch die Sache auch ist, Tatsache ist, dass ein Elternteil auf das Kind hätte aufpassen müssen, während das andere sich um die Badesachen kümmert. Ein Kind darf in Wassernähe niemals aus den Augen gelassen werden, auch für 15 Sekunden nicht.

Missx
Missx
Kinig
25 Tage 16 h

@rosenrot
Das sagen Turboeltern – die besten Eltern auf dem Planeten. Alle Eltern, die ihre Kinder durch einen Unfall verlieren haben es nicht verdient Eltern zu sein?
Eine Turbomami aus der Nachbarschaft rast durch unsere Straße – mich sieht sie schräg an wenn ich mit 30 daher komme als wollte ich sie und ihren Nachwuchs auslöschen.

Ruffy
Ruffy
Neuling
25 Tage 23 h

Das ist Kind ertrunken isch ist Tragisch kein Kommentar obo muss immer a Schutigo san? A so oschbern daß niemand durchkimb isch schwierig und koschtit Niemand will odo kon a hafn zohl obo donoch olla gscheide

Wia moansch
Wia moansch
Grünschnabel
25 Tage 19 h

na moment amol… seid eh und je sind Becken mit einer Platikkette als gesperrt gekennzeichnet, also sichtbar. wiso sollte sich dann ein Bademeister aufhalten?? Das Becken ist gesperrt und basta. Was soll der Basemeister ins Leere schauen? Kinder sind wahnsinnig schnell, so schnell kann man kaum oft schauen.
Mir tun die Eltern wircklich leid, aber diese Klagerei und nur damit man einen Schuldigen findet um das eigene Gewissen zu beruhigen ist meines Erachtens der falsche Weg um.

newin
newin
Neuling
25 Tage 20 h

Die eltern werden sich den rechtsanwalt wohl auch genommen haben um nicht selber wegen fahrlässigkeit angeklagt zu werden. Für die bademeister ist es in einem becken auch schwierig jeden badegast zu beaufsichtigen. Im schlecht abgesperrten becken hätte man das wasser auslassen können. Welche eltern haben noch NIE ihr kind für wenige sekunden aus den augen verloren? Viele unglückliche zwischenfälle die zu einer schrecklichen tragödie geführt haben.

Diezuagroaste
Diezuagroaste
Tratscher
25 Tage 2 h

Ein kleines Kind ist schneller, als man oft schauen kann. Und es schlüpft überall durch.
Die Eltern werden ein Leben lang trauern, furchtbar.
Aber in letzter Konsequenz muss ich sagen, Schwimmflügerl waren bei uns Usus, diese hätten dem Kind das Leben gerettet.

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