Trauerbewältigung für verwaiste Eltern

„Wenn das Kind sich das Leben nimmt“

Donnerstag, 08. Oktober 2020 | 09:54 Uhr

Nals – „Mit der Nachricht vom Suizid des eigenen Kindes befinden sich Hinterbliebene plötzlich in einer nicht vorstellbaren, traumatischen Situation. Unmittelbar nach dem ersten Schock werden sie förmlich gequält von Fragen wie: Warum? Weshalb haben wir nichts bemerkt? Sind wir schuld?“, erklärt Freya von Stülpnagel, die genau weiß, wovon sie spricht Nach dem Suizid ihres Sohnes musste die ehemalige Juristin erst lernen, mit dem Verlust zu leben. Jetzt steht sie als Trauerbegleiterin Menschen bei, die ein ähnliches Schicksal erfahren haben. Auf Einladung der Caritas Hospizbewegung gestaltet von Stülpnagel am 6. und 7. November im Bildungshaus Lichtenburg ein Wochenend-Seminar für Eltern, die ein Kind durch Suizid verloren haben. Am Vorabend, den 5. November hält sie einen Vortrag, der für alle Interessierten offen ist. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenlos. Die Anmeldungen dazu haben jetzt begonnen.

„Wir dürfen darüber sprechen. Wir dürfen trauern, wir müssen es sogar, um mit dem Verlust leben zu lernen“, sagt Freya von Stülpnagel, die selbst einen Sohn durch Suizid verloren hat. Sie weiß, wie schwer es ist, mit so einem Schicksalsschlag umzugehen und hat selbst erfahren, wie hilfreich es sein kann, sich mit Menschen auszutauschen, die dasselbe durchmachen müssen. Die ehemalige Juristin hat damals ihr Leben völlig umgekrempelt. Seit nunmehr über 20 Jahren wirkt sie als Trauerbegleiterin und Autorin. Sie ermutigt Betroffene, offen mit dem Suizid umzugehen und Trauer zuzulassen – besonders auch gemeinsam mit Menschen, die dieselbe Katastrophe erlebt haben.

Am ersten Wochenende im November ist Freya von Stülpnagel auf Einladung der Caritas Hospizbewegung in Südtirol zu Gast. Am Freitag, den 5. November hält sie im Bildungshaus Lichtenburg in Nals um 20 Uhr einen Eröffnungsvortrag, an dem alle Interessierten teilnehmen können. Am 6. und 7. November ein Wochenend-Seminar zum Thema „Wenn das Kind sich das Leben nimmt“. Es richtet sich ausschließlich an Eltern, die ihr Kind durch Suizid verloren haben.

Beide Veranstaltungen werden in deutscher Sprache abgehalten. Die Teilnahme daran ist kostenlos, eine Anmeldung aber erforderlich. Wer am Vortrag oder am Wochenend-Seminar teilnehmen, oder nähere Informationen dazu einholen möchte, ist gebeten, sich innerhalb 25. Oktober 2020 bei der Caritas-Hospizbewegung unter Tel. 0471 304 370 oder hospiz@caritas.bz.it zu melden.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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5 Kommentare auf "„Wenn das Kind sich das Leben nimmt“"


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elvira
elvira
Universalgelehrter
16 Tage 20 h

über suizid muas endlich offen gesprochen werdn a in den medien…. ah na, weil wenn jedn tog stott die coronazahln die suizide aufscheinen zoag sel auf dass mir als gesellschaft total versogen. corona schofft des nou zu vertuschn, weils seid a holbn johr kuan onders thema gib..

ma che
ma che
Superredner
16 Tage 19 h

Dass über Suizide nicht in den Medien berichtet wird, wurde deshalb so abgemacht, da es früher bei Berichten sofort Nachahmer gab.

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
16 Tage 18 h

In den 90ger haben sich 3 Burschen im Auto mit den Abgasen in Südtirol das Leben genommen. Dieser Suizid hat viele dazu animiert und es gab eine Welle von Jugendlichen in Italien und auch Europa, welche sich auf dieselbe Art das Leben genommen haben.
Seitdem berichten die meisten Medien nicht mehr über Suizide. Dadurch, dass nicht mehr berichtet wurde, ging diese Art des Suizides stark zurück.

elvira
elvira
Universalgelehrter
16 Tage 17 h

@ma che
früher isch nit heute und sel isch totaler quatsch… lai weil i in dar zeitung lies,dass sich jemand umgebrocht hot, tua is nit a! im gegenteil, wenn men in artikel so verpackt dasses a a ausweg gib und untern artikel adressen fa niederschwellige einrichtungen ungib oder telefonnummern glab i tat sel viel mear helfn als des totzuschweigen. weil es gefühl mit de gedonken alluan zusein isches schlimmste glab i.
ps :ansichten, meinungen, studien und ärztluche/psychologische erkenntnisse ändern sich zum glück. a beim thema suizid sollte sel dar foll sein

eisern
eisern
Grünschnabel
16 Tage 10 h
Ich arbeite in der Psychiatrie und bei uns hat sich letztens leider jemand umgebracht. Das war nicht in der Zeitung und taucht auch nirgends auf. Früher hatten wir einen Raum für Verstorbene, jetzt kommt der Bestatter und nur direkte Pflegekräfte merken das. Dieses Tabu hilft niemandem. Und wegen der Nachahmung müsste die Presse ja nicht Konkretes veröffentlichen. Es gibt leider sehr viele Menschen die keinen Ausweg mehr sehen. Die Angehörigen brauchen dringend Hilfe da sie oft eine Schuld bei sich verorten. Da muss mehr passieren und es gehört nicht versteckt. Je kranker die Gesellschaft desto mehr Tote. Haltet zusammen und… Weiterlesen »
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