Carabinieristreifen überwachen alle Zufahrten – VIDEO

Coronavirus: Abgeriegelte Geisterstädte ohne Leben

Montag, 24. Februar 2020 | 08:23 Uhr

Codogno/Vo’ Euganeo – Mit drastischen Maßnahmen versucht die italienische Regierung, die rasante Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 aufzuhalten. Während die Zahl der Infizierten am Sonntag die Hundertfünfzigermarke überschritt, rückten am Nachmittag erste Streifen der Carabinieri aus, um in Umsetzung des Regierungsdekrets, das die Abriegelung der betroffenen Gemeinden vorsieht, alle Zugänge zu den von der Coronavirusepidemie betroffenen Gebieten zu kontrollieren.

Diffusione CoronaVirus:oltre 100 i Carabinieri complessivamente inviati nelle province italiane più colpite, istruiti…

Pubblicato da Carabinieri su Domenica 23 febbraio 2020

In den betroffenen Gemeinden in der Umgebung von Lodi in der Lombardei sowie in Vo’ Euganeo, wo das erste italienische Coronavirus-Opfer verzeichnet worden war, herrschte am Sonntag gespenstische Ruhe. In Codogno, jener Kleinstadt in der Provinz Lodi, aus der die ersten Coronavirus SARS-CoV-2019-Patienten gemeldet worden waren, kam genauso wie in den betroffenen Nachbarorten das öffentliche Leben komplett zum Stillstand. Auf Anordnung des Bürgermeisters, der seinerseits Anweisungen des Gesundheitsassessorats der Lombardei sowie der Präfektur umsetzte, wurden Kindergärten, Schulen und alle anderen öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken geschlossen. Auch der Wochenmarkt sowie alle Sportveranstaltungen, die sonst Tausende von Einwohnern aus dem Umland anzogen, wurden in der Folge abgesagt. Auf die Anordnung der Gemeinde hin wurden auch alle öffentlich zugänglichen Orte wie Kinos, Bars, Restaurants und Gaststätten geschlossen. Die Bürger hingegen wurden dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben.

Schon kurze Zeit nach dem Inkrafttreten der drastischen Maßnahmen war in den Straßen von Codogno, die gerade am Wochenende sonst voller Leben waren, kaum mehr als eine Handvoll Menschen zu sehen. Die wenigen, zumeist mit einer Gesichtsmaske ausgestatteten Bürger, die sich auf die Straße wagten, taten dies, um ihre heimischen Vorräte aufzufüllen. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Supermärkte ihrerseits ihre Tore geschlossen hatten, erwies sich dies als schwierige Aufgabe. Die wenigen offenen Bäckereien im Zentrum von Codogno mussten ihren vielen Kunden bereits am Vormittag mitteilen, dass ihnen das Brot ausgegangen war.

Il cronista di Qn-Il Giorno vive nel paese in quarantena. "La gente fa scorta di cibo. Strade deserte, il silenzio è rotto solo dalle ambulanze"

Pubblicato da Il Giorno su Domenica 23 febbraio 2020

Gleich wie die Bäckerei verzeichnete auch die Metzgerei am Freitag und am Samstag Rekordumsätze. Angesichts der fortdauernden Isolation der betroffenen Gemeinden – so die Inhaber der Metzgerei – versuchten die Menschen, mit Hamsterkäufen Vorräte anzulegen. Ein ähnliches Bild herrschte am Sonntag in Vo’ Euganeo, wo seit dem Bekanntwerden des ersten italienischen Todesopfers und dem Vorhandensein von mindestens 16 Infizierten ebenfalls drastische, die persönliche Freiheit stark einschränkende Maßnahmen ergriffen wurden. „Wir werden die Gemeinde hermetisch abriegeln müssen“, so der Bürgermeister nach der am Sonntag stattgefundenen Sitzung mit der Präfektur von Padua.

Am Sonntagnachmittag begannen erste Einheiten der Carabinieri damit, das Regierungsdekret, das die Abriegelung aller betroffenen Gemeinden vorsieht, alle acht Zugänge von Vo’ Euganeo zu kontrollieren. Um die Versorgung der Wohnbevölkerung, die dazu aufgerufen wird, in den Häusern zu bleiben, sicherzustellen, wird beim Geschäft im Ort eine Lebensmittelausgabestelle eingerichtet. In weit größerem Stil wurden für die von der Coronavirusepidemie betroffenen Gebiete südlich von Lodi ähnliche Maßnahmen getroffen. Wie die Carabinieri mitteilten, rückten am Sonntag die ersten 100 Carabinieri zum Einsatz aus. Zur Überwachung der insgesamt 35 Zugänge der betroffenen Gemeinden in der Umgebung von Lodi werden sich zu ihnen 500 Polizisten und Einheiten des italienischen Heeres gesellen.

Mit diesen drastischen Maßnahmen hofft die Regierung Conte, ein Übergreifen der Coronavirusepidemie auf die Millionenstadt Mailand und auf die großen Zentren in Norditalien, wie unter anderem die Touristenhochburg Venedig, zu vermeiden. Einige Experten hingegen meinen, dass die Chance, die Epidemie erfolgreich einzudämmen, immer kleiner wird. Der bekannte Immunologe Roberto Burioni, der unter anderem bereits im Januar für alle aus China Einreisenden die Verhängung der Quarantäne gefordert hatte, sah sich durch die Maßnahmen der Regierung in seiner Meinung bestätigt. Ob die drastischen Maßnahmen Erfolg zeitigen, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Attenzione a chi, superficialmente, dà informazioni completamente sbagliate. Leggete i numeri. Ovviamente il numero di…

Pubblicato da Medical Facts di Roberto Burioni su Domenica 23 febbraio 2020

 

 

Von: ka

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