Hundert junge Eichen gepflanzt

Das besondere Hochzeitsgeschenk: Jeder Gast „adoptiert“ einen Baum

Dienstag, 18. Oktober 2022 | 08:00 Uhr

Vicopisano – Ein Hochzeitspaar aus der Kleinstadt Vicopisano bei Pisa, Mirko Palazzetti und Vanessa Noirjean, hatte eine ganz besondere Idee, um ihren schönsten Tag des Lebens zu feiern und gleichzeitig ihrer Dorfgemeinschaft und der Umwelt etwas Gutes zu tun. Sie kauften hundert Eichenbäumchen und baten jeden der hundert geladenen Hochzeitsgäste einen der Setzlinge zu „adoptieren“.

Aus der Pflanzung der jungen Eichen, die der Dorfgemeinschaft von Vicopisano geschenkt wurden, wurde ein Fest, das jenem der im August stattgefundenen eigentlichen Hochzeit in nichts nachstand.

Facebook/Comune di Vicopisano

„Glücklich sein heißt teilen“, heißt das Motto eines frischvermählten Paares, Mirko Palazzetti und Vanessa Noirjean, aus Vicopiano bei Pisa in der Toskana. Mirko Palazzetti und Vanessa Noirjean hatten die überraschende Idee, anlässlich ihres schönsten Tages im Leben ihrer Gemeinschaft hundert kleine Bäumchen zu schenken.

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Ihre Freunde und Verwandten, die nichts vom Projekt ahnten, staunten nicht schlecht, als sie zusammen mit den Geschenken eine Karte mit dem Titel „Ein Baum für jeden Gast“ erhielten. „Dieser Tag ist noch nicht zu Ende. Er ist erst der Anfang einer wunderbaren Reise des Lebens. Jeder von Euch ist in gewisser Weise Teil unserer Reise, und deshalb haben wir beschlossen, ein wichtiges Projekt ins Leben zu rufen und Euch dabei als Helfer zu gewinnen. Unter der Schirmherrschaft der Gemeinde von Vicopisano haben wir beschlossen, für jeden Gast einen Baum zu pflanzen“, lautete das Kärtchen, das jeder Gast auf seinem Tisch fand.

Nachdem sie die hundert Eichensetzlinge erworben hatten, gaben Vanessa und Mirko ihren Gästen Anweisungen, wie sie ihre großartige Idee umsetzen würden. Kaum zwei Monate nach der eigentlichen Hochzeit im August wurde der Traum des Hochzeitspaars am letzten Samstagvormittag Wirklichkeit.

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In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Konsortium 1 Toscana Nord, das mit dem Ingenieur Lorenzo Fontana vertreten war, der Genossenschaft Arnera und Giacomo Conti vom Urlaub auf dem Bauernhof Villa Fiona pflanzten das Paar und ihre hundert Gäste die von ihnen „adoptierten“ Eichensetzlinge.

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„Es war ein sehr gut besuchtes Fest. Viele Menschen und besonders die Kinder darunter freuten sich, am wunderbaren Projekt von Vanessa und Mirko teilzunehmen und die Bäumchen in die Erde zu pflanzen. Es handelt sich um einen Akt der Liebe und Wertschätzung für unser Gebiet und um eine äußerst großzügige Geste, die sich harmonisch in die Vision unserer Gemeindeverwaltung einfügt, von der bereits 700 Bäume gesetzt wurden. Wir begrüßten und unterstützten das Projekt der Frischvermählten mit Überzeugung und Begeisterung und hatten das Privileg, einige Eichensetzlinge zu pflanzen und an der Feier teilzunehmen“, betonen der Bürgermeister von Vicopisano, Matteo Ferrucci, und der Gemeindeassessor für Jugendpolitik, Juri Filippi.

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Der Ort, an dem die Setzlinge gepflanzt wurden, ist eine Art „Baumschule“, wo die jungen Eichenbäumchen die nächste Zeit jede erdenkliche Pflege und Aufmerksamkeit erhalten werden, um gedeihen zu können. In etwa zwei Jahren werden sie dann an verschiedene Standorte des Gemeindegebiets verlegt werden. Für diese Umsetzung werden Vanessa und Mirko wieder ein „Baumfest“ planen.

„Wir haben nichts weiter getan, als eine Idee in die Tat umzusetzen“, erzählen Mirko und Vanessa. Der Mann, der als Gärtner arbeitet, und seine Frau, die Krankenpflegerin auf der Neugeborenen-Intensivstation ist, fügen hinzu, dass „dank der Hilfe unserer Freunde und Verwandten die originelle Idee noch schöner und lebendiger wurde“.

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„Unsere Ehe ist die Frucht einer Verbindung, die bereits verloren schien, und sie ist der Beweis dafür, dass das Licht am Ende des Tunnels immer wiederkehrt. Wenn das Leben einem all das gibt, ist es nur richtig, etwas Handfestes und Greifbares zurückzugeben. Das Baumprojekt wurde ins Leben gerufen, um den kommenden Generationen etwas Sichtbares und Nützliches zu hinterlassen. Das ist vielleicht das Nützlichste, was es gibt, und etwas Echtes für alle Lebensformen, die mit uns zusammen unsere Existenz teilen. Wir werden gehen, aber diese Eichen werden bleiben“, beschreiben Vanessa und Mirko die Philosophie, die hinter dem „Hochzeitsbaumprojekt“ steht.

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Die faszinierende Idee des Hochzeitpaars aus der Toskana könnte auch von Südtiroler Paaren aufgegriffen werden. Jede Gemeinde würde sich freuen, wenn sie von einem Paar junge Bäumchen geschenkt bekäme.

 

Von: ka

Kommentare

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4 Kommentare auf "Das besondere Hochzeitsgeschenk: Jeder Gast „adoptiert“ einen Baum"


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Staenkerer
1 Monat 15 Tage

a supper schiene idee!
i wünsch dem paar das ihre ehe genauso storke wurzen wie a eiche hot damit se olle unbilden des gemeinsamen lebens übersteht und a gleich ausladende, schützend krone wie der bam, schützend für sich, für ihre kinder und enkel!
tanti auguri!

Zugspitze947
1 Monat 15 Tage

Eine sehr gute Idee,da kann man dem Brautpaar gerne gratulieren ❤ Alles Gute für die Zukunft ❤👌 Unsere Eiche steht schon 3 Jahre im Garten und ist inzwischen über 2 meter hoch 👌😊

Zussra
Zussra
Tratscher
1 Monat 15 Tage

Sowos hättn di hiesign Wäldo wo a bitter nötig!

schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 13 Tage

@Zussra
Leider gehen die Uhren in Südtirol aber anders🙈
Ein Beispiel: Auwälder entlang von Flüssen machen hierzulande nur mehr 0,6 Prozent der gesamten Waldfläche aus. Nichtsdestotrotz will man den Brixner Auwald, seines Zeichens auch der letzte grosse Auwald am Eisack, für ein 3D-BETON-Drucker-Gebäude der Firma Progress roden. Und um dies zu erreichen, will man jetzt sogar noch sogenannte Farce-Gutachten erstellen lassen, worin die Ausgleichsmassnahmen (Erweiterung der Millander Au in eine Bauschutt- bzw. Mülldeponie) höher eingestuft werden sollen, als ein über Jahrhunderte gewachsener Auwald🙏
Überlasse den Lesern das Urteil!
PS. Im Auwald in der Industriezone zieht langsam der Herbst ein….

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