Von: Lukas Unterkofler
Lago Maggiore – Die anhaltende Trockenheit setzt dem Lago Maggiore immer stärker zu.
Innerhalb einer Woche hat der See rund sieben Prozent seines Wasservolumens verloren. Der Pegel liegt inzwischen bei 40 Zentimetern unter dem hydrometrischen Nullpunkt von Sesto Calende. Das hat spürbare Folgen für Natur, Schifffahrt und Trinkwasserversorgung.
Vor allem am lombardischen Ufer zwischen Monvalle, Brebbia und Taino hat sich die Wasserlinie deutlich zurückgezogen. Große Sand- und Kiesbänke sind freigelegt, zahlreiche Stege können nicht mehr genutzt werden und etliche Boote liegen bereits auf dem Seegrund.
Auch auf piemontesischer Seite verschärft sich die Lage. Die Regionalregierung bereitet die Ausrufung des Notstands vor und hat den Betreiber der Wasserkraftwerke aufgefordert, möglichst viel Wasser aus den Stauseen abzugeben, um Landwirtschaft und Wasserversorgung zu unterstützen. Besonders die Reisfelder benötigen in den kommenden Tagen noch ausreichend Wasser, damit die Ernte nicht gefährdet wird.
Sollte der Pegel auf minus 50 Zentimeter sinken, müsste das Wehr in Sesto Calende nach den geltenden Vorschriften geschlossen werden.
Zunehmend betroffen ist auch die Trinkwasserversorgung. Mehrere Gemeinden im Verbano-Cusio-Ossola melden sinkende Reserven und Versorgungsprobleme. Teilweise mussten Tankwagen eingesetzt, Wasserbeutel verteilt und nächtliche Abschaltungen des Leitungsnetzes vorgenommen werden, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.
Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Wasser sehr sparsam zu verwenden. Das Bewässern von Gärten, das Waschen von Fahrzeugen sowie andere nicht notwendige Wasserverbräuche sind in vielen Gemeinden bereits untersagt.




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