OnlyFans-Model soll 422.000 Euro am Fiskus vorbeigeschleust haben

Fette Gewinne – keine Steuern

Donnerstag, 25. Juni 2026 | 08:24 Uhr

Von: luk

Venedig – Mit freizügigen Inhalten im Internet erzielte eine junge Frau aus dem Raum Venedig innerhalb weniger Jahre Einnahmen von mehr als 422.000 Euro – Steuern soll sie dafür jedoch nie bezahlt haben. Die Finanzpolizei deckte nun die mutmaßliche Steuerhinterziehung auf.

Die Frau, die noch keine 30 Jahre alt ist und aus Osteuropa stammt, lebt im Raum Mestre und veröffentlicht seit 2021 kostenpflichtige Inhalte auf Plattformen wie OnlyFans, berichtet der Corriere della Sera. Mit ihrer Online-Präsenz erreichte sie nach Angaben der Ermittler rund 350.000 Follower und mehr als 73 Millionen Aufrufe. Zusätzliche Reichweite verschaffte sie sich über soziale Netzwerke wie Instagram.

Die Untersuchungen der Finanzpolizei von Venedig laufen seit Anfang 2026. Mithilfe von Daten, die digitale Plattformen im Rahmen einer EU-Richtlinie an die Steuerbehörden melden müssen, konnten die Beamten die Einnahmen der sogenannten „Digital-Unternehmerin“ rekonstruieren. Das Ergebnis: Mehr als 422.000 Euro sollen über einen Zeitraum von rund fünf Jahren nicht versteuert worden sein.

Neben der Nachzahlung von Sozialabgaben sowie direkten und indirekten Steuern droht der Frau auch die sogenannte „Ethiksteuer“. Dabei handelt es sich um einen in Italien vorgesehenen Steueraufschlag von 25 Prozent auf Einnahmen aus der Produktion und Vermarktung pornografischer Inhalte.

Der Fall ist kein Einzelfall. Erst vor wenigen Wochen wurde im Raum Rovigo gegen eine 27-Jährige ermittelt, die auf derselben Plattform Einnahmen von rund 270.000 Euro nicht angegeben haben soll. Nach Einschätzung der Finanzpolizei geraten digitale Geschäftsmodelle und insbesondere kostenpflichtige Online-Inhalte zunehmend in den Fokus der Steuerkontrollen. Die Behörden reagieren damit auf die wachsende Bedeutung der digitalen Wirtschaft und die Verlagerung zahlreicher Geschäftsaktivitäten ins Internet.

 

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