Doch ihr Nudelgericht wurde „Francesca” zum Verhängnis – VIDEO

Gefährliche Spaghetti: “Tinder-Starköchin” betäubt Mann beim Abendessen

Donnerstag, 16. April 2026 | 07:08 Uhr

Von: ka

Turin/Venaria Reale – Eine 49-jährige Frau, die sich auf der Dating-Website Tinder „Francesca“ nannte, hatte eine besondere Masche, um auf der bekannten Partnersucheseite auf Männerfang zu gehen. „Francesca“, die sich auf Tinder als Starköchin ausgab, bot den zumeist älteren Herren ein „Gourmet-Abendessen“ an, zu dem sich gegebenenfalls ein „netter Abend“ hinzugesellen könnte.

Schade nur, dass das versprochene Abendessen auf Sternekücheniveau allein dem Zweck diente, die ahnungslosen Opfer mit Benzodiazepinen zu betäuben, um sie anschließend aller ihrer wertvollen Habseligkeiten zu berauben. So erging es einem 68-Jährigen aus Venaria Reale vor den Toren Turins. „Francesca“ betäubte ihn und raubte ihn aus, doch die Spaghetti, die sie gekocht hatte und die dem älteren Mann einen „Filmriss“ verschafften, verrieten sie. Nach umfangreichen Ermittlungen nahmen die Carabinieri die 49-Jährige und ihren 63-jährigen Komplizen fest.

Auf der Dating-Website Tinder gab sie sich als „Francesca“, eine „professionelle Köchin, die erstklassige Abendessen zubereiten kann“, aus. In Wirklichkeit heißt sie Ester Giglio. Mit dieser Masche sicherte sie sich am Abend des 6. Februars ein Date bei einem 68-jährigen Mann in Venaria Reale, einem Vorort von Turin. Der ältere Mann, der sich auf ein gelungenes Abendessen freute und vielleicht auch im Herbst seines Lebens auf eine neue Beziehung hoffte, tappte ahnungslos in ihre Falle. Er lud die Frau zu sich nach Hause ein und ließ sich von ihr ein Spaghetti-Gericht zubereiten. Gerade diese Kochkunst, mit der sie auf der Dating-Website so sehr geprahlt hatte, war der Trick, um ihre Opfer zu betäuben, bevor sie ausgeraubt wurden.

Facebook/Carabinieri

Es war der Sohn des 68-Jährigen, der bemerkte, dass etwas nicht stimmte, und Alarm schlug. Da er seinen Vater nicht erreichen konnte, wandte er sich an die Carabinieri. Als diese zusammen mit den Rettungskräften und dem Sohn in die Wohnung eindrangen, fanden sie den Mann betäubt in seinem Schlafzimmer vor. Der ältere Mann wurde von den Rettungskräften erstversorgt und zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Derweil stellten die Carabinieri fest, dass der 68-Jährige Opfer eines Raubüberfalls geworden war: Aus dem Haus fehlten eine wertvolle Uhr, 10.000 Euro in bar sowie Dokumente und Kreditkarten.

Carabinieri Torino

Den ersten entscheidenden Anstoß für die Ermittlungen gab ausgerechnet der Topf mit den Spaghetti, der noch auf dem Küchentisch stand. Die Nudeln wurden untersucht und es wurden Spuren von Benzodiazepinen gefunden – einem Wirkstoff, der auch im Blut des 68-Jährigen nachgewiesen werden konnte.

In Verbindung mit der Tatsache, dass sich „Francesca” auf Tinder als Meisterköchin ausgab, ermöglichte dieser Zusammenhang den Ermittlern, die Vorgehensweise der dreisten Räuberin zu durchschauen. Die Auswertung der Überwachungskameras, auf denen die Frau zu sehen war, sowie die Rückverfolgung der mit den Kreditkarten des Opfers getätigten Zahlungen bestätigten die Beteiligung eines Komplizen. Dabei handelte es sich um den Lebenspartners der mutamßlichen Räuberin – ein 63-jähriger Mann.

Für die 49-jährige Frau sollte sich die Beraubung des älteren Mannes als doppelter Fehlschlag erweisen, denn die schwere Tat, die bei einer höheren Dosierung oder einer bestehenden Herzschwäche für den 68-Jährigen auch tödlich hätte enden können, kam sie sehr teuer zu stehen.

Carabinieri Torino

Die Ermittler fanden nämlich heraus, dass sie nur vorgab, körperlich eingeschränkt zu sein. Sie hatte erfolgreich behauptet, aufgrund einer schweren Krankheit auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Dafür hatte sie sogar eine offizielle Anerkennung als dauerhafte Invalidin erhalten.

Überwachungskameras filmten sie jedoch bei ihrer Flucht zu Fuß mit der Beute und entlarvten somit ihre Lüge. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Paares fanden die Carabinieri über 8.000 Euro in bar, Psychopharmaka, die dem Opfer entwendeten Gegenstände sowie auf einen Strohmann registrierte Scheinsmartphones, mit denen Kontrollen umgangen werden sollten. Dank der Überwachung des Paares gelang es den Carabinieri, die Psychopharmaka dem 63-Jährigen zuzuordnen. Diese wurden nämlich von dem Komplizen von „Francesca” gekauft, was von einer Kamera gefilmt wurde.

Carabinieri Torino

Ausschlaggebend für ihre Überführung war ein Manuskript mit einer langen Liste von Zielpersonen, das die Vorsätzlichkeit des Paares bestätigte. In den vergangenen Tagen nahmen die Carabinieri die 49-jährige Frau und den 63-jährigen Mann, die beide in der Gegend von Alessandria wohnen, in Untersuchungshaft. Da es wahrscheinlich ist, dass weitere Männer Opfer des räuberischen Paares geworden sind, setzen die Carabinieri ihre Ermittlungen fort.

Ganz allgemein gilt der Grundsatz, sich auf Dating-Webseiten nicht von allzu verlockenden „Gelegenheiten” blenden zu lassen – im Fall von Venaria Reale zielte die Täterin auf den Magen und das Herz des Opfers ab.

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