Anastasiia Alashri floh vor dem Krieg – VIDEO

Grausamer Femizid: Junge Ukrainerin von Ehemann erstochen

Dienstag, 15. November 2022 | 07:00 Uhr

Fano – Der jungen Ukrainerin Anastasiia Alashri ereilte ein ganz besonders trauriges und grausames Schicksal.

Acht Monate nachdem die erst 23 Jahre alte Frau zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn und ihrem Mann aus der Ukraine geflohen war, um sich und ihr Kind in Sicherheit zu bringen, wurde Anastasiia Alashri Opfer eines grausamen Femizids. Die 23-Jährige wurde von ihrem Mann, von dem sie sich getrennt und den sie wegen Misshandlungen angezeigt hatte, mit drei Messerstichen ermordet. Der Täter, ein 32-jähriger ursprünglich aus Ägypten stammender Konditor, wurde von den Carabinieri am Bahnhof von Bologna festgenommen.

Facebook/Anastasia Alashri

Die Suche nach der jungen Ukrainerin begann am Sonntagvormittag, nachdem Anastasiia Alashri nicht an ihrem Arbeitsplatz – sie arbeitete als Kellnerin in einem Restaurant in Fano in den Marken – erschienen war. Ein Arbeitskollege, der von ihrer schwierigen familiären Situation nach ihrer Trennung von ihrem Mann wusste, schlug Alarm. Anastasiia Alashri war letzten Erkenntnissen zufolge kurz zuvor zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn zu diesem Kollegen gezogen, um mit ihm ein neues Leben zu beginnen. Da die junge Ukrainerin ihren Ehemann erst vor wenigen Tagen – am Freitag, dem 11. November – wegen Misshandlungen angezeigt hatte, befürchteten nicht nur ihr neuer Lebenspartner, sondern alle Arbeitskollegen das Schlimmste.

Verdächtig war insbesondere, dass auch ihr Ex-Mann, von dem sie sich getrennt hatte, unauffindbar war. Ohne Erfolg suchten Suchmannschaften der Carabinieri, der Feuerwehr und des Zivilschutzes die ganze Nacht vom Sonntag auf den Montag hindurch nach der jungen Frau. Zugleich wurde ihr Ex-Mann, mit dem sie zusammen mit ihrem Sohn aus der Ukraine geflohen war, zur Fahndung ausgeschrieben. Am Montag gelang es den Carabinieri, ihren Ex-Mann, der offenbar das Land verlassen wollte, am Bahnhof von Bologna zu stellen und festzunehmen.

Fuggita dalla guerra in Ucraina, uccisa in Italia dal marito

Fuggita dalla guerra in Ucraina, uccisa in Italia dal maritoAnastasia Alashri, 23 anni, era arrivata in Italia per fuggire dalla guerra in Ucraina. L'hanno ritrovata questa mattina senza vita a Fano, sul greto di un torrente. Qualche giorno fa aveva denunciato per maltrattamenti il marito, che ora è in stato di fermo.Valeria Papitto per il Tg3 delle 19 del 14 novembre 2022

Posted by Tg3 on Monday, November 14, 2022

Im Verhör brach der 32-jährige, ursprünglich aus Ägypten stammende Konditor zusammen und gestand, seine Ex-Frau mit mehreren Messerstichen ermordet zu haben. Im Laufe des Verhörs gab er den ermittelnden Carabinieri Hinweise, wo er die Leiche von Anastasiia Alashri liegengelassen hatte. Der Beschreibung des Ortes folgend, wurden am Montagvormittag die sterblichen Überreste der 23-Jährigen in der ländlichen Umgebung von Fano aufgefunden. Neben der Frauenleiche stellten die Ermittler eine Tasche mit Bekleidung und zwei Messer sicher. Laut einer ersten Untersuchung des Gerichtsmediziners wies ihr Körper drei Messerstiche auf.

Einer ersten Rekonstruktion der Carabinieri zufolge war Anastasiia Alashri in die Wohnung ihres Ex-Mannes zurückgekehrt, um von dort einige Bekleidungsstücke abzuholen. Dabei soll es zu einem Streit gekommen sein, in dessen Verlauf der Ex-Mann zu einem Messer gegriffen und damit die junge Frau erstochen haben soll. Ob die Bluttat in der Wohnung oder an einem anderen Ort begangen worden war, ist derzeit noch Gegenstand von Untersuchungen.

Es ist ein besonders trauriges und grausames Schicksal, das Anastasiia Alashri ereilte. Kurz nach dem Überfall der russischen Armee war die 23-Jährige im März zusammen mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Mann, der in der Ukraine als Konditor gearbeitet hatte, aus der Ukraine nach Italien geflohen. Das Zusammenleben zwischen ihr und ihrem Mann in der Fremde war in den folgenden Monaten aber immer schwieriger geworden. Ihrer bei den Carabinieri erstatteten Anzeige zufolge hatte sie der 32-Jährige während eines Streits auch misshandelt.

Facebook/Anastasia Alashri

Besonders stark hatte dem 32-Jährigen, der als sehr eifersüchtig beschrieben wird, wahrscheinlich gestört, dass sich Anastasiia Alashri in Fano ein eigenes Leben aufgebaut hatte. Sie hatte in einem Restaurant in Fano eine Stelle als Kellnerin angenommen und ihrem Talent als Pianistin gefrönt, indem sie Klavierstunden gegeben hatte. Zuletzt hatte sie sich von ihrem Mann getrennt und war in die Wohnung ihres Arbeitskollegen, den sie im Restaurant kennengelernt hatte, gezogen. Ihre Entscheidung, in die Wohnung ihres Ex-Mannes zurückzukehren, um einige ihrer Kleider abzuholen, wurde ihr zum Verhängnis.

„Schockiert und in tiefer Trauer erfuhren wir vom Tod von Anastasia Alashri, die seit Mai dieses Jahres als Kellnerin in unserem Restaurant in Fano arbeitete. Ihr herzliches Wesen und das große Engagement, das sie bei ihrer Arbeit zeigte, erfüllten uns alle mit Freude. Da es ihre große Leidenschaft war, gab sie in ihrer Freizeit Klavierunterricht. Im Namen meiner Familie und meiner Mitarbeiter spreche ich ihren Angehörigen und Freunden unser tiefstes Beileid aus. Sie wird immer in unseren Herzen bleiben“, so der Inhaber des Restaurants „Osteria dalla Peppa“, wo Anastasia Alashri als Kellnerin arbeitete.

Von: ka

Kommentare

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13 Kommentare auf "Grausamer Femizid: Junge Ukrainerin von Ehemann erstochen"


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Brummbaer
Brummbaer
Grünschnabel
16 Tage 22 h

Einfach nur schauderhaft und schrecklich traurig, daß schon wieder eine junge Frau (und Mutter) von so einer wilden Bestie (denn das sind keine Männer!) so gewaltsam aus dem Leben gerissen wurde! Was läuft falsch in unserer Gesellschaft? Vor allem bräuchte es exemplarische Strafen für die Täter! Aber vermutlich liegt das Problem auch in den zu verschiedenen Weltvorstellungen. Die Frau wird bei ihnen als untergeordneter Besitz betrachtet, unsere Werte, sie als freie und gleichberechtigte Partnerin zu respektieren, sind ihnen fremd und inakzeptabel

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 19 h

Eun Grund ist sicherlich, dass Straftaten die Eigentum, Geld usw. betreffen oft höher bestraft werden als Gewalttaten. Außerdem, die Gesellschaft ist verroht, in Worten und Taten!

katinka
katinka
Tratscher
16 Tage 19 h

Einige Italiener sind nicht besser wie man liest. Eifersucht, Trennung. Dann werden die Frauen ermordet.
Gibt es überall

PuggaNagga
16 Tage 12 h

@NG
Genau so ist es. Wehe man betrügt den Staat. Da bekommt man 6 Jahre auf die schnelle.
Aber Gewalttaten werden meist oft hingenommen und lasch bestraft. Besonders bri Straftaten an Frauen und Kinder sind die Urteile milde, um nicht zu sagen, einfach lächerlich.

ieztuets
ieztuets
Superredner
16 Tage 19 h

Unsagbar traurig… “schon einmal angezeigt wegen Misshandlungen” ich verstehe nicht wieso in Gottes Namen eine Frau noch freiwillig und alleine zu ihrem gewalttätigen Ex-Typen in seine Wohnung geht… was soll dann unsere außenstehende Gesellschaft noch gegen so etwas unternehmen???

Hustinettenbaer
16 Tage 15 h

@ieztuets
Ist schwierig zu beurteilen. Sie wollte ja nicht zu dem Schläger zurück, sondern “nur” einige Bekleidungsstücke holen. Und er war in der Wohnung.
Vielleicht wär ihr mit Begleitung nix passiert. Oder es gäb jetzt noch mehr Tote.
Man steckt nicht drin.

melone
melone
Grünschnabel
16 Tage 20 h

armes Kind. Ohne Eltern auswachsen…

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
16 Tage 17 h

Ich bleibe dabei !! Ob Femizid, Maskuzid, Diversozid oder was es sonst noch geben mag. Ein MORD, an Wem und von Wem auch immer begangen, ist immer ! schauderhaft und hat auch immer ! schreckliche Folgen. Da machen weder das biologische Geschlecht noch die sexuelle Orientierung einen Unterschied…

info
info
Superredner
16 Tage 17 h

Jeder Mord ist in seinen Auswirkungen schrecklich, manche aber auch in ihren Ursachen. Daher bleibt mir schwer verständlich, wie man nicht sehen kann, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung in ihrem normalen Alltag deutlich gefährdeter ist, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, als die andere.
Das ist ein ernstes kulturelles Problem. Überall.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
16 Tage 20 h

Sehr trauriger Fall, die Gesellschaft in Italien hat große Probleme. Ist alles auf Ausbeutung, Ausnutzen von Frauen, menefregismo, schlechte Integration und fregatura anderer aufgebaut.

inni
inni
Universalgelehrter
16 Tage 13 h

Wo bleibt die übliche und vielleicht auch gerechtfertigte Forderung von Trina auf eine Strafe drakonischen Ausmaßes?

Trina1
Trina1
Kinig
16 Tage 12 h

inni, so viel Elend da verschlägt es mir manchmal die Sprache! Möge sie Ruhen in Frieden und dem Kind wünsche ich eine liebevolle Zukunft! Er gehört ohne warum und aber 30 Jahre lang hinter Gitter!

ieztuets
ieztuets
Superredner
15 Tage 22 h

@Hustinettenbaer sie hätte sich vergewissern müssen, dass er nicht da ist, was aber schwer möglich wäre und es steht auch nirgends ob sie noch einen Schlüssel hatte… wenn es schon wegen “ein paar Kleidungsstücken” notwendig war, dann nur mit Begleitschutz (am besten Polizei/Carabinieri), das hätte ihr Leben gerettet und er hätte gesehen, dass sie sich zu helfen weiß!

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