Von: luk
Sirmione – Die anhaltende Hitze und der hohe Wasserbedarf der Landwirtschaft lassen den Pegel des Gardasees derzeit deutlich sinken.
Innerhalb von nur zwei Wochen ist der Wasserstand um 13 Zentimeter gefallen – von 95 auf 82 Zentimeter über dem hydrometrischen Nullpunkt.
Das entspricht einem Rückgang von rund einem Zentimeter pro Tag. Etwa die Hälfte davon ist auf die starke Verdunstung infolge der hohen Temperaturen zurückzuführen.
Noch bestehe keine akute Notlage, dennoch beobachten Experten die Entwicklung mit Sorge. Jeder Zentimeter Wasserstand entspricht beim 370 Quadratkilometer großen Gardasee rund 3,6 Millionen Kubikmetern Wasser. Seit Anfang Juli gingen damit bereits fast 47 Millionen Kubikmeter Wasser verloren.
“Der Gardasee steht im Vergleich zu anderen oberitalienischen Seen zwar noch relativ gut da, dennoch müssen wir Wasser sparen”, betont Lucio Ceresa, Sekretär der Comunità del Garda. Der See sei mit rund 62 Prozent seines Fassungsvermögens deutlich besser gefüllt als andere Seen in der Lombardei. Gleichzeitig befinde man sich mitten in der Bewässerungssaison, in der große Wassermengen für die Landwirtschaft benötigt werden.
Um den Pegel zu stabilisieren, wurde die Wasserabgabe über die Staustufe bei Salionze bereits von 75 auf 70 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Die Zuflüsse reichen derzeit jedoch bei weitem nicht aus: Aus dem Sarca und den übrigen Zuflüssen fließen aktuell nur noch rund 25 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den See. Das ist deutlich weniger als die abgegebene Wassermenge.
Auch die interregionale Flussbehörde Aipo sieht die Lage mittlerweile als angespannt an. Mit den geringen Zuflüssen und der starken Verdunstung sei ein rascher Rückgang des Wasserstands unvermeidlich. Ziel sei es, die Wasserversorgung für die Landwirtschaft zumindest bis Mitte August sicherzustellen. Dafür hoffen die Verantwortlichen auf die angekündigten Niederschläge in den kommenden Tagen, die insbesondere über den Fluss Sarca wieder mehr Wasser in den Gardasee bringen könnten.
Während der Gardasee derzeit noch keine kritische Marke erreicht hat, verschärft sich die Situation an anderen Gewässern. Besonders betroffen ist die Etsch, deren Wasserführung laut Behörden derzeit rund 68 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Das bereitet vor allem der Landwirtschaft im Raum Verona zunehmend Probleme.




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