3,6 Millionen Euro teurer Neubau notwendig – VIDEO

Klimawandel hautnah: „Fundament“ der Casati-Hütte schmilzt weg

Freitag, 17. Dezember 2021 | 08:11 Uhr

Santa Caterina Valfurva/Sulden/Martell – Die bei Bergsportlern bekannte und beliebte Casati-Hütte thront einsam zwischen den Tälern von Sulden, Martell und Valfurva in der Ortlergruppe auf 3269 Meter Seehöhe. Ihre einmalige Lage macht die Hütte zum Ausgangspunkt anspruchsvoller Touren, die Bergbegeisterte zu den Gipfeln der Königsspitze, des Ortlers und des Cevedale führen.

Facebook/Rifugio Casati e Guasti mt. 3269

Wenige wissen allerdings, dass die Hütte „leidet“ und „im Sterben liegt“. Der Permafrost, der das „Fundament“ des Gebäudes bildet, schmilzt langsam weg und sorgt dafür, dass die Hütte langsam talwärts rutscht. Auch die Stützen, die auf der Suche nach festerem Halt jedes Jahr verlängert werden müssen, können nicht verhindern, dass sich in den Wänden des Baus immer größere und zahlreichere Risse und Spalten bilden.

Crederci sempre!~Del resto sognar non costa nulla 💥#rifugiocasati

Posted by Rifugio Casati e Guasti mt. 3269 on Sunday, October 31, 2021

Aufgrund der immer prekäreren Statik des Gebäudes sah sich der Hüttenwirt Renato Alberti, der zusammen mit seiner Frau Laura und seinem Sohn Stefano seit vielen Jahren die Casati-Hütte bewirtschaftet, dazu gezwungen, einen Teil der Terrasse abzusperren sowie die Nutzung einiger Zimmer aufzugeben. Niemals hätten die Erbauer der Hütte – die Casati-Hütte war im Jahr 1923 eingeweiht worden – damit gerechnet, dass der Permafrost, der der Hütte jahrzehntelang sicheren Halt gegeben hatte, jemals schmelzen würde. Messungen von Experten ergaben, dass sich das Gebäude innerhalb weniger Jahre 20 Zentimeter talwärts bewegt hatte. Der Klimawandel, dem die alte Casati-Hütte in kleinen Raten langsam zum Opfer fällt, ist unerbittlich. Trotz der Stützmaßnahmen dürfte sich die Geschwindigkeit, mit der die Hütte buchstäblich langsam „verfällt“, infolge der generellen Erwärmung in der Alpenregion weiter beschleunigen.

Facebook/Rifugio Casati e Guasti mt. 3269

„Dies sind die Auswirkungen der globalen Erwärmung. Durch das Auftauen der Oberfläche gerät der Schutt, der den Untergrund der Hütte bildet, in Bewegung. Dadurch entstehen in der Gebäudestruktur Risse, die in letzter Konsequenz zum Einsturz der Hütte führen werden. Diese ernsten Probleme können nur durch einen radikalen Eingriff gelöst werden“, erklärt der Direktor des Nationalparks Stilfser Joch, Alessandro Nardo. „So ist es. Wir haben alles versucht, aber die Hütte bricht langsam zusammen“, so das traurige Fazit des Hüttenwirts Renato Alberti. „Zwei Ecken des Gebäudes geben nach. Risse in den Wänden und Türen, die sich nicht mehr öffnen und schließen lassen, beweisen, dass sich die ganze Hütte langsam, aber stetig zu einer Seite neigt“, fügt Alberti hinzu.

Facebook/Rifugio Casati e Guasti mt. 3269

Die einzig mögliche Lösung besteht darin, die bestehende Hütte abzubrechen und auf sicheren und festen Untergrund in nur 50 Meter Entfernung eine neue und standhaftere Schutzhütte zu bauen. Das Neubauprojekt wurde von Experten bereits ausgearbeitet. Im Einvernehmen mit der Sektion Mailand des italienischen Alpenvereins CAI, der Eigentümer des Bauwerks ist, stellte die Region Lombardei, auf deren Gebiet sich die Hütte befindet, für das ambitionierte Projekt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Der Beginn der Arbeiten ist für das Jahr 2023 geplant.

IL RIFUGIO DELLO STELVIO A RISCHIO CROLLO PER IL GHIACCIO CHE SI SCIOGLIE

IL RIFUGIO DELLO STELVIO A RISCHIO CROLLO PER IL GHIACCIO CHE SI SCIOGLIEIl riscaldamento globale colpisce anche a tremila metri. Accade così che in alta montagna il ghiaccio non regga più un rifugio alpino saldamente costruito lì sopra, nel Parco dello Stelvio, un secolo fa. L'inviato Gabriele Carletti dal Tg3 delle 19 del 14 dicembre 2021

Posted by Tg3 on Tuesday, December 14, 2021

Angesichts der alpinen Wichtigkeit der Hütte, die gleich von drei Tälern – Valfurva, Sulden und Martell – erreichbar ist und Bergliebhabern eine Vielzahl von Tourenmöglichkeiten aller Schwierigkeitsgrade bietet, wurde eine komplette Aufgabe des Standorts nie in Betracht gezogen. Während der Bauarbeiten werden die Besucher allerdings mit der nahe gelegenen und etwas höher liegenden Guasti-Hütte, die normalerweise nur im Winter genutzt wird, vorliebnehmen müssen.

Facebook/Rifugio Casati e Guasti mt. 3269

Zur Freude des Hüttenwirts Renato Alberti, der zusammen mit seiner Frau Laura und seinem Sohn Stefano seit vielen Jahren die Casati-Hütte bewirtschaftet und darüber nachdenkt, sie auch noch in den nächsten Jahren zu führen, wird dank des Neubaus die Casati-Hütte wiederauferstehen.

Facebook/Rifugio Casati e Guasti mt. 3269

Moderne Bautechnik wird es möglich machen, dass auch für viele Bergsteiger der Traum, von einer neuen Hütte aus zu den Gipfeln der Ortlergruppe aufzubrechen, in Erfüllung gehen wird. Nicht nur im Ortlergebiet, sondern im ganzen Alpenraum bereitet der Klimawandel große Sorgen. Mit schmelzenden Gletschern, die den alpinen Wasserhaushalt schädigen, und häufigeren Hangrutschungen und Bergstürzen wird der Klimawandel besonders die Alpenbewohner – seien es nun Menschen oder Tiere – vor neuen Herausforderungen stellen.

Von: ka

Kommentare

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37 Kommentare auf "Klimawandel hautnah: „Fundament“ der Casati-Hütte schmilzt weg"


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OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

3,6 Mio. ist das wirklich notwendig?

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@OrB….lebst du in der Lombardei ?

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Offline1
Nein, wieso?

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@OrB..weil dort 1. eine sehr alte SCHUTZHÜTTE erneuert wird und 2. die Finanzierung die Lombardei trägt.

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@OrB..dachte ich mir schon. Der Südtiroler NHM Reflex wirkt sogar, wenn es um anderer Regionen/Provinzen Geld geht….

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 23 h

@Offline1
Trotzdem viel Steuergeld.

Offline1
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Universalgelehrter
1 Monat 21 h

@OrB..stimmt, und dann noch das ganze rausgeschmissene Steuergeld für die Flüchtlinge, gell…

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Vielleicht sollten alle Klima Leugner zusammen legen. Kleine Spendenaktion veranstalten. Allen voran der Vorsitzende und in Amiland lebende blonde Jüngling.
Damit nicht zu früh raus kommt, dass es den Klimawandel doch gibt.

selwol
selwol
Superredner
1 Monat 1 Tag

Was schreibst du für einen Blödsinn.Man kann höchsten die Erderwärmung leugnen aber ein Klima? Habe ich noch nie gehört

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 1 Tag

solong du ba Reiche ausnohemen mochsch und in die sem gestattesch mitn Helikopter in Urlaub zu fohrn bisch du nicht besser als de wos kritisiesch

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 20 h

@selwol Wie man sich irren kann!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Klimawandelleugnung

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 20 h

@selwol Klimaleugner kommt da auch vor … Nur als Info!

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 20 h

@The Hunter Die 5 und wenns 20 reiche sind, spielen keine Rolle!
Purer Neid!

heris
heris
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Eine Neue Zeit ist angebrochen- das Alte hat ausgedient – die Bergsportler werden sich Freuen über die Neue Hütte.

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@heris…👍Bauwerke, die in solchen exponierten Lagen das ganze Jahr Wind und Wetter ausgesetzt sind, haben halt irgendwann ihr “Haltbarkeitsdatum” überschritten. Ich würde mir aber wünschen, dass solche wirklich noch ursprünglichen HOLZ/STEIN Hütten !! nicht durch futuristische Satellitenstationen aus Beton, Stahl und Glas ersetzt werden, die dann irgendwann noch mit Spa-Bereich und, für echte Bergsteiger und Tourengeher nicht notwendigen weiterem Schnickschnack ausgestattet werden.

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 21 h

Mir kommt so vor, als ob hier auf SN “Bildungsferne” den Platz 1 von den Corona Telegram Freaks eingenommen haben…

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Ist diese Hütte nicht auf der walschen Seite

life
life
Neuling
1 Monat 1 Tag

Sind wir eigentlich Alle

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@anonymous…😡😡 GENAU !! Und genau diese “walsche” Lombardei finanziert den Neubau !!!!!

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@life..👏👏 es gibt tatsächlich noch Welche, die es verstehen und akzeptieren…

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 20 h

@anonymous “walsch” hat schon lange ausgedient.
Wir unter Freunden, Italiener wie Deutsche, necken uns mit walsch und krucko… Sprechen wie wir lustig sind und verstehn uns prächtig.
Nur mal so gesagt..!
Das ist was für ALTE LEUTE Grins

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 19 h

@N. G…und 🦜🦜, die auch nur nachplappern können….

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 2 Tage

Die Hütte wurde damals nur auf Schutt gebaut wie im Bericht beschrieben. In der näheren Umgebung hätte es damals auch schon besseren Untergrund gegeben, wurde warscheinlich zuwenig genau untersucht, Projektierungsfehler der 20er Jahre.

nuisnix
nuisnix
Kinig
1 Monat 1 Tag

Genau, und die Schäden tauchen nicht erst jetzt auf sondern schon seit einigen Jahrzehnten muss hier und da ein Riss geflickt werden…
Ober es Lond werd schun wieder a poor Millionen in der Spendierhous ibrig hobn – obwohl sie fürs Rif. des CAI Milano nicht zuständig sind, da es ganz eindeutig auf lombardischem Grund und Boden liegt!!

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@nuisnix .Einfach den ganzen Artikel und dann noch richtig lesen. Da steht DIE LOMBARDEI stellt 3.6 Mio. zur Verfügung und nicht Südtirol.

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@OrtlerNord…👏👏👏👏 eine/r der Ersten, die/der den Artikel komplett gelesen hat. Und eben nicht schon beim Lesen der Überschrift in den in Südtirol weit verbreiteten NHM Modus verfallen ist….

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 2 Tage

Da sehe ich kein Problem für einen Neubau da sie relativ alt ist. Auf südtiroler Seite wurden schon viel jüngere Berghäuser komplett durch neue “Marsraumstationen” ersetzt.  

nuisnix
nuisnix
Kinig
1 Monat 1 Tag

das ist nur Neid, Hass und Missgunst…

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@neid….diese Bausünden in den Bergen haben allerdings die Südtiroler 1. zugelassen und 2. FINANZIERT !! Den Neubau der Casatihütte finanziert die LOMBARDEI mit 3,6 Millionen.

schreibt...
schreibt...
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Jeder Bergsteiger, der in einer Schutzhütte einkehrt, trägt natürlich auch massiv zum Klimawandel bei! Jedes Nahrungsmittel, Getränke, sanitäre Materialien, Brennstoffe uvm… muß per Hubschrauber hochgebracht, und evtl Leergut und Abfall, heruntergebracht werden! Wenn nicht so viele auf den Berg rennen würden, bräuchte es auch viele Schutzhütten, und das wirkte sich auch auf den Klimawandel aus.

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@schreibt….klar ist, dass sich Alles irgendwie auf den Klimawandel auswirkt. Dass dir da ausgerechnet die Versorgungsflüge zu SCHUTZhütten einfallen, ist wohl nur dem Thema “Casatihütte” geschuldet. Mir fallen da z B. die Hunderttausende von Euro 3 und 4 Stinker ein, die noch umhereiern….

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@schreibt..ich vergaß zu erwähnen, daß man zur Casatihütte nicht so einfach mal “hochrennt”. Versuche es einfach mal selber, wirst dich wundern…..

Bissgure
Bissgure
Tratscher
1 Monat 1 Tag

muss man wirklich olm olls dramatisiern ??? die natur isch im ständigen wegsl schun seit vielen vielen johren . mir hobn als bergkindo gilearnt sich an die natur onzipassn . regn , sturm , giwitto , schneea , hitze .

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Bissgure:
Erzähl das den ganzen Pflanzenarten und Tierarten, die mit der schnellen Erwärmung nicht mithalten können..
Ja wissen die nicht, dass Zeit Geld ist?

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Alters- und vorallem gesundheitsbedingt werde ich weder die alte noch eine neue Casati-Hütte jemals wieder besuchen können. Meine Erinnerungen an supertolle Touren mit fetzigen Abfahrten, vorallem auf den/vom Cevedale, interessante Begegnungen mit dauerhaften Freundschaften und tolle Tage (wegen schlechtem Wetter) und Abende in der Hütte bleiben aber bestehen. Ich wünsche Allen, die es noch erleben dürfen, Ski- und Bergheil. Und bleibt gesund und optimistisch.

Stryker
Stryker
Tratscher
1 Monat 1 Tag

A haus in der Höhe aufstelln auf an Berg der sich olm schun beweg hot über jahrhunderte ,und donn in Klima die schuld gebn isch zu uanfoch.

VES
VES
Grünschnabel
1 Monat 22 h

I tat sogn 10 Mio net 3,6 Mio veranschlagen. Für Klimamassnahmen im weitesten Sinne isch genug Geld da.

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