Italienische Regierungschefin hat mit US-Präsident telefoniert

Meloni warnt Trump: Neue US-Zölle wären ein Fehler

Sonntag, 18. Januar 2026 | 11:56 Uhr

Von: luk

Rom/Seoul – Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich kritisch zu den von den USA in Aussicht gestellten neuen Zöllen gegen europäische Länder geäußert, die zur Sicherheit Grönlands beitragen. “Die Aussicht auf eine Erhöhung der Zölle ist ein Fehler”, sagte Meloni am Rande eines Besuchs in Seoul. Sie habe in den vergangenen Stunden auch mit Donald Trump telefoniert und ihm ihre Position deutlich gemacht.

Nach Einschätzung der Regierungschefin beruht der Konflikt auf einem “Problem der Verständigung und der Kommunikation”. Die Initiative einzelner EU-Staaten, sich stärker an der Sicherheit Grönlands zu beteiligen, dürfe nicht als anti-amerikanisch interpretiert werden. Ziel sei es vielmehr, den Dialog wieder aufzunehmen und eine Eskalation zu verhindern.

Meloni betonte, sie teile das strategische Interesse der USA an Grönland und der Arktis insgesamt. Dabei gehe es darum, übermäßigen Einfluss potenziell feindlicher Akteure zu verhindern. Die europäischen Maßnahmen seien jedoch nicht gegen die Vereinigten Staaten gerichtet, sondern dienten der gemeinsamen Sicherheit. “In diesem Punkt hat es offenbar ein Missverständnis gegeben”, so die Premierministerin.

Neben Trump habe sie auch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte gesprochen. Dieser habe bestätigt, dass die Allianz derzeit an einer gemeinsamen Linie arbeite. Im Laufe des Tages wolle sie zudem Gespräche mit weiteren europäischen Staats- und Regierungschefs führen. Auf EU-Ebene sei außerdem eine Sitzung des “Ausschusses der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten” geplant.

Innenpolitische Spannungen wies Meloni zurück. Es gebe “kein politisches Problem” mit der Lega, sagte sie mit Blick auf kritische Äußerungen der Partei zu den europäischen Truppenentsendungen nach Grönland und den möglichen US-Zöllen.

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