Italiens Regierung will Spritpreise per Dekret senken - VIDEO

Spritpreise sinken “um 25 Cent pro Liter für alle”

Donnerstag, 19. März 2026 | 08:15 Uhr

Von: APA/AFP

Angesichts massiv gestiegener Spritpreise hat die italienische Regierung per Dekret die Steuern auf Benzin und Diesel drastisch gesenkt. Die Preise würden dadurch umgehend “um 25 Cent pro Liter für alle” fallen, erklärte die rechte Regierungschefin Giorgia Meloni am Mittwochabend im Onlinedienst X nach einer Kabinettssitzung. Zusätzlich sollen demnach Speditionen durch Steuergutschriften entlastet werden.

Verkehrsminister und Vize-Regierungschef Matteo Salvini zufolge sollen die Steuersenkungen “zeitlich begrenzt” sein. “Schon in den kommenden Stunden werden die Italiener weniger bezahlen als Deutsche, Franzosen und Spanier”, sagte Salvini im Fernsehsender Rete 4. Durch die Steuergutschriften für Spediteure soll laut Regierungschefin Meloni verhindert werden, dass die gestiegenen Treibstoffpreise auch zu Preisanstiegen bei anderen Verbrauchsgütern führen.

Als dritte Maßnahme sieht das Dekret der Regierung einen “Anti-Spekulations-Mechanismus” vor. Der von Mineralölkonzernen und Tankstellenbetreibern geforderte Preis werde “strikt an die tatsächliche Entwicklung der Rohölpreise auf dem Weltmarkt” gekoppelt, erklärte Meloni. Damit würden “ungerechtfertigte Preiserhöhungen sofort gestoppt” und es werde “sichergestellt, dass Ölkonzerne und Tankstellenbetreiber ihre Preise bei sinkenden Ölpreisen entsprechend senken”.

Die Regierung kann in Italien Gesetzesänderungen über sogenannte Gesetzesdekrete beschließen. Diese können binnen weniger Stunden in Kraft treten – müssen im Anschluss aber innerhalb von 60 Tagen vom Parlament bestätigt werden, um wirksam zu bleiben.

Freiheitliche fordern Ausweitung der Kraftstoffverbilligung auf ganz Südtirol

Die anhaltend hohen Treibstoffpreise sind eine ernsthafte Belastung für Südtirols Wirtschaft, Pendler und Familien. Dies betont Dietmar Zwerger, Generalsekretär der Freiheitlichen, anlässlich der aktuellen Preisentwicklung an den Zapfsäulen. “Wer täglich auf das Auto angewiesen ist – ob als Pendler, als Handwerker auf dem Weg zur Baustelle oder als Transportunternehmer – zahlt jeden Monat drauf. Das trifft die arbeitende Mitte unserer Gesellschaft mit voller Wucht”, so Zwerger.

Er betont: “Nicht nur Rom, auch Bozen hätte es in der Hand, durch eine Senkung der Akzisen die Betriebe und Familien schnell und wirksam zu entlasten.”

Neben der Senkung der Akzisen richtet Zwerger – selbst Inhaber eines Südtiroler Handwerksbetriebes und damit aus eigener Erfahrung mit den betrieblichen Kostenrealitäten vertraut – eine zweite konkrete Forderung an die Südtiroler Landesregierung. “Bereits heute gibt es in bestimmten grenznahen Gemeinden eine Sonderregelung, die Ansässigen eine Kraftstoffverbilligung von sieben bis 15 Cent pro Liter gewährt. Was für die Bewohner von Brenner oder Mals gilt, muss für ganz Südtirol gelten. Es ist nicht einzusehen, warum ein Handwerker in Brixen oder eine Pendlerin aus dem Eisacktal an der Zapfsäule mehr zahlen soll als jemand, der zufällig nahe der Grenze wohnt. Die Landesregierung hat die Instrumente – sie muss sie endlich einsetzen und die übertriebenen Preissteigerungen abfedern”, fordert Zwerger.

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