Neu verfasstes Testament im Visier der Ermittler – VIDEO

Tod einer 80-Jährigen: Wurde mit Spaghetti „nachgeholfen“?

Mittwoch, 04. Januar 2023 | 07:09 Uhr

Catania/Asiago – Der Umzug einer 80-jährigen Frau von Asiago nach Catania, ihr wenige Tage später erfolgter Tod und ein neu verfasstes Testament, das neue Erben begünstigen soll, beschäftigen die Ermittler zweier Staatsanwaltschaften.

Obwohl sie aufgrund ihrer Krankheit nur mehr Flüssigkeit und Brei essen konnte, wurde der 80-jährigen Maria Basso von ihrer sizilianischen Cousine, die sie erst im September kennengelernt und sie wenig später dazu überzeugt hatte, von Asiago nach Catania zu ziehen, ein Teller Spaghetti angeboten. Da Teile der Nudeln in ihre Atemwege gerieten, verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Maria Basso so sehr, dass sie nur wenige Tage später starb. „Sie haben sie gezwungen, ein neues Testament zu schreiben“, so ihre Verwandten in Venetien. Im Raum steht aber ein weit gravierender Vorwurf. Wurde Maria Basso ein Teller Spaghetti vorgesetzt, um ihr Leben zu gefährden und sich eine Erbschaft von einer halben Million Euro zu sichern?

YouTube/ Rai – La Vita in diretta

Die letzten Lebenswochen und der Tod von Maria Basso scheinen viele Geheimnisse zu bergen. Die 80-jährige Frau aus Bassano del Grappa bei Vicenza, die Tochter eines Bauunternehmers war, hatte als Angestellte des italienischen Außenministeriums lange Zeit im Ausland gearbeitet. Später kehrte Maria Basso, die nie geheiratet hatte und kinderlos war, nach Asiago zurück, um ihre alten Eltern zu pflegen. Nach dem Tod ihrer Eltern und als sie selbst immer größerer Unterstützung bedurfte, zog sie in das Altersheim von Asiago.

Zur letzten großen Wende im Leben der 80-Jährigen kam es im September letzten Jahres. Anlässlich ihres 80. Geburtstags lernte Maria Basso eine Cousine kennen, die sie nie zuvor gesehen hatte, Paola. Die beiden Frauen knüpften sehr bald eine enge Freundschaft. Paola soll Maria davon überzeugt haben, das Altersheim auf der Hochebene von Asiago zu verlassen, um in eine ähnliche Einrichtung in Aci Castello bei Catania umzuziehen. Lange konnte sich die 80-Jährige aber nicht mehr ihrer neuen Umgebung erfreuen. Maria Basso starb am 16. Dezember 2022.

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Auffällig ist, dass die ältere Frau in den letzten Wochen vor ihrem Ableben ihr Testament änderte. Da Maria Basso über ein beträchtliches Vermögen von rund 500.000 Euro verfügte, ist das für die Ermittler ein nicht unerhebliches Detail. Fünfzehn Jahre zuvor hatte die 80-Jährige beschlossen, ihr Vermögen vollständig den Salesianern von Mailand zukommen zu lassen. Die dafür nötigen Dokumente hatte sie bei einem Notar in Marostica hinterlegt.

Da vor einem Notar in Catania ein neues Testament aufgesetzt wurde, soll aber jenes, das in Marostica aufliegt und die lombardischen Salesianer begünstigt, keine Gültigkeit mehr besitzen. Die neuen Begünstigten werden erst bei der Testamentseröffnung in einigen Wochen bekannt sein, böse Zungen behaupten aber, dass die Salesianer als Begünstigte durch die sizilianischen Verwandten der Verstorbenen ersetzt wurden.

Die Gegenwehr blieb aber nicht aus. Nachdem die Verwandten von Asiago und Bassano vom Umzug der älteren Frau nach Catania und vom neuen Testament erfahren hatten, wandten sie sich an die Staatsanwaltschaft von Vicenza. In der Folge leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Täuschung eines Unzurechnungsfähigen ein.

„Wir glauben, dass Maria in einer Zeit, in der sie sehr schwach war, dazu überzeugt wurde, dass sie in Catania wieder zu Kräften kommen würde. Sie glaubte wahrscheinlich, dass sie wieder auf die Beine kommen und sich erholen könne. Stattdessen starb sie nach nur zwei Wochen, die vermutlich die Schlimmsten waren, die sie je erlebt hatte“, erklärt die Cousine ersten Grades der Verstorbenen, Roberta Basso.

„Maria konnte nur mehr Suppe oder zu Brei verarbeitete Nahrung essen. Stattdessen holten die Sizilianer sie am 11. Dezember ab und brachten sie in ihr Haus. Sie haben uns erzählt, dass Maria Spaghetti gegessen hat. Als sie am Nachmittag ins Altersheim zurückkehrte, ging es ihr nicht gut. Aufgrund ihres ernsten Gesundheitszustandes wurden die Rettungskräfte verständigt. Da Essen in ihre Atemwege gelangt war, musste sie ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Arme konnte sicherlich nicht mehr wie früher gewohnt ein Mittagessen einnehmen“, so Roberta Basso gegenüber dem Lokalblatt Giornale di Vicenza.

Der Verdacht richtet sich eindeutig gegen die sizilianischen Verwandten. Sie werden verdächtigt, die Leichtgläubigkeit und den prekären Gesundheitszustand der älteren Frau für ihre Zwecke ausgenützt zu haben. Weit gravierender aber ist die Frage, ob den sizilianischen Verwandten bekannt war, dass Maria Basso nur mehr Flüssigkeiten oder Brei zu sich nehmen konnte.

Um die genaue Todesursache zu klären, ordnete die Staatsanwaltschaft von Catania eine Autopsie der Leiche der 80-Jährigen an. Ersten Erkenntnissen zufolge, die aber noch einer Bestätigung durch die Autopsie bedürfen, sollen Teile der Nudeln, die in die Atemwege der älteren Frau geraten seien, hauptursächlich für ihren Tod verantwortlich sein. Da Maria Basso nur mehr Flüssigkeiten oder Brei zu sich nehmen konnte, sei es absehbar gewesen, dass mit der Gabe fester Nahrung ihr Leben gefährdet würde. Im Raum steht daher ein gravierender Vorwurf: Wurde Maria Basso ein Teller Spaghetti vorgesetzt, um ihr Leben zu gefährden und sich eine Erbschaft von einer halben Million Euro zu sichern?

Die Beantwortung dieser Frage beschäftigen nun die Ermittler von zwei Staatsanwaltschaften.

 

Von: ka

Kommentare

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13 Kommentare auf "Tod einer 80-Jährigen: Wurde mit Spaghetti „nachgeholfen“?"


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Zussra
Zussra
Tratscher
1 Monat 18 h

Man sigg hierzulande schun a, wenn a alleinstehendo Mensch stirb wos epas besitzt, wieviel do afoamo noa Vowondta hinto do Truche, Krokodilstränen weinend, nochntschaggl!!!

Zugspitze947
1 Monat 19 h

Echt traurig wenn das so gewesen sein sollte ! Sehr verdächtig ist es auf jeden Fall 😢👌

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 18 h

Sollte das so sein, würde ich diese Verwanten bis an ihr Lebensende zu sozialen kostenlosen Arbeiten verpflichten.
Die Gier gewisser Menschen sollte so bestraft werden.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 15 h

Sollte es so gewesen sein, wäre es Mord aus Habgier. Dafür gibt es Höchststrafen.

Faktenchecker
1 Monat 13 h

Ja Pasta….

Faktenchecker
1 Monat 12 h

Sollte es so gewesen sein, wäre es Mord aus Habgier. Dafür gibt es Mindeststrafen. Sofern ein Gericht diese fällt.

Pyrrhon
Pyrrhon
Universalgelehrter
1 Monat 7 h

Sollte es so gewesen sein, würde es ja bedeuten dass ein Mord mit ausreichend kriminellen Einfallsreichtum auch ohne Waffen verübt werden kann..

Staenkerer
1 Monat 14 h

reich und ohne nohe verwonte …. do krobblen schun öffter “besorge” verwonte von ihre löcher außer wenn se derfrogn das es dem ende zuageat!

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
1 Monat 14 h

Grausig. Beim Geld hört die Verwandtschaft auf….ich würde mich schämen…

thomas
thomas
Kinig
1 Monat 13 h

ähnlich gelagerte Fälle sind an der Tagesordnung. Aasgeier lauern überall

Evi
Evi
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

Ein Vorfall wie in einem Film 😓
Hoffentlich bleibt SN dran…

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 9 h

…der “Spaghettimord” könnte der Titel eines Kriminalfilmes von Edgar Wallace sein…

mickeymousin
mickeymousin
Tratscher
1 Monat 8 h

oanfoch krass

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