Der Leichnam wies schwere Verletzungen auf

Trentino: Manfrini bestreitet Mord an seiner Frau

Mittwoch, 28. April 2021 | 09:29 Uhr

Nago/Trient – Dass er seine Eherau getötet und jemals misshandelt hat, bestreitet Marco Manfrini. Am Dienstag wurde er vor dem Schwurgericht in Trient angehört. Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht vom 4. auf den 5. September 2019 seine Frau Eleonora Perraro umgebracht zu haben und muss sich wegen erschwerter vorsätzlicher Tötung verantworten. Was genau in jener Nacht passiert sei, daran erinnere er sich nicht, erklärte der Mann laut Nachrichtenagentur Ansa vor Gericht.

Die Tat selbst war in Nago, einer Ortschaft oberhalb von Torbole am Gardasee, begangen worden. Nachdem sie gemeinsam zu Abend gegessen hatten, waren die darauffolgenden Geschehnisse Bestandteil der Ermittlungen. Am nächsten Morgen hatte der Mann die Carabinieri verständigt. Den Beamten gegenüber erklärte er, dass er eingeschlafen und am Morgen neben der Leiche seiner Frau aufgewacht sei. Als die Carabinieri am Tatort eintrafen, stießen sie im Park auf eine Frauenleiche, die mehrere schwere Verletzungen aufwies. Der Ehemann wurde wegen Mordverdachts in Gewahrsam genommen.

Der Leichnam der 43-jährigen Eleonora Perraro aus Rovereto befand sich auf der obersten Terrasse eines Olivenhains neben dem Lokal „Sesto Grado“ in der Nähe der bekannten „Marmitte dei Giganti“ in Nago.

Vor Gericht hat nun Manfrini im Prinzip seine Version wiederholt. Er sei vor seiner Frau eingeschlafen. Anschließend sei er blutbefleckt aufgewacht, wobei seine Frau bereits tot gewesen sei. An mehr erinnere er sich nicht. „Ich habe meine Ehefrau nicht getötet“, antwortete Manfrini lautstark auf die bohrenden Fragen der Anwälte, die ihn im Auftrag der Nebenkläger vernahmen.

Auch dass er seine Ehefrau misshandelt habe, bestritt er – obwohl eine Anzeige aus früherer Zeit vorliegt und es mehrere Zeugenaussagen zu seinen Ungunsten gibt. „Elenora ging es von sich aus schlecht. Vielleicht ist sie deshalb zu den Carabinieri gegangen. Ich weiß nicht, warum sie mich angezeigt hat“, erklärte der Ehemann vor Gericht.

Auch die Vorwürfe wegen sexueller seiner Ex-Frau bestritt er, mit der er eine gemeinsame Tochter hat. Im Rahmen eines früheren gerichtlichen Vergleichs war er damals verurteilt worden.

Der Inhaber des Lokals „Sesto Grado“ hatte den Ermittlern kurz nach der Tat berichtet, dass das Ehepaar zu seinen sporadischen Kunden gehöre und am Mittwoch in seinem Lokal zu Abend gegessen habe. Im Restaurant – so der Lokalbetreiber – habe sich das Ehepaar ganz normal wie immer benommen und sich nicht gestritten. Nachdem sie gegen 23.30 Uhr einen Magenbitter bestellt hatten, hätten sie den Inhaber gebeten, noch etwas Zeit im terrassierten Garten und Olivenhain des Lokals verbringen zu dürfen. Keinen Verdacht hegend, hatte der Inhaber dieser Bitte zugestimmt.

Daraufhin – so die Vermutung der Ermittler – sei es zwischen Eleonora Perraro und Marco Manfrini zu einem schweren Streit gekommen, in dessen Verlauf der 50-Jährige seine 43-jährige Ehefrau getötet habe. Aufgrund erster am Fundort der Leiche gesammelter Erkenntnisse und aufgrund der konfusen Angaben zur Tatnacht wurde Marco Manfrini wegen des dringenden Verdachts, seine Frau Eleonora Perraro ermordet zu haben, festgenommen.

Im Fokus der Staatsanwaltschaft und der Anwälte der Nebenkläger steht vor allem die Zahnprothese von Manfrini. Darauf wurden biologische Spuren des Opfers gefunden. Laut Autopsiebericht war die Frau gebissen, geschlagen und zuletzt erwürgt worden.

Vor Gericht waren am Dienstag auch die Eltern und die Schwestern von Eleonora Perraro anwesend. Außerdem wurden Zeugen der Verteidigung angehört – darunter zwei Carabinier-Beamte der örtlichen Station. Die Verteidigung mutmaßt, dass der Hund des Ehepaares für die Bissspuren am Körper verantwortlich sein könnte. Die Anklage geht dagegen davon aus, dass auch der Hund von Manfrini misshandelt worden sei.

Der grausame Tod von Eleonora Perraro löste im ganzen Trentino Entsetzen aus. Noch kurz zuvor hatte Marco Manfrini sein Profilbild auf Facebook aktualisiert, das ihn zeigt, wie er seine Frau umarmt.

Von: mk

Kommentare

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3 Kommentare auf "Trentino: Manfrini bestreitet Mord an seiner Frau"


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Faktenchecker
7 Tage 20 h

Können diese Augen lügen?

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
7 Tage 18 h

Es reicht, wenn es der Mund tut…

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
6 Tage 1 h

Die Aufnahme ist gruselig.

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