Geschäftsführer festgenommen und in Hausarrest überstellt

Unglaublicher Mobbing- und Stalking-Fall erschüttert Turin

Montag, 21. September 2020 | 08:00 Uhr

Turin – Ein Hochtechnologieunternehmen in der piemontesischen Metropole Turin war Schauplatz eines unglaublichen Falles von Mobbing und Stalking.

Der 56-jährige Geschäftsführer des Unternehmens fuhr über Monate hinweg fort, einer Angestellten das Leben zur Hölle zu machen. Er stoppte die Zeit ihrer Mittagspausen und rief sie unter anderem zu jeder Tag- und Nachtzeit an, wobei er eine sofortige Antwort verlangte. Durch die wiederholten Nachstellungen und die ständige Herabwürdigung ihrer Arbeit begann das Opfer an nächtlicher Schlaflosigkeit, Panikattacken und Depressionen zu leiden, wodurch sie in den Krankenstand gehen musste. Als sie zurückkehrte, musste sie feststellen, dass der 56-Jährige nicht nur ihren Computer weggenommen, sondern sogar die Türklinke ihres Büros entfernt hatte. Ein Sozialzentrum, das weiblichen Gewaltopfern hilft, empfahl der Frau, sich an die Polizei zu wenden. In der Folge der Ermittlungen wurde der Geschäftsführer wegen Stalkings festgenommen und in den Hausarrest überstellt.

APA/ROLAND SCHLAGER

Eine aus nachvollziehbaren Gründen anonym bleibende Frau erlebte als Büroangestellte an ihrem Arbeitsplatz – ein Hochtechnologieunternehmen in Turin – die wahre Hölle. Schon bald nach ihrer Einstellung begann der 56-jährige Geschäftsführer des Unternehmens die Frau zu verfolgen, zu belästigen und ihre Arbeit herabzuwürdigen. Er fand unter anderem nichts dabei, sie Tag und Nacht mit Anrufen und Kurznachrichten zu „bombardieren“, wobei er ihr bei nicht sofortiger Antwort vorwarf, „unwillig, unzuverlässig und treulos“ zu sein. Er stoppte auch die Zeit ihrer Mittagspausen und stellte einen ihrer Kollegen an, sie ständig zu beaufsichtigen und jeden ihrer Schritte zu überwachen. Um sie vor ihren Kollegen weiter in Misskredit bringen, teilte er ihr – ihre Ausbildung missachtend – nur niedrigere Arbeiten und Aufträge zu. „Ich bin der Chef des Unternehmens und ihr müsst das tun, was ich euch sage“, so der Geschäftsführer zum Opfer und zu den anderen Angestellten.

apa

Durch die willentlich erfolgten wiederholten Belästigungen und Nachstellungen sowie durch die ständige Herabwürdigung ihrer Arbeit begann das Opfer an nächtlicher Schlaflosigkeit, an Panikattacken und an Depressionen zu leiden. Sie musste in den Krankenstand gehen. Aber auch während dieser Zeit fuhr der 56-Jährige fort, die Angestellte zu quälen. Er ließ ihr ein Schreiben zukommen, in dem er ihr  – „aus berechtigtem Grund wegen ihm gegenüber erfolgter Gehorsamsverweigerung“ – kündigte. Die Kündigung wurde aber auf Initiative seines Mitgesellschafters, der vom unglaublichen Gebaren seines Partners nichts ahnte, widerrufen.

fotolia.de/Thomas Söllner

Als sie aber an ihrem Arbeitsplatz zurückkehren wollte, musste sie feststellen, dass der 56-Jährige ihr nicht nur den Computer weggenommen, sondern sogar die Türklinke ihres Büros entfernt hatte. Angesichts dieser erneuten Schikane wurde der Frau schlecht, was den Einsatz der Rettungskräfte notwendig machte. Als die Rettungssanitäter eintrafen und der Frau helfen wollten, wurden sie vom Geschäftsführer bei ihrer Arbeit behindert. Um die Frau in Ruhe erstversorgen zu können, sahen sich die Rettungskräfte gezwungen, die Polizei zu verständigen.

Freepik

Nach fast einem Jahr ständiger Angriffe auf ihre Person sowie beharrlichen Mobbings und Stalkings wandte sich die Frau an ein Sozialzentrum, das weiblichen Gewaltopfern hilft. Im Zentrum wurde ihr geraten, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Die Beamten begannen umgehend mit ihrer Ermittlungsarbeit. Nachdem die Polizeibeamten genug belastendes Material gesammelt hatten, wurde der 56-jährige Geschäftsführer auf Anordnung des Voruntersuchungsrichters von Turin wegen Stalkings festgenommen und in den Hausarrest überstellt.

Der unglaubliche Mobbing- und Stalking-Fall von Turin erregt in der italienischen Öffentlichkeit großes Aufsehen. Sollten sich die dem Geschäftsführer zur Last gelegten Tatbestände bewahrheiten, sind viele Italiener der Meinung, dass vonseiten der Justiz an dem 56-Jährigen ein Exempel statuiert werden soll.

Von: ka

Kommentare

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17 Kommentare auf "Unglaublicher Mobbing- und Stalking-Fall erschüttert Turin"


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Eswirdzeit
Eswirdzeit
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Und!!!??? Die größte Diskriminierung wird weiterhin Tag und Nacht geduldet! Und der Staat und Land schaut zu! Denn immer noch verdienen Frauen die selbe Arbeit machen weniger als der Männliche Arbeitskollege das ist wirklich so und kann auch nachgesehen werden! Und was passiert? Nichts! Des Weiteren weshalb wird nicht endlich anerkannt das eine Hausfrau auch einen Mindestlohn und Anmeldung erhält? In anderen Ländern funktioniert es auch und immer mehr verstehen das Grundeinkommen! Eine Frau die zb . auf Haushalt und Kinder schaut macht ebenso Arbeit da muss eine Regelung her!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 6 Tage

So wie ich das verstanden hab, kommen die größten Unterschiede immer noch aus der Arbeitszeit. Oder weißt du ein spezifisches Beispiel, wo Männlein und Weiblein je 40 Stunden arbeiten, gleich lange im Betrieb sind und trotzdem verschieden viel verdienen? Das geht natürlich gar nicht.

F.t.S
F.t.S
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

wo bitte steht im kolektivvertag das frauen weniger verdienen sollen als männer?

Eswirdzeit
Eswirdzeit
Tratscher
1 Monat 6 Tage

@F.t.S ich kann nicht dafür wenn ihr keine Studien kennt gibt sie zu haufe und immer wieder kommt hervor daß Frauen die die selben Stunden und arbeiten verichten wie das Mäniche equivalent weniger verdienen.zb hier
https://www.tagesschau.de/inland/gehaltsluecke-maenner-frauen-101.html

Kingu
Kingu
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage
Dir ist aber schon bewusst, wie der Markt funktioniert. Meine Meinung zu diesem Thema war stets, dass sich Frauen auf weniger wirtschaftlichen Sektoren verteilen. Es gilt das allgemeine Angebots- und Nachfrage Prinzip ich meine Frauen, die im Ingenieurwesen, Industrie und Handwerk arbeiten, sind keine 20%. Selbes gilt für die Landwirtschaft und Forstwirtschaft, dabei machen diese Branchen eine Mehrheit des BIPs aus. Die meisten Frauen, die ich kenne, sind in Sozialberufe und Tourismus tätig. Eine Mehrheit arbeitet in dem Betrieb, wo ich bin als Teilzeitbeschäftigte, was kategorisch Mann und Frau von Gehaltserhöhungen und Aufstieg ausschließt. Im Informatikingenieurswesen ist mir mein Leben… Weiterlesen »
F.t.S
F.t.S
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

@Eswirdzeit

es wird nur statistisch verdreht…auch in deinem erwähnten artikel steht am ende

“Unterschiede nach Qualifikation, Branchen oder Teilzeitquote werden hier nicht gemacht.”

eine Frau (wen sie will) hat die gleichen chancen wie männer…alles andere sind nur ausreden…

mal abgesehen davon das sich die meisten frauen für gewisse berufe gar nicht interessiene bzw. kaum…wiso sollte ein chef/eine chefin in einem unternehmen einer frau eine führende position geben wo sie jahre dafür eingelernt würde und demensprechend wichtig für das unternehmen wird, aber das risiko besteht das sie dan irgendwann in mutterschaft geht…und nicht mehr zurück kommt..?

Eswirdzeit
Eswirdzeit
Tratscher
1 Monat 6 Tage

@Neumi @ den Rest…ich kenne genug Beispiele aus privaten Kreisen wo zb Büro arbeiten anfallen und Männer weniger stunden machen aber mehr grund Gehalt haben oder zb neben her stunden lang auf Facebook Anhängen während die Frau( welche ich kenne) sich nicht mal traut ein Telefonat mit ihrer Mutter zu tätigen….aber hey kann ja nicht wahr sein so wird es auch der Frau ergangen sein und dann wundert ihr euch weshalb sowenige den Mut haben was zu sagen….

sophie
sophie
Superredner
1 Monat 6 Tage

So eine Schweinerei, viele dieser Manager und Geschäftsführer sind fehl am Platz, nutzen ihre Position unwillkührlich aus, auf Kosten anderer

wouxune
wouxune
Superredner
1 Monat 6 Tage

Gibs in Südtirol a mehr als genui!!!!

Nik1
Nik1
Superredner
1 Monat 6 Tage

Wieviele trauen sich nicht anzeige zuerstatten? Respekt vor der Frau dass sie den Mut gefunden hat Anzeige zu erstatten.

sunshine
sunshine
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Psychopath!

Reitiatz
Reitiatz
Superredner
1 Monat 6 Tage

deis passiert mander schun a it lei frauen, dein kearts teiflisch strohfn susch learnt ders it 🤨

Paula
Paula
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Unglaublich! Was glaubt der Typ wer er ist??? Spielt sich auf…. vielleicht hat er zuhause nix zu melden?

Evi
Evi
Superredner
1 Monat 6 Tage

Hausarrest ist definitiv zu wenig!!!

Piefke-NRW
Piefke-NRW
Tratscher
1 Monat 6 Tage

5 Jahre Häfn wäre angebracht!

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 6 Tage

schreibt Italien schon das Jahr 2020 ?

Ratziputz
Ratziputz
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Solche Typen sind in jedem Fall fehl am Platz, Strafen und Entlassen sofern er nicht Teilhaber der Firma ist

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