Jubiläum

50 Jahre Biologisches Labor: Vorreiter im Bereich der Umweltanalysen

Donnerstag, 21. Mai 2026 | 18:16 Uhr

Von: mk

Leifers – Von der Analyse der Wasserqualität über die Beobachtung der Pollen und Tigermücken bis hin zur Ermittlung umweltschädlicher Gifte: Großes Interesse gab es am 21. Mai an den Informationsständen im Garten des Biologischen Labors in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz in Leifers. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger informierten sich beim „Tag der offenen Tür“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens über die vielfältigen Aufgabenbereiche des Landeslabors.

Seine Tätigkeit offiziell aufgenommen hat das Biologische Labor vor genau 50 Jahren mit dem Landesgesetz vom 26. Mai 1976. „Das Biologische Labor war damals italienweit das erste Umweltlabor“, betonte der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner bei der Pressekonferenz zum Jubiläum. „Seine Gründung war eine sehr weitsichtige Entscheidung, denn Umwelt- und Gesundheitsschutz benötigen verlässliche Daten, kontinuierliches Monitoring und gezielte Maßnahmen.“ Neben der wissenschaftlichen Kompetenz brauche es engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. “Die Früchte Ihrer Arbeit tragen heute wesentlich zur Lebensqualität der Bevölkerung bei“, dankte Brunner dem Team des Biologischen Labors.

Gründung durch Ina Schenk vor 50 Jahren

Zu verdanken war die Gründung des Labors dem Engagement der Naturwissenschaftlerin Ina Schenk (1925-2024). “Die gebürtige Meranerin war die erste Leiterin des Biologischen Landeslabors, das vor 50 Jahren die ersten biologischen Analysen zum Zustand unserer Gewässer, der Luft und des Bodens durchgeführt hat”, berichtete die Direktorin des Biologischen Labors, Alberta Stenico. „Unsere Kernmission ist dieselbe geblieben: Umweltparameter zu erheben, bei Verschlechterungen konkrete Maßnahmen zu setzen und diese wissenschaftlich zu begleiten.“ In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Aufgabenbereiche  kontinuierlich erweitert und gesetzlich verankert. Damit wuchs auch das Mitarbeiterteam, das mittlerweile 27 hochspezialisierte Fachkräfte zählt.

Der Bürgermeister von Leifers Giovanni Seppi betonte die gute Zusammenarbeit und  die Bedeutung des Labors für Leifers: “Das Biologische Landeslabor ist eine der wenigen Landesstrukturen, die bei uns ihren Sitz haben. Das Labor bietet hochqualifizierte Arbeitsplätze und ist somit ein wichtiger Arbeitgeber in Leifers.”

Beobachten, analysieren, bewerten

Heute ist das Biologische Labor in vielen Bereichen der Umweltanalysen unverzichtbar. Die Dienste reichen vom Monitoring der Seen und der Fließgewässer über die Analysen der Trinkwasserqualität und die Arbeit in der Lebensmittelmikrobiologie, von der Ökotoxikologie über das Monitoring der Pollen und Tigermücke bis zur Epidemiologie des Abwassers. Auch bei Mikroplastik und antibiotikaresistenten Keimen ist das Biologische Labor an vorderster Front tätig. Als eines der wenigen Labore auf nationaler Ebene führt das Biologische Labor bei den Seen die notwendigen Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen wie die Mahd der Wasserpflanzen mit eigenen Spezialbooten selbst durch.

„Bei all diesen Bereichen gilt: Die Gesundheit der Menschen ist eng verbunden mit der der Gesundheit der Umwelt, dieses Konzept ist mehr denn je gültig“, unterstrich Stenico. Stark verändert habe sich mit den Jahren die Kommunikation mit der Bevölkerung, so die Amtsdirektorin, die seit 30 Jahren im Amt ist: „Während am Beginn Broschüren mit den jährlichen Daten veröffentlicht wurden, können sich die Bürgerinnen und Bürger heute nahezu unmittelbar online etwa über die Qualität der Badegewässer, die Pollenkonzentration oder die Situation der Tigermücke informieren.“

Bezirk: Überetsch/Unterland

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