SHB: "Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse wäre mehr als erforderlich"

50. Jahrestag des Vorfalles auf der Porzescharte

Freitag, 23. Juni 2017 | 12:50 Uhr

 

Bozen – Am 25. Juni jährt sich zum 50. Mal der „Vorfall“ auf der Porzescharte im osttirolerisch–bellunesischen Grenzgebiet, dem vier Angehörige der italienischen Streitkräfte zum Opfer fielen. “Jahrzehntelang wurde dieser Fall seitens Italien den Südtiroler Freiheitskämpfern bzw. dem BAS in die Schuhe geschoben. Italien ging sogar soweit, den möglichen österreichischen EWG-Beitritt aufgrund „Unterstützung der Terroristen“ mit einem Veto zu belegen, und selbst die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten waren alles andere als glücklich”, so SHB-Obmann Roland Lang.

“Dank dem Militärhistoriker Oberst Mag. Dr. Hubert Speckner haben wir genauere Erkenntnisse erhalten, was sich an jenem Sonntag vor einem halben Jahrhundert zugetragen oder eben nicht zugetragen hat. Durch akribische Archivarbeit hat er mit seiner Monografie minutiös über den Vorfall allerhand Interessantes ans Tageslicht gebracht. Dazu hat Speckner die österreichischen Akten durchforstet und ausgewertet. Leider ist Italien nicht bereit, seine eigenen Archive komplett für die Forschung zu öffnen. Es ist leicht, einseitig zu berichten und den „Schwarzen Peter“ anderen zuzuschieben”, so der SHB.

“Wovor fürchtet sich das offizielle Italien? Dass es sich bei den Südtirolern entschuldigen muss? Dass es seine eigene, allen Anschein so „glorreichen“ Historiographie didaktisch neu auslegen und dementsprechend revidieren muss, da die „Wahrheit“ ans Licht gekommen ist? Wenn Italien schon zu feige ist, seine Archive zu öffnen, sollte der Stiefelstaat zumindest die Verfolgung der damals Betroffenen abbrechen. Es wäre mehr nur als ein diplomatischer Akt im europäischen Geiste, alle noch lebenden Freiheitskämpfer, welche ihren Lebensabend im „Exil“ verbringen müssen, zu begnadigen. Dürfen sie erst als Tote in die Heimat zurückkehren? Auch die Südtiroler Landesregierung um Landeshauptmann Kompatscher ist gefragt, doch aufgrund der untirolerischen Einstellung ist mit einem Einsatz für eine Rehabilitation und einer vollständigen Wiederherstellung aller menschlichen Grundrechte nicht zu rechnen. Das muss in aller Deutlichkeit gesagt werden. Es wäre auch ein Schlüssel zur Aufarbeitung der Geschichte. Das wäre mehr als  erforderlich”, schließt Lang.

Von: luk

Kommentare

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7 Kommentare auf "50. Jahrestag des Vorfalles auf der Porzescharte"


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Marta
Marta
Superredner
29 Tage 11 h

Lieber sucht man den Mörder vom Ötzi !!!!

Tabernakel
29 Tage 8 h

Das macht wenigstens Sinn.

alla troia
alla troia
Tratscher
29 Tage 2 h

@Tabernakel deine Kommentare nicht

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
28 Tage 12 h

hahahah alla troia teilt mal wieder mit “harten” Bandagen aus 😀 😀 

Marta
Marta
Superredner
29 Tage 11 h

was wurde den Südtirolern schon alles angetan ?!!-

bon jour
bon jour
Superredner
28 Tage 5 h

und was haben die Südtiroler anderen getan?
wieviele Leute hat ein Jörg Klotz auf dem Gewissen?

“Im Zweiten Weltkrieg diente Klotz als Unteroffizier bei den Gebirgspionieren der Wehrmacht in Norwegen, am Eismeer und in der Nähe von Stalingrad. Für seine Tapferkeit wurde er mit dem Eisernen Kreuz erster und zweiter Klasse ausgezeichnet. “

sueffisant
sueffisant
Tratscher
28 Tage 2 h

Dass Italien in der Causa Porzescharte seine Archive beharrlich unter Verschluss hält, hat schon seinen guten Grund; wer nichts zu verbergen hat, kann sich getrost öffnen.
 Die Umtriebe ital.Geheimdienste und GLADIO gerieten damals  außer Kontrolle. Unter dem Deckmantel der Strategie der Spannung sowie einer eventuellen russischen Invasion haben diese Organisationen zahlreiche grausame Attentate verübt. Sie alle haben gemeinsam, dass sie stets anderen in die Schuhe geschoben wurden, um bestimmte Reaktionen in der Bevölkerung auszulösen.
Italien hat noch viel an Vergangenheit aufzuarbeiten.

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