Startschuss

Abschaffung faschistischer Ortsnamen-Dekrete: Info-Stände der STF

Freitag, 23. Juni 2017 | 17:06 Uhr

Toblach – Seit heute bis Ende des Jahres wird die Süd-Tiroler Freiheit mit rund 60 Info-Ständen für die Petition zur Abschaffung der faschistischen Ortsnamendekrete unterwegs sein. Der Auftakt wurde heute im Hochpustertal in der Gemeinde Toblach vom Landtagsabgeordneten Bernhard Zimmerhofer und Leitungsmitglied Cristian Kollmann gemacht. Unterschriften wurde heute bis 13.00 Uhr am Toblacher Jahrmarkt gesammelt. Morgen Samstagvormittag wird die Süd-Tiroler Freiheit in Klausen beim Flohmarkt mit einem Unterschriftenstand vertreten sein.

Die Petition kann auch online unter www.suedtiroler-freiheit.com/petition unterschrieben werden.

Die Bewegung hat sich dabei das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis Jahresende 25.000 Unterschriften zu sammeln, die dann sowohl dem Südtiroler Landtag als auch der italienischen Regierung und dem italienischen Staatspräsidenten vorgelegt werden sollen. Die Süd-Tiroler Freiheit erinnert: „Am 12. März 1923 beschloss der Großrat des Faschismus ‚Maßnahmen für das Hochetsch zum Zwecke einer geordneten, schnellen und wirksamen Assimilierung und Italianisierung‘. In Durchführung dieser Maßnahmen wurden mit drei Dekreten aus den Jahren 1923, 1940 und 1942 insgesamt über 8.000 Orts- und Flurnamen amtlich festgelegt. Sämtliche Namen wurden als ‚italienisch‘ deklariert, obwohl sie größtenteils von Ettore Tolomei, einem aus Rovereto stammenden italienischen Nationalisten, frei erfunden waren. Die deutschen und ladinischen Orts- und Flurnamen wurden gleichzeitig verboten.“

Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert, dass sich an der gesetzlichen Situation der Ortsnamengebung, trotz Pariser Vertrags und Autonomiestatuts, bis heute nichts geändert hat und stellt fest, dass die Südtiroler Bevölkerung über dieses Thema kaum Bescheid weiß bzw. ihm gleichgültig gegenübersteht. Dies will die Bewegung nun ändern: Mit einem Maßnahmenpaket, bestehend aus Infobroschüre über die Toponomastik inklusive Unterschriftenliste, einer Plakataktion, Infoständen, Informationsabenden und Radiospots, will man die Südtiroler Bevölkerung informieren und sensibilisieren und dazu bewegen, die Petition zu unterzeichnen.

Die Süd-Tiroler Freiheit wendet sich mit ihrer Aktion in erster Linie an die Bürger, hofft dabei auch auf Unterstützung von gebildeten Italienern, aber auch von anderen Parteien.

Für die Süd-Tiroler Freiheit ist  die Sache ganz klar: „Eigentlich müsste es jedem demokratisch und antifaschistisch gesinnten Menschen bewusst sein, dass es zuallererst gilt, die faschistischen Ortsnamen-Dekrete abzuschaffen. Jeder, und insbesondere die Italiener im Lande, sind herzlich eingeladen, auf faschistisches Namen- und Gedankengut zu verzichten und einen Beitrag für das friedliche Zusammenleben zu leisten. Erst wenn die faschistischen Ortsnamen-Dekrete vom Tisch sind, ist es sinnvoll, eine Lösung für die Zukunft zu suchen. Ein friedliches Zusammenleben der Volksgruppen in Südtirol kann weder auf faschistischen Dekreten noch auf der Relativierung von Kulturverbrechen aufbauen“.

Von: luk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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14 Kommentare auf "Abschaffung faschistischer Ortsnamen-Dekrete: Info-Stände der STF"


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MartinG.
MartinG.
Tratscher
1 Monat 3 Tage
„Ein friedliches Zusammenleben der Volksgruppen in Südtirol kann weder auf faschistischen Dekreten noch auf der Relativierung von Kulturverbrechen aufbauen“. Das ist wohl ein Witz. Kein Zusammenleben kann darauf aufbauen, dass nur eine Seite bestimmt, wie die Orte zu heißen haben; und dann womöglich in schlaumeierischer Weise diese per “Volksabstimmung”(zwei Wölfe und ein Schaf stimmen darüber ab, was es zum Abendessen gibt) “legitimieren” will. STF, FH und deren blogendes Beivolk werden aber leider nie kapieren, dass friedliches Zusammenleben auf gegenseitigen Respekt und Gleichberechtigung(!) beruht; und nicht auf Diskriminierung und Revanchismus. Der Konvent hat leider ähnlich funktioniert; als Mehrheitspapier, das sich klar… Weiterlesen »
gschaidian
gschaidian
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

In der Ortsnamenfrage wird es nie eine politische Lösung bzw. einen Kompromiss geben, weil sich immer die eine oder die andere Seite übervorteilt fühlt. Beide Seiten sollten die Reife besitzen die causa einer unabhängigen Kommission der zu übergeben, die eine Lösung wie sie nach den Vorgaben der Vereinten Nationen üblich ist, ausarbeitet. Diese wäre dann ohne Wenn und Aber anzuerkennen.

https://unstats.un.org/unsd/publication/seriesm/seriesm_88e.pdf

MartinG.
MartinG.
Tratscher
1 Monat 3 Tage
@gschaidian Vergessen Sie es einfach. Wer will hier wem seine gewohnten Ortsnamen wegnehmen. Die Italiener den Deutschen oder die Deutschen den Italienern? Und wer bestimmt den die Kommissionsmitglieder und die ethnische Zusammensetzung der Kommission? Sie können hier gerne UN-Richtlinien verlinken; Richtlinien sind keine Gesetze und letztendlich ist jeder Staat souverän. Eine Lösung in Südtirol kann nur eine Konsenslösung sein; eine Lösung ohne politische Extremisten und eine, die eine Mehrheit in allen Ethnien und Betroffenen hat; diese Lösung könnte die “Gebrauchslösung” sein. Gegner einer solchen Lösung sind mA auch Gegner eines friedlichen Zusammenlebens; oder Pseudodirektdemokraten, die Diskriminierung in ein demokratisches Kleidchen… Weiterlesen »
horst777
horst777
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Für mich sind Italiener, welche vor und nach 1919 bei uns eingewandert sind genauso Ausländer wie Albaner oder Pakistaner. Wenn der südliche Teil nicht zu Unrecht an Italien gefallen wäre müssten sich Einwanderer ob Italiener oder Pakistaner in unsere Kultur integrieren und es gäbe gar keine Diskussion über eine doppelte Ortsbezeichnung. Wir sind doch selbst bescheuert wenn wir uns freiwillig im eigenen Land integrieren müssen anstatt den Weg der Selbstbestimmung zu gehn. Was hat eine Staatsgrenze schon einer über 1000 Jahre lang bestehenden Kulturgrenze entgegenzusetzen? Gar nichts weil diese Grenze nicht historisch gewachsen ist und immer ein Unrecht bleiben wird.

gschaidian
gschaidian
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

@MartinG. 
Ich sag´s ja man solle die Reife besitzen UN-Richtlinien anzuerkennen und nach diesen eine Lösung zu erarbeiten ohne Südtiroler “Gutachter”, sondern UNABHÄNGIGE, Außenstehende beauftragen. Natürlich sind Richtlinien keine Gesetze, es sind Weisungen wie es gehen kann, wenn nicht ethnische, sondern neutrale Kriterien die Basis sind. Wie gesagt es braucht Reife sog. neutrale Lösungen dann zu akzeptieren. Darauf sollte man sich vorher einigen.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

“Kein Zusammenleben kann darauf aufbauen, dass nur eine Seite bestimmt, wie die Orte zu heißen haben”
Tja Martin, genau da liegt ja der rießengroße Denkfehler der STF. 
Sie wollen dies aber anscheinend wirklich nicht wahrhaben … aber alle Nationalisten bei uns würden am liebsten selbst entscheiden.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage
@horst777  “Für mich sind Italiener, welche vor und nach 1919 bei uns eingewandert sind genauso Ausländer wie Albaner oder Pakistaner.” Ganz genau, horst, und wenn Südtirol endlich wieder bei Österrich ist, werden alle “Wallschen” unter Salurn getrieben und Problem ist gelöst, gel?  So und jetzt zeigst du ENDLICH deine wahre nationalistische Fratze …. einfach nur zu schämen, wie intolerant manche Südtiroler doch sein können.  Aber wie gesagt, ich bin eh froh dass du jetzt mal klar zeigst wie du denkst. Deine Abneigung gegenüber allem was italienisch ist und den ständigen Misserfolgen innerhalb des letzten Jahres haben dich anscheinend zur Weißglut… Weiterlesen »
MartinG.
MartinG.
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@matthias_k Vielen Dank für die Antworten. Das ist wie Du sagst nur wieder einmal ein Bsp., dass es für Leute wie “horst” unmöglich ist, Italiener als gleichberechtigte Bürger unseres Landes anzuerkennen. Das ist auch der Pferdefuß der Südtiroler Rechts- und Separatistenparteien; sie kennen nur Deutschnationalismus und haben keine Antworten für ein dreisprachiges Land. Das ist auch der Grund warum sie trotz guter politscher Rahmenbedingungen(italienische Krise) bei wenigen Prozenten verharren. Deshalb hegen Italiener, liberale und tolerante Südtiroler auch keine Illusionen bzgl. der politischen&gesellschaftlichen&sozialen Natur des “Staates”. Die Südtiroler wollen nicht in einem rechten Schrebergarten aufwachen.

MartinG.
MartinG.
Tratscher
1 Monat 2 Tage
@horst777 Vergessen Sie es. Was Italiener für Sie oder mich sind, ist vollkommen belanglos, faktisch und rechtlich sind sie Staatsbürger mit den gleichen Rechten und Pflichten wie ich und Sie. Deshalb kann es in dieser Frage auch nur eine politische Konsenslösung geben. PS: In halb Europa basieren Grenzen auf “Unrecht” bzw. wurden die Menschen nicht gefragt; von Mord und Vertreibung gar nicht erst zu reden. Wollen Sie diese Büchse der Pandora mit millionenfachen Leid und Tod nochmal öffnen? Das wissen auch die Österreicher(siehe Staatsvertrag). Das nächste Mal kommen sie nicht als “erstes Opfer” davon. Die Innere Selbstbestimmung ist bereits verwirklicht;… Weiterlesen »
sarnarle
sarnarle
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

@MartinG. Sozusagen sollen wir den Klumpen hinunterschlucken und das Maul halten, und die Lügen und die Geschichtsfökschungen akzeptieren was uns von den Faschisten auferlegt wurde? Lieber Martin Namen sind Namen, sie sind entweder deutsch italienisch noch sonst etwas, und so sind sie zu lassen.

Mary
Mary
Neuling
27 Tage 19 h

Sind wir denn gleichberrechtigt in unserem Land??? Wohl kaum…denken Sie mal genau nach

horst777
horst777
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Leider zählt das Geld mehr als die Heimat, und mit san candido lässt sich die Heimat besser verkaufen als mit einem langweiligen Innichen. Das die Erfindung dieser Namen Teil der Italianisierung Südtirols und somit der Ausrottung der tiroler Kultur dienten ist heute sowieso keinem mehr bewusst. Doch Politiker kommen und gehn genauso wie Diktatoren und so kann sich auch die Geschichte von damals wiederholen.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Ja horst, immer weiter mit deinem Hass. Steiger dich noch mehr rein und greif einfach alle an, die nicht deine nationalistische “Denk”weise haben … Schlage einfach weiter auf die eigenen Landsleute ein, bravo 🙂 

Lois
Lois
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Hat das Versenden der Petition per Post wohl nicht den gewünschten Erfolg gebracht??? 😆😆

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