Er empfiehlt Zusatzrente und Haushaltsbuch

Altersarmut bei Frauen: Renzler sieht Politik in der Pflicht

Montag, 12. Juli 2021 | 15:17 Uhr

Bozen – Die Altersvorsorge betrifft jeden einzelnen von uns. Eine besondere Relevanz hat dieses Thema bei den Frauen, die nachweislich weniger Rente beziehen als die Männer. Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende SVP-Seniorenvorsitzende Helmuth Renzler hat sich mit dem Risiko der Altersarmut bei Frauen beschäftigt und einige Schlüsse gezogen.

“Aus der zu Beginn dieser Legislatur unterzeichneten Regierungsvereinbarung zwischen SVP und Lega Salvini Alto Adige Südtirol ist zu entnehmen, dass das politische, unternehmerische und gesellschaftliche Engagement von Frauen und Männern im gleichen Maß zu ermöglichen ist, indem Instrumente, Förderungen und Maßnahmen geschaffen werden, die eine Gleichbehandlung und Chancengleichheit herstellen. Jede Frau und jeder Mann hat das Recht auf gleichen Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für dieselbe Arbeit. Leider existieren zwischen Männern und Frauen derselben Berufskategorie nach wie vor zum Teil große Lohnunterschiede. Diese Schere muss unbedingt geschlossen werden“, betont Renzler.

Abgestimmte Arbeitsformen und angemessene Arbeitsbedingungen

Die Frauen müssten auf für sie abgestimmte Arbeitsformen wie familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und ‐formen drängen und zugleich stünden die Arbeitgeber in der Pflicht, angemessene Arbeitsbedingungen zu schaffen. „Die politischen Vertreter müssen sich weiterhin für gleichberechtigte Arbeitstätigkeiten einsetzen, in denen es künftig keine Lohnunterschiede mehr geben soll. Somit ist jede und jeder einzelne gefordert, seinen bzw. ihren Beitrag für einen gerechten Arbeitsmarkt ohne geschlechterspezifische Unterschiede zu leisten“, stellt Helmuth Renzler fest.

Grundsätzlich gelte: “Je mehr man in die staatliche Rentenkasse einbezahlt, desto mehr bekommt man später wieder heraus. Ausgehend von diesem Grundsatz sollte sich jede Frau Gedanken über ihre persönliche Situation machen. Dabei sind mehrere Faktoren wie Familienplanung, Arbeitsverhältnis, Gehalt und Arbeitszeiten zu berücksichtigen.”

Rettungsanker Zusatzrente

Jene, die vor 1996 begonnen haben zu arbeiten, können für die Rente das gemischte System beanspruchen. Hier zählen sowohl die Arbeitsjahre als auch die eingezahlten Beiträge. Wer nach dem Jahr 1996 begonnen hat zu arbeiten, muss durch die Rentenberechnung einen monatlichen Mindestbetrag erreichen und die dafür notwendigen Versicherungsbeiträge einbezahlt haben, um mit einem Alter unter 71 Jahren in Pension gehen zu können. Der so einzuzahlende Gesamtbetrag im Laufe des Arbeitslebens muss sich auf ca. 300.000 Euro belaufen, um die geforderten monatlichen 1.243 Euro zu erreichen. Dieses sogenannte beitragsbezogene System verschlechtert zweifelsohne die zukünftigen Rentenbeträge der meisten Menschen, denn durch das beitragsbezogene System erhalten nur jene Versicherte eine bessere Rente, welche schon vor 1996 Rentenversichert waren und nun über Einkommen von über 100.000 Euro brutto im Jahr verfügen.

Umso mehr sei es wichtig und notwendig, je nach Alter und persönlicher Lebens­situation verschiedene zusätzliche Spar-, Anlage- und Versicherungslösungen zu überlegen. „Mit dem Aufbau einer Zusatzrente muss so schnell wie möglich begonnen werden, denn auch kleine Beträge ent­wickeln sich im Laufe eines Arbeitslebens zu einem beachtlichen Betrag. Aufgrund der genannten Gründe sind die Frauen noch mehr gefordert, sich hier unbedingt rechtzeitig Gedanken zu machen und sich gut beraten zu lassen“, unterstricht Renzler.

Haushaltsbuch führen

“Mit der Führung eines Haushaltsbuches, welches die Eingänge und die Ausgaben anführt, erhält man eine sehr gute Übersicht über die eigene finanzielle Situation. Mittlerweile gibt es auch bereits Apps, die man sich auf das Mobiltelefon herunterladen kann. Ein Haushaltbuch dient dem Zweck, unnötige Ein- und Ausgänge zu veranschaulichen und dadurch Geld zu sparen. Nicht notwendige Ausgaben werden nämlich ersichtlich und es werden Sparpotenziale aufgezeigt. Im Idealfall trägt dieses Instrument dazu bei, dass am Monatsende mehr Geld übrigbleibt und somit für das Alter angelegt werden kann“, zeigt Renzler auf.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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31 Kommentare auf "Altersarmut bei Frauen: Renzler sieht Politik in der Pflicht"


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sophie
sophie
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

Dass ich nicht lache, ein Haushaltsbuch für die paar Kröten was man noch hat zum Ausgeben. Ansonsten hat die Politik keine besseren Ideen ????? Da ist schon lange Zeit, dagegen etwas zu ändern, Frauen die wegen den Kindern Jahre lang nicht mehr ihren Beruf ausüben können und im Alter fehlen dann viele viele Arbeitsjahre. Politik sollte aufwachen (Beispiel Frankreich) nicht immer nur gscheid reden, nur die Politiker können so reden mit ihrem immer dick gefülltem Geldbeutel und einer hochbezahlten Rente…🤔🤔

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
16 Tage 11 h

sophie

Ist leider so, aber solange fast auschliesslich nur maenner regieren, wird sich diesbezueglich nicht viel aendern!!!

Frauen vor allem Muetter leisten sehr viel und am Ende schauen sie meist durch die Roehre…..
zum Glueck gibt es noch Kinder die dann, im Alter auf deren Eltern schauen……

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 9 h

@sophie
Naja, wenn man die ganzen Schwarzarbeiterinnen abzieht, die andere Frauen ausgelacht haben, wenn sie sich melden ließen, dann bleiben nicht mehr viele mit einer Mindestrente übrig, wenn der Mann noch lebt, sonst haben sie eh die Hinterbliebenenrente.
Was soll also Ihr unsinniger Kommentar?

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 7 h

@ischjo…
Nö, schauen nur dann durch die Röhre, wenn sich der Mann scheiden lässt.
Ist dies nicht der Fall, dann ist der Mann verpflichtet, die Rente anteilsmäßig mit der Ehefrau zu teilen, denn es gehört zu den gemeinsam in der Ehe erwirtschafteten Gütern.
Wo leben hier manche Kommentatoren, wenn sie solche furchtbare Kommentare abgeben.

Neumi
Neumi
Kinig
15 Tage 18 h

Den Job können halt nur diejenigen kriegen, die sich auch drum bewerben.
Außerdem müsste man auch mal gewählt werden. Es gibt wirklich wenig Kandidatinnen. Wäre das Thema “eine Frau muss rein” Den Wähler(inne)n so wichtig, müssten die paar Frauen übermäßig viele Stimmen kriegen.

REALIST75
REALIST75
Neuling
16 Tage 9 h

Mal was zum nachdenken.
Meine oma hat 6kinder und und ihr leben lang hart gearbeitet für ihre kinder und bekommt jetzt die mindestrente. Die summe möchte ich hier gar nicht nennen es ist schon fast peinlich wie wenig das ist für so ein grossartiges land wie ST.

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 7 h

@Realist75
Wenn du uns sagst, wie viel sie eingezahlt hat, dann darfst gerne sagen, wie viel sie Rente kriegt.

So ist das
16 Tage 9 h

…verschiedene zusätzliche Spar-, Anlage- und Versicherungslösungen zu überlegen…

Klingt ja gut, aber woher soll das Geld für diese Lösungen kommen, wenn der Gehalt grad zum Leben reicht?

Wann wird denn die Politikerkaste aufwachen und die realen Löhne eines Grossteils der Bevölkerung wahrnehmen. 🤔

Rene
Rene
Grünschnabel
16 Tage 10 h

Ein Haushaltsbuch braucht es bei Normalverdienern um bis zum Monatsende Lebensmittel einkaufen zu können und nicht noch etwas fürs Alter anzulegen. 🤦 Ihr habt ja null Ahnung mit wie wenig manche auskommen müssen und ständig wird alles noch teurer

Entequatch
Entequatch
Grünschnabel
16 Tage 10 h

Mit der Änderung von sistema retributivo zu contributivo ist die Altersarmut vorprogrammiert. Ein 30.jähriger mit einem Gehalt von ca 1200eur wird die gleiche Rente bekommen wie einer der nie gearbeitet hat. Dies alles unter dem Motto solidarität, gleichberechtigung, menschenrechte etc

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 6 h

@entequatch
Wie einer, der aus guten Gründen wie Invalide nie gearbeitet hat, wäre ja noch eines, aber gleich wenig wie jener, der ein Leben lang schwarz gearbeitet hat, das ist extrem schlimm.

Offline
Offline
Kinig
16 Tage 7 h

Dieselbe Diskussion wird auch in Deutschland geführt. Wenn den Frauen wegen Kindererziehung, Pflege von Angehörigen uä. Zeiten in der Rentenversicherung fehlen, ist das ein Unding und gehört dringend und sofort ! korrigiert. Wenn es sich jedoch um Solche handelt, die beim gut verdienenden Ehemann familienmitversichert, jahrelang einen Minijob (aktuell 450 Euro/Monat) ohne nennenswerten Rentenanspruch, zur Finanzierung der jährlichen Familienurlaube angenommen haben, dann habe ich absolut kein Mitleid und kein Verständnis für irgendeine geplante, staatlich finanzierte, Gleichmacherei.

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 5 h

@offline
Was schreiben Sie hier zamm?
Wenn ein Frau zur Kindererziehung daheim bleibt und ihr die Versicherungsjahre fehlen, ist das ein Unding.
Wenn aber eine Frau zur Kindererziehung daheim bleibt und parallel einen Minijob von 450€ verrichtet, dann haben Sie kein Mitleid bezüglich der fehlenden Versicherungsjahre, denn der Minijob wirft keine Rente ab?

Offline
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Kinig
16 Tage 5 h

@Summer…einfach nochmal Lesen und dann vielleicht sogar Verstehen

Offline
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Kinig
16 Tage 5 h

@Summer..es ist ein Unding, wenn die Kindererziehungszeiten NICHT angerechnet bzw. berücksichtigt werden. NICHT das zu Hause bleiben 🙈

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 4 h

@offline
Was soll der Steuerzahler noch alles zahlen? Familienzulagen, Kindergeld, Schulen und Mütterrente?
Geht’s noch? Oder wofür hat heute jemand noch Kinder?

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

Der Renzler sieht die Politik in der Pflicht???

Dann Ärmel hoch und an die Arbeit!!!
Immerhin ist er Mitglied in diesem Club, und sogar noch auf der “richtigen” Seite…

Lang und breit reden kann ich auch, da muss ich nicht 5400 netto im Monat kassieren…

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 9 h

Ja ja, Herr Renzler, führen Sie auch ein Haushaltsbuch, wo Sie unnötige Ausgaben erkennen können?

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
16 Tage 9 h

Altersarmut ist eine Schande,sponsort weniger Menschen welche bewusst nichts eingezahlt haben. Traurige Gewissheit ist, dass immer mehr alte Leute aus Südtirol zur Caritas gehen müssen! Auch die Zustellung der sogenannten Ipes Wohnungen sollten mehr durchdacht werden um nicht Kriminelle Viertel zu fördern!

sophie
sophie
Universalgelehrter
16 Tage 5 h

@Trina
Das mit den IPES Wohnungen stimmt auf jeden Fall, zur Caritas gehen auch schon jüngere Menschen und Familien

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
16 Tage 5 h

@sophie stimmt, habe mich nur auf ältere bezogen da das das Thema war!

sophie
sophie
Universalgelehrter
16 Tage 4 h

@Trina1
Das sollte keine Kritik von mir sondern, wollte nur errinnern dass es traurig ist wie viele Menschen sich an die Caritas wenden müssen und die Politik blaabbbert weiter, als wie sie das nichs angehen würde

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
15 Tage 15 h

@sophie leider stimmt das ja!

wellen
wellen
Universalgelehrter
16 Tage 8 h

Dann sollen mal endlich die Kinderbetreuungsjahre für die Rente anerkannt werden. Sonst werden die Leute keine Kinder mehr machen.

Soley
Soley
Grünschnabel
16 Tage 8 h

Mir fehlen gerade die Worte. Da wird ungleich bezahlten und in Familienarbeit eingebundenen Frauen das Führen eines Haushaltsbuchs empfohlen??
Wo bleiben hier die Politikerinnen, langfristig das Thema Altersvorsorge anzugehen?

Und darüberhinaus: wieviel Prozent der Südtiroler verdienen wohl über 100.000 Euro im Jahr?

Tina1
Tina1
Tratscher
16 Tage 9 h

Machen wies die Politik gemacht hat. Rentenvorschuss auszahlen lassen, dann kann man(N)Frau zur Seite legen 

Leonor
Leonor
Superredner
16 Tage 7 h

Ich denke bei Herr Renzler ist verheiratet und seine Frau muss ihm bei jede Cent im Haushaltsbuch erklären, was sie ausgegeben hat?

Summer
Summer
Tratscher
16 Tage 5 h

@leonor
Seit wann ist Renzler verheiratet?

Magomerlino
Magomerlino
Neuling
16 Tage 8 h

Herr Renzler ich sehe sie in der Politik… sie sind Sozialpolitiker!!

Solidarisch
Solidarisch
Grünschnabel
15 Tage 17 h
Mir tun die Frauen, die ihr Leben lang für Niedrigstlöhne arbeiten und dementsprechend wenig Rente bekommen, leid. Wenig Verständnis habe ich für Frauen, die 30 Jahre Teilzeit oder gar nicht arbeiten. Ich sehe in meinem eigenen (dörflichen) Umfeld sehr viele Frauen, die der Bequemlichkeit halber zu Hause bleiben. Sie treffen sich am Morgen in der Bar, am Nachmittag wieder, sie genießen die Freizeit. Obwohl es in der Umgebung Bedarf an Arbeitskräften gäbe, nehmen sie keine Arbeit an. Oft auch, weil sie sonst auf alle möglichen Beiträge verzichten müssten. Ich bin der Meinung, wenn man über geringe Renten jammert, muss man… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
15 Tage 18 h

Ich würde mal Altersarmut generell betrachten.
Während bei Frauen sofort das Argument “Kindererziehung!” in den Raum geworfen wird (egal, ob sie nun Kinder hatten oder nicht), ist es bei den Männern nicht ganz so eindeutig, es wird oft “Schwarzarbeit” genannt.

Aber vielleicht haben doch beide Geschlechter mehr Probleme gemeinsam als oft angenommen?

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