Südtirol könnte ein Vorreiter sein

Arbeitsfreier Sonntag: Kompatscher schreibt an Minister Di Maio

Dienstag, 26. Juni 2018 | 13:48 Uhr

Bozen – Geregelte Ladenöffnungszeiten, das Recht der Angestellten auf freie Sonn- und Feiertage und damit verbunden die Möglichkeit für Familien, Freizeitangebote zu nutzen: Das sind die Ziele, die Südtirol in Sachen Öffnungszeiten verfolgt. Vor Kurzem kündigte auch Arbeits- und Wirtschaftsminister Luigi Di Maio an, das sogenannte “Monti-Dekret”, mit dem die Öffnungszeiten völlig liberalisiert wurden, überprüfen zu wollen. “Das ist eine gute Nachricht”, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher heute in der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung, “wir waren immer gegen die vollständige Liberalisierung.” Nur, weil die Geschäfte am Wochenende offen sind, würde das nicht dazu führen, dass die Menschen mehr kaufen. Der Konsum verschiebe sich lediglich in Richtung Großkonzerne und bringe die kleinen Läden unter Druck, gab der Landeshauptmann zu bedenken.

In einem Schreiben an Di Maio zeigt er sich nicht nur erfreut über die Ankündigung, die Regelung überprüfen zu wollen, er ruft auch in Erinnerung, dass Südtirol bis zur Genehmigung des “Monti-Dekrets” die entsprechenden Gesetze selbst erlassen habe, immer mit dem Ziel, einen Ausgleich zwischen der Freiheit der Unternehmen und den sozialen und kulturellen Tätigkeiten zu finden, die das Land ausmachen. Südtirol habe immer darauf geachtet, die Interessen auszugleichen. Zum einen gehe es um die Lebensqualität der Mitarbeiter, zum anderen aber auch darum, die kleinen Betriebe im Land zu schützen. “Ein Familienbetrieb hat nämlich nicht die Möglichkeit, sein Geschäft sieben Tage in der Woche zu öffnen, das geht sich in einem kleinen Betrieb ganz einfach nicht aus”, betonte Kompatscher.

Um zu vermeiden, dass eine übertriebene Liberaliserung der Ladenöffnungszeiten den kleinen Betrieben schadet – immerhin seien sie es, die in einer Bergregion die Lebensqualität in den Dörfern garantieren –, habe man deshalb schon im Jahr 2015 eine Durchführungsbestimmung vorgelegt, die es für Südtirol und für das Trentino möglich gemacht hätte, den Rahmen für die Ladenöffnungszeiten selbst festzulegen. In der Zwölferkommission sei diese Bestimmung auch beschlossen worden, das Ministerium habe sie dann aber abgelehnt. “Die jüngsten Äußerungen von Minister Di Maio stimmen mich zuversichtlich, dass dieser Vorschlag nun vielleicht wieder aufgegriffen werden kann. Südtirol könnte so auch zu einem Vorreiter werden und zeigen, dass sich die Wirtschaft nachhaltig und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Beteiligten gut entwickeln kann”, erklärte der Landeshauptmann. Südtirol könne zeigen, dass eine Regulierung der Öffnungszeiten – vorausgesetzt, sie geschehe mit Augenmaß – der Wirtschaft nicht schadet, sondern, im Gegenteil, das Recht der Arbeitnehmer auf Erholung an den Sonn- und Feiertagen stärkt und den Familien die Möglichkeit gibt, ihre Freizeit gemeinsam zu gestalten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Arbeitsfreier Sonntag: Kompatscher schreibt an Minister Di Maio"


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anonymous
anonymous
Superredner
22 Tage 22 h

Komisch für A.K. ist Südtirol immer ein Vorbild u Vorreiter

Rabe
Rabe
Grünschnabel
22 Tage 21 h

In herrscht sein wohln !!!!!!!

Krissy
Krissy
Tratscher
22 Tage 21 h

Haben wir nicht “die weltbeste Autonomie” und könnten die Öffnungszeiten selbst regeln?

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
22 Tage 20 h

Super,wieder zurück ins Mittelalter dann soll man Samstag Nachmittag auch gleich schliessen und die ganzen Feiertage wieder 
einführen.So ein Mist für heutige Bedürftnisse.

a sou
a sou
Tratscher
22 Tage 20 h

Gastgewerbe, Sanität, Industrie, Pflegedienst ecc. haben alle meist kein freies WE… was ist mit deren Familien? Ich rieche Stimmenfang, nichts weiter… und btw. Was idt mit den Familienbetrieben im Gastgewerbe?!?

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
22 Tage 20 h

Chronologisch gesehen ist Südtirol hier Nachreiter, nicht Vorreiter.

brunecka
brunecka
Tratscher
22 Tage 19 h

lieeeeebbbeeer LH ,die wahlen sind vor der tür. . . . . . bla bla bla bla bla. . . . und weita bla bla bla. . . .

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