Sonderregelung für Südtirol als rechtliches Fundament

Arbeitssicherheit: Südtiroler Pilotprojekt kann umgesetzt werden

Donnerstag, 16. Juli 2026 | 15:54 Uhr

Von: luk

Bozen/Rom – In der autonomen Gestaltung der Arbeitssicherheitsausbildung hat Südtirol am 16. Juli ein neues Kapitel aufgeschlagen: Im Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik in Rom wurde das im Frühjahr von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof mit Ministerin Marina Elvira Calderone vereinbarte Pilotprojekt zur Arbeitssicherheit auf technischer Ebene vorgestellt und vertieft.

Ausbildung mit Berücksichtigung der Bedürfnisse vor Ort

Das Pilotprojekt ist auf die spezifischen sprachlichen, territorialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Südtirols ausgerichtet, die stark durch die kleinstrukturierte Berg- und Landwirtschaft geprägt sind. „Wir wollen die Ausbildung für unsere Betriebe und Beschäftigten – gerade im landwirtschaftlichen Bereich – spürbar praxisnäher und leichter zugänglich machen. Moderne Methoden wie E-Learning bieten hier enorme Chancen, um bürokratische Hürden abzubauen, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen“, erläutert die Landesrätin.

Die Südtiroler Delegation bestand aus Günther Burger (Ressort Landesrätin Amhof), Petra Piffer (Arbeitsinspektorat Südtirol), Josef Haller und Stephen Gallmetzer Kaufmann (Südtiroler Bauernbund). Sie präsentierten den Vertretern des Ministeriums ein maßgeschneidertes Konzept für die Ausbildung im Bereich landwirtschaftlicher Maschinen, insbesondere Traktoren und Obsterntewagen, das vom Ministerium positiv aufgenommen wurde. Nun kann das Pilotprojekt, in Abstimmung mit den Sozialpartnern, umgesetzt werden.

Weiters hat die Südtiroler Delegation beim Treffen eine verbindliche Anerkennung des lokalen dualen Ausbildungssystems bei den Qualifikationsanforderungen für Dozenten gefordert.

Sonderregelung im Staat-Regionen-Abkommen als rechtliches Fundament

Das Treffen baut auf einen politischen Austausch mit Ministerin Calderone im April dieses Jahres auf (das LPA hat berichtet) „Rechtlich ermöglicht wurde diese Pilotinitiative durch eine zukunftsweisende Sonderregelung für Südtirol, die wir im Staat-Regionen-Abkommen vom 17. April 2025 verankern konnten. Diese Schutzklausel erlaubt es uns nun, im Rahmen der Autonomie passgenaue Lösungen zu entwickeln“, betont die Landesrätin.

Laut Amhof verlaufen die Gespräche mit dem Arbeitsministerium äußerst konstruktiv. Die römischen Behörden seien bereit, innovative Wege zu unterstützen, welche die Realität vor Ort im alpinen Raum widerspiegeln. Mit dem heutigen Treffen habe man die nächsten operativen Schritte gesetzt, um das Pilotprojekt zügig in die Praxis umzusetzen.

Bezirk: Bozen

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