"Zeit für Fürsorge ist Zeit für Lebensqualität"

Baby im Landtag? – Laut Netzwerk der Elkis “zeitgemäß und angemessen”

Donnerstag, 03. Juni 2021 | 16:57 Uhr

Bozen – Eine Landtagsabgeordnete nimmt ihren Säugling mit in eine Kommissionssitzung und löst einen Skandal aus. Dabei hat gerade das letzte Jahr hat uns allen und selbst den härtesten Unternehmensbossen und den traditionellsten Politikern klar vor Augen geführt, dass Kinder zum Leben und ebenso zum politischen Alltag gehören. In vielen Onlinesitzungen huschte ein Kind über den Bildschirm oder im Hintergrund waren Kinderlachen und -weinen zu hören. Darauf macht das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols aufmerksam.

Kinder zu haben sei keine Ausnahme, sondern für viele Menschen die Regel. Daran sollten sich Rahmenbedingungen orientieren. „Unser Landtag nimmt leider bis heute keine Rücksicht auf die Angewohnheit von Frauen, Kinder zu gebären. Es gibt keine Elternzeit, ja nicht mal Mutterschutz für Abgeordnete“, erklärt das Netzerk. Würden sich Abgeordnete für eine längere Pause entscheiden, hafte ihnen alsbald der Ruf der „faulsten Abgeordneten“ an.

„Vereinbarkeit wird häufig immer noch auf eine persönliche, weibliche Ebene gedrückt. Eigentlich müsste Vereinbarkeit von Männern und Vätern mindestens gleichsam thematisiert werden. Denn auch ihnen hat jemand die Windeln gewechselt, sie wurden gestillt und werden irgendwann hoffentlich gepflegt. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf unbezahlter weiblicher Fürsorgearbeit. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Damit wird ein starres patriarchales System aufrechterhalten. Frauen und besonders Mütter werden verdrängt und jene, die sich am meisten um das Fortbestehen der Gesellschaft kümmern, diskriminiert. Ja, sehr schade, dass bisher keine Landtagsabgeordnete und kein Landtagsabgeordneter seine Nachkommen mitgenommen hat“, so das Netzwerk.

Vielleicht sei es an der Zeit, den Babys in die Augen zu sehen und sich zu besinnen, was es heißt, Politik zu machen, die nachhaltig und enkelkindertauglich ist. Wie das Netzwerk der Elkis betont, sei Familie ein Querschnittsthema. „Oberste Priorität sollte eine gesunde Gesellschaft sein, dementsprechend müssen die Rahmenbedingungen gestaltet werden. Vereinbarkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Thema: Zeit für Fürsorge ist Zeit für Lebensqualität.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

14 Kommentare auf "Baby im Landtag? – Laut Netzwerk der Elkis “zeitgemäß und angemessen”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
12 Tage 21 h

Finde ich nicht richtig!
Gerade die im Landtag sollten sich doch wohl eine Baby-Aufsicht leisten können, wie sie sie selber für arbeitende Mütter fordern, welche immer das Problem von Vereinbarkeit von Familie und Beruf ins Feld führen…
Warum sollten die im Landtag auch noch dieses Privilieg haben? An einem “normale” Arbeitsplatz, wo gerade mal so viel verdient UND versteuert wird, wie sie als Spesenvergütung bekommen, ist es ja auch nicht möglich…

Noch eine Frage – ist es sinnvoll, fühlt sich das Baby im Landtag wohl???
Frühzeitige Infiltrierung…???

Tata
Tata
Grünschnabel
12 Tage 21 h

1. wenn das auf deinem NORMALEN Arbeitsplatz noch nicht geht, dann musst du das mit deinem Arbeitgeber klären….
2. wenn du mehr verdienen willst, als deren ihre Außendienstspesen, dann wechsle Arbeit oder geh selber in die Politik….immer nur rumjammern….

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
12 Tage 6 h

Jo tata… 😀

Orch-idee
Orch-idee
Tratscher
12 Tage 22 h

Die Kinder in a Landtagssitzung sig i net so ongebrocht.. weil, wie konn man sich zem konzentrieren.. Wenn es Kind raunzt und lallt die gonze Zeit…
Die Politikerinnen solln sich eine Tagesmutter besorgen…so wie es ondre a tian.. 😊

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
12 Tage 21 h

Frage mich nur wie privilegiert die Frauen sind welche normale Berufe haben und arbeiten müssen!

Tata
Tata
Grünschnabel
12 Tage 21 h

solche Privilegien in den NORMALEN Berufen einfach beim Chef eurer Firma hin terfragen….das kann nur er/ sie entscheiden…

inni
inni
Superredner
12 Tage 19 h

Der betreffenden Frau im Landtag ist jede Kritik sowieso egal. Sie weiß genau, dass sie eh nicht wiedergewählt wird.

GTH
GTH
Tratscher
12 Tage 19 h

hoffentlich

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
12 Tage 16 h

@GTH …dauernd in Fettnäpfchen treten ist auch eine Kunst…
😆

Entequatch
Entequatch
Grünschnabel
12 Tage 21 h

Ein 7 Monate junges Baby noch als Säugling bezeichnen? Wir es noch an die Brust gehalten? In dem alter ist die recht ausgewachsen, wie ist da die Konzentration der Anwesenden wenn das Kind losschreit, abstellen wie bei einer Puppe geht wohl nicht.

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
12 Tage 22 h

Frech de junge Dame. Des mocht sie menschlich. 
Ober des isch jo a genau des wos sie erreichen hot gwellt: Auf eppes aufmerksom mochen (a wenns banane wor).

Sag mal
Sag mal
Kinig
12 Tage 19 h

hauptsache auffallen,anecken …

Staenkerer
12 Tage 18 h

baby passt genau in den kindergarten!

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 17 h

Zeitgemäß? Notwendig!
Es muss doch zumindest eine halbwegs vernünftige Person im Raum geben 😀

wpDiscuz