Mitgliederschwund seit 26 Jahren

Bei der SVP werden die Edelweiße knapp

Mittwoch, 11. Januar 2017 | 12:00 Uhr
Update

Bozen – „Im Edelweiß-Garten verwelken immer mehr Exemplare“. Mit dieser bildlichen Überschrift verweist das Tagblatt Dolomiten auf den Mitgliederschwund in der SVP.

Innerhalb der vergangenen 26 Jahre ist die Zahl von 81.000 Mitgliedern auf etwa 30.000 gesunken, und es könnte noch weiter abwärts gehen.

Mittlerweile soll bereits die Zahl von 30.000 unterschritten worden sein. Um die SVP-Mitgliederzahlen wird zurzeit Geheimniskrämerei betrieben. Den „Dolomiten“ wurde versprochen, bis gestern bzw. Montag die Zahl der SVP-Mitglieder des Jahres 2016 zu liefern, doch es blieb beim Versprechen.

Aus dem SVP-Sekretariat hieß es noch am 4. Jänner, die Volkspartei hätte zwischen 37.000 und 38.000 Mitglieder. Doch diese Zahlen dürften wohl deutlich zu hoch sein.

Wie die „Dolomiten“ nämlich in Erfahrung bringen konnten, hatte die SVP im Dezember 2016 genau 33.500 Mitglieder. Indiskretionen zufolge sollen sogar diese Zahlen zum Teil „gefaked“ sein.

Fix ist jedenfalls, dass es einen Rückgang der SVP-Mitglieder gibt. Befragt zu den möglichen Ursachen, meint Obmannstellvertreterin Angelika Wiedmer: „Die Bürger wollen sich nicht mehr exponieren und bekennen und einer Mehrheitsmeinung anschließen. Sie haben ihre Partikularinteressen und wollen von Fall zu Fall entscheiden und sich nicht dauerhaft festlegen für eine Partei. Die Bürger entscheiden heute ad hoc.“

Obmannstellvertreter Daniel Alfreider meint hingegen, dass sinkende Mitgliederzahlen ein europaweiter Trend seien. Man könne auch mit 30.000 Mitgliedern eine starke Politik machen.

SVP: Mitgliederzahlen werden erst Ende Jänner bekannt gegeben

SVP-Landessekretär Gerhard Duregger kündigt heute in einer Aussendung an, dass die definitiven SVP-Mitgliederzahlen des Jahres 2016 erst Ende des Monats bekannt gegeben werden.

“In Folge der erst im November stattgefundenen Ortsausschusswahlen und durch die ebenso im November wiederaufgenommene Zusammenarbeit mit dem SVP Bezirk Wipptal verzögerte sich der Abschluss der Mitgliedersammlung 2016”, bestätigt SVP- Landessekretär Gerhard Duregger. Von daher wird die Erhebung der definitiven Mitgliederzahl 2016 mit der Zuweisung der Stimmrechte durch die Parteileitung Ende Jänner abgeschlossen. Die am heutigen Mittwoch in den Medien kolportierten Zahlen würden deshalb keineswegs dem endgültigen Mitgliederstand entsprechen. Der SVP-Landessekretär kündigt an, dass die Parteispitze Ende des Monats gleichzeitig mit der Bekanntgabe der definitiven Mitgliederzahl 2016 auch die Neuerungen der Mitgliedersammlung 2017 vorstellen werde.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

21 Kommentare auf "Bei der SVP werden die Edelweiße knapp"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
der Rote Wichtel
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Viele waren zwar als SVP-Mitglieder registriert, hatten aber weder einen Antrag gestellt noch jemals den Mitgliedsbeitag bezahlt. Den haben “überzeugte Kollegen” der SVP-Ortsgruppe für sie entrichtet, weil es ihnen zu lästig oder zu blöd war, diesen Personen wegen 15 € nachzulaufen. Nach dem Rentenskandal kamen sich viele dieser “überzeugten” verarscht vor und haben diese Zahlungen eingestellt.

wpDiscuz