Fragebogen für die Bevölkerung vorgestellt

Bozen startet strategisches Projekt für das Nachtleben

Dienstag, 10. März 2026 | 18:03 Uhr

Von: mk

Bozen – Heute Vormittag haben im Bozner Rathaus der Bürgermeister Claudio Corrarati und der Rektor der Freien Universität Bozen Alex Weissensteiner das Projekt „Nachtökonomie“ vorgestellt. Es handelt sich um Analysen, Dialoge und die Co-Planung des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebens der Stadt in den Abend- und Nachtstunden.

Damit wurde der Startschuss für ein strategisches Vorhaben gegeben mit dem Ziel, die Dynamiken zu erfassen und aufzuwerten, die sich in der Stadt nach Sonnenuntergang entwickeln. Die Abendstunden und die Nacht sind nämlich für die Wirtschaft, das kulturelle Leben und die Gesellschaft eine Zeitspanne von einer gewissen Bedeutung.

Bei der heutigen Pressekonferenz wurden die Themenbereiche und der Zeitplan der acht Arbeitsgruppen vorgestellt. Die Arbeitsgruppen setzen sich aus Stakeholder, Wirtschaftstreibenden und Personen aus dem kulturellen Leben der Stadt zusammen. Es wurde auch ein Fragebogen ausgearbeitet, der an eine Stichprobe von 1.200 Bürgerinnen und Bürger von Bozen verteilt wird. Der Fragebogen kann aber auch von allen, die Interesse haben, ausgefüllt werden. Der Link zum Fragebogen wurde auf der Website der Stadtgemeinde Bozen veröffentlicht.

“Die Stadt soll in den Abend- und Nachtstunden mit ihrer eigenen Ökonomie neu durchstarten, mit Start-Ups, tollen Ideen und Events, die Kultur, Musik und Sport, aber auch unternehmerische Tätigkeiten zusammenführen“, erklärte Bürgermeister Claudio Corrarati. „Wir haben eine Vereinbarung mit der Freien Universität Bozen abgeschlossen mit dem Auftrag, ein Projekt auszuarbeiten, das die Meinungen und Wünsche der Bevölkerung einholt. Nun starten wir mit diesem Fragebogen, der an 1.200 Bürgerinnen und Bürger verteilt wird. Die Umfrageergebnisse werden dann bei einer öffentlichen Versammlung präsentiert, bei der auch wieder Anregungen und Ideen sehr willkommen sind. Es wird auch Fokusgruppen und Austausch geben. Unser Ziel ist die direkte Einbindung der Bevölkerung, damit wir die Stadt so gestalten, dass sie für die Jugend und alle anderen attraktiver wird, als eine Stadt, in der es Arbeit gibt, in der man gerne lebt und in der man sich als Teil der Gemeinschaft fühlt.“

Der Bürgermeister betonte, dass die wissenschaftliche Arbeit der Freien Universität bei diesem Projekt sehr wichtig ist. „Die Freie Universität Bozen hat bereits eine große wissenschaftliche Vorarbeit geleistet und den Fragebogen ausgearbeitet, den die Bürgerinnen und Bürger ausfüllen können. Daher möchte ich alle, die in den nächsten Tagen von Studierenden oder Forschenden der Freien Universität kontaktiert werden, um einige Fragen zu beantworten oder den Fragebogen auszufüllen, herzlich einladen, mitzumachen. Die gesammelten Informationen sind nämlich sehr wichtig, um zu erfahren, welche Angebote in den Abend- und Nachtstunden fehlen, z.B. beim Nahverkehr, bei den Diensten, aber auch im Kultur- oder Sportbereich oder bei den vielen Vereinen unserer Stadt. Unsere Vision ist es, Kultur, Veränderung und neue Angebote zu schaffen, für eine neue Nachtökonomie der Stadt“, fügte der Bürgermeister hinzu. „Diese Entwicklung soll auch dabei helfen, wieder mehr Leben in die Stadtviertel zu bringen, dass die Bevölkerung den öffentlichen Raum neu entdeckt und belebt, ohne Ängste und Bedenken. Wir hoffen, dass eine moderne, attraktive und vor allem lebendige Stadt entsteht.“

Der Rektor Alex Weissensteiner zeigte sich erfreut über eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokalen Behörden. „Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit mit der Stadt Bozen. Wir glauben, dass Bozen eine sehr schöne Stadt ist, die in Bezug auf das Nachtleben gute Entwicklungsmöglichkeiten hat. Mobilität, Wohnen, Kultur, Sport und Lebensqualität sind für uns alle sehr wichtige Aspekte, und daher setzt dieses Projekt genau hier bei der Analyse dieser Daten an. Wir müssen verstehen, wer wir sind und wo wir stehen, um entscheiden zu können, in welche Richtung wir uns bewegen wollen.“

Die Projektverantwortliche der Stadtgemeinde Bozen, Sabrina Michielli erklärte, dass der Fragebogen, der in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeamt für Statistik ausgearbeitet worden ist, aus der Notwendigkeit heraus entstanden ist, die Lücken bei den Informationen über das Abend- und Nachtleben in Bozen zu schließen. „Wir haben diesen Fragebogen auf der Grundlage der Daten, die uns heute zur Verfügung stehen, die aber sehr unterschiedlich sind, ausgearbeitet. Mit dem Fragebogen sammeln wir Informationen über die Gewohnheiten der Personen, die am Abend oder in der Nacht arbeiten, die abends ausgehen oder die in Bozen leben. Daher unterscheiden wir zwischen denjenigen, die in Bozen leben, und jenen, die nur nach Bozen kommen, um hier ausgehen oder Veranstaltungen zu besuchen. Der Fragebogen wird an eine Stichprobe von 1.200 Bürgerinnen und Bürger verschickt, aber er kann von allen ausgefüllt werden, die Interesse haben. Der Link zum Fragebogen ist auf der Website der Stadtgemeinde Bozen veröffentlicht. Es würde uns freuen, wenn möglichst viele den Fragebogen ausfüllen. Bei größeren Veranstaltungen, die in Bozen stattfinden, werden wir die Fragebögen auch verteilen, um möglichst viele Informationen zu sammeln.“

Am 23. März 2026 starten die acht Arbeitsgruppen mit ihrer Arbeit. Die Arbeitsgruppen setzen sich zusammen aus Personen aus der Wirtschaft, der Arbeitswelt, den Gewerkschaften, aus Kultur-, Sport- und Sozialvereinen, aus jungen Menschen und Seniorinnen und Senioren. „In den Arbeitsgruppen geht es vor allem um Bestandserhebung und Ideensammlung, Austausch und Diskussion, sodass neben den statistischen Daten auch konkrete Informationen über die problematischen Aspekte und alles andere, das verbessert werden könnte, gesammelt werden. Alle Informationen – die Daten, Anregungen, Wünsche und die Kritik – werden von der Universität analysiert. Es werden dann Indikatoren und Parameter definiert, die es uns ermöglichen, die Auswirkungen der Tätigkeiten und Veranstaltungen am Abend und in der Nacht zu messen und zu verstehen.“

Mehr Infos gibt es hier!

Bezirk: Bozen

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