Die Zahl der Ebola-Patienten in der DR Kongo und in Uganda steigt

Ebola-Epidemie im Kongo und in Uganda zieht weitere Kreise

Donnerstag, 21. Mai 2026 | 19:01 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Der jüngste Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) weitet sich aus. In der östlichen Provinz Süd-Kivu sei ein Fall bestätigt worden, teilte die dort herrschende Rebellenallianz Alliance Fleuve Congo am Donnerstag mit. Damit hat das Virus eine Region erreicht, die Hunderte Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Kongo vom Donnerstag gibt es landesweit bisher 670 Verdachtsfälle und 160 mutmaßliche Todesopfer.

61 Infektionen seien offiziell bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Wochenende wegen des Ausbruchs einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bei dem Patienten in Süd-Kivu handelt es sich um einen 28-Jährigen, der nach Angaben der Rebellen inzwischen gestorben und unter sicheren Bedingungen bestattet worden ist. Ein Sprecher der Behörden in Süd-Kivu sagte, ein weiterer Patient befinde sich in Isolation und warte auf ein Testergebnis. Bereits vergangene Woche war ein Fall in Goma, der Hauptstadt der benachbarten Provinz Nord-Kivu, bestätigt worden.

Bisher zwei Infektionen in Uganda nachgewiesen

Auch im Nachbarland Uganda wurden inzwischen zwei Infektionen nachgewiesen. Die Regierung in Kampala kündigte am Donnerstag an, als Vorsichtsmaßnahme innerhalb der nächsten 48 Stunden alle Flüge in den Kongo einzustellen.

Experten gehen davon aus, dass das Virus in der nördlichen Provinz Ituri bereits rund zwei Monate unbemerkt zirkulierte, bevor es in der vergangenen Woche identifiziert wurde. In der Stadt Rwampara in Ituri griffen Demonstranten am Donnerstag eine Klinik an und setzten Zelte der medizinischen Hilfsorganisation Alima in Brand. Zuvor hatte die Familie eines Ebola-Opfers die Todesursache angezweifelt und die Herausgabe des Leichnams gefordert. Die Polizei setzte Warnschüsse und Tränengas ein. Helfer befürchten, dass bewaffnete Konflikte und das Misstrauen der Bevölkerung die Eindämmung der Seuche erschweren könnten. Bereits während des Ebola-Ausbruchs im Osten des Kongos zwischen 2018 und 2020, der mit fast 2.300 Toten der zweitschwerste in der Geschichte war, wurden Hunderte Gesundheitszentren angegriffen.

Familie von US-Ebola-Patient in Berliner Charité eingetroffen

Nachdem ein mit Ebola infizierter US-amerikanischer Arzt zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden war, trafen in der vergangenen Nacht auch seine Ehefrau und vier Kinder dort ein. Sie wurden in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das deutsche Gesundheitsministerium in der Nacht auf Donnerstag mitteilte. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.

Der Mann, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge dort aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es seitens des Ministeriums.

Der Mann war bereits am frühen Mittwochmorgen in der geschützten Isolierstation der Charité aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in einem “stabilen Zustand”.

Ankunft erneut in Spezialflugzeug

Wie zuvor bereits der Vater erreichten die Mutter und die Kinder Berlin mit einem Spezialflugzeug. Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 1.00 Uhr erreichte der Konvoi das Krankenhaus.

Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene und geschützte Einheit, die getrennt vom regulären Klinikbetrieb ist, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann. Weder für die Bevölkerung noch für Patientinnen und Patienten der Charité bestehe daher Gefahr, betonte das deutsche Gesundheitsministerium.

In Prag traf in der Nacht auf Donnerstag ein US-Amerikaner ein, der in Uganda mit einem Ebola-Patienten in Kontakt gekommen war. Wie das Universitätsklinikum Bulovka weiter mitteilte, wurde der Patient unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vom internationalen Flughafen auf eine Sonderisolierstation der Klinik gebracht. Dort werde er für die gesamte Inkubationszeit von üblicherweise bis zu drei Wochen beobachtet. Er zeige keine Symptome, hieß es. Für die Öffentlichkeit und den normalen Betrieb des Krankenhauses bestehe kein Risiko.

Ausbruch im Ostkongo

Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, für den es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht es besonders schwer, die Epidemie einzudämmen.

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

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