Einer "der schwersten Drohnenangriffe seit Beginn der militärischen Spezialoperation"

Eine Tote nach nächtlichen Drohnenangriffen in Russland

Sonntag, 11. Januar 2026 | 08:20 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

In der westrussischen Region Woronesch ist nach Behördenangaben eine Frau an den Folgen eines nächtlichen ukrainischen Drohnenangriffs gestorben. “Zu unserem großen Bedauern ist in der Nacht eine junge Frau auf der Intensivstation gestorben, die Verletzungen durch auf ein Wohnhaus gefallene Drohnentrümmer erlitten hat”, erklärte Gouverneur Alexander Gussew am Sonntag auf Telegram. Eine Frau liege im Spital, zwei Verletzte seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden.

Nach Angaben Gussews handelt es sich um einen “der schwersten Drohnenangriffe seit Beginn der militärischen Spezialoperation” auf die Stadt. Mit dem Begriff bezeichnen russische Funktionäre den von Präsident Wladimir Putin vor knapp vier Jahren befohlenen Krieg gegen die Ukraine.

Beide Seiten beschießen in dem Krieg auch intensiv das Hinterland der gegnerischen Kriegspartei, wobei es immer wieder auch zu zivilen Opfern kommt. Die Ukraine setzt dabei vor allem auf Drohnen und zielt auf Objekte der Öl- und Gasindustrie, Russland nutzt zudem auch Raketen und Marschflugkörper und beschießt Anlagen zur Energieversorgung, vielfach aber auch zivile Ziele wie Städte und Wohngebiete. Das Ausmaß der Zerstörungen und die Anzahl der Toten und Verletzten in der Ukraine ist dabei deutlich höher als in Russland.

Blackout in Region Saporischschja behoben

Der von schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht verursachte vollständige Stromausfall in der südostukrainischen Region Saporischschja wurde nach Behördenangaben unterdessen weitgehend behoben. “Stand 07.00 Uhr (06.00 Uhr MEZ) ist die Stromversorgung in der Region Saporischschja – und das betrifft 382.500 Familien und Firmen – vollständig wiederhergestellt”, sagte der Direktor des örtlichen Energieversorgers Saporischschjaoblenergo, Andrij Stasewskyj, laut einem Telegram-Eintrag des Unternehmens.

Demnach brach die Stromversorgung in der Region gegen zwei Uhr Nacht völlig zusammen. “In dieser Nacht um 02.11 Uhr kam es in der Region Saporischschja zu einem Stromausfall; die Region war komplett ohne Strom”, hieß es. Die schnellen Reparaturarbeiten hätten die Wiederaufnahme des Betriebs ermöglicht, lobte Stasewskyj seine Mitarbeiter.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe startete Russland in der Nacht 154 Kampfdrohnen. 125 seien abgefangen worden, es habe aber auch mehr als 20 Einschläge gegeben, räumte die Flugabwehr ein. Seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Jahren attackiert Russland systematisch die Energieversorgung der Ukraine. Inzwischen ist das ukrainische Netz so geschwächt, dass die Stromversorgung in vielen Landstrichen beschränkt oder sogar ganz zusammengebrochen ist. Angesichts der Frosttemperaturen ist die Lage für viele Ukrainer katastrophal.

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