"Einsatz von Steuergeldern an Wirtschaftlichkeit koppeln"

FH: “Sozialgenossenschaften – Pleiten, Pech und Pannen”   

Montag, 28. Juni 2021 | 12:17 Uhr

Bozen – Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair fordert eine genauere Kontrolle bei der Gewährung von öffentlichen Beiträgen an Sozialgenossenschaften. “Die Schließung des Lokals ‘African Soul’, welches von der Sozialgenossenschaft ‘Spirit’ geführt wurde, reiht sich ein in die Liste der gescheiterten Integrationsprojekte. Es gibt in Südtirol Sozialgenossenschaften, die im Sinne der Arbeitsintegration eine gute Leistung vorzuweisen haben, aber es gibt auch negative Beispiele, die deutlich machen, dass es genauere Kontrollen bei der Beitragsvergabe braucht“, hält die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair fest.

„So erhielt die Sozialgenossenschaft ‘Spirit’ – gemäß einer Aufstellung der Landesregierung – insgesamt 94.392,11 Euro an öffentlichen Beiträgen seit ihrer Gründung im Jahr 2017. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass das Verfahren zur Zwangsinsolvenz eingeleitet wurde und dass das Lokal „African Soul“ schließen musste. Wirtschaftliche Gründe führten zum Ende dieses Projektes“, unterstreicht Ulli Mair und verweist auf ihre Landtagsanfrage.

„Ähnlich erging es der Sozialgenossenschaft ‘AKRAT’, die im Zuge des Projekts ‘hamet2F’ die praktischen und sozialen Kompetenzen sowie die beruflichen Fähigkeiten von hunderten Flüchtlingen ermitteln sollte. Das Projekt kostete dem Steuerzahler etwa 185.000,00 Euro und konnte schlussendlich keine Ergebnisse vorweisen. Auch hier führten finanzielle Schwierigkeiten zu einem vorzeitigen Ende des Projekts und etwa 35.000 Euro an Vorschüssen mussten rückerstattet werden“, so Mair.

„Ein wesentliches Problem bei der Beitragsvergabe ist, dass die Wirtschaftlichkeit der Projekte von Sozialgenossenschaften nicht berücksichtigt wird. Dies muss sich künftig ändern, damit Steuergelder in zukunftsträchtige Projekte und Initiativen investiert werden. Insbesondere gilt es genauere Kontrollen durchzuführen und ein Mindestmaß an Wirtschaftlichkeit vorauszusetzen“, fordert die freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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3 Kommentare auf "FH: “Sozialgenossenschaften – Pleiten, Pech und Pannen”   "


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andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Hahahaha dann führt mal Kontrollen im öffentlichen Bereich durch da werden einfach Dienste reduziert um Pflegepersonal in andere Bereiche einzusetzen. Alles schön und gut aber der aufgebläht verwaltungsaparat mit seinen überbezahlten bonzen bleibt weiterhin aufrecht🤔🤔Irgendwann wird sich die überflüssige Verwaltung selbst verwalten und niemand fällt es auf😉

micboc
micboc
Neuling
1 Monat 1 Tag

der größte Anteil (knapp 60.000 €) an öffentlichen Förderungen wurde wie für alle neugegründeten Genossenschaften für Umbauarbeiten und Mietbeiträge gezahlt. Bei der Starthilfe für neugegründete Unternehmen kann die Wirtschaftlichkeit mittels Businessplan überprüft werden, wie dies auch vom Genossenschaftsverband und den Banken gemacht wird. Natürlich gab es diesen auch für die Sozialgenossenschaft Spirit. Das erste Jahr verlief wirtschaftlich erfolgreich, danach passierten aber Managementfehler. Der Rest an öffentlichen Förderungen wurde für Bildungs- und Jugendprojekte (für nichtgewerbliche Aktivitäten) ausgezahlt, welche auch erfolgreich durchgeführt wurden. Für Integrationsarbeit wurde keine Förderbeiträge gezahlt, diese können in Südtirol nur Gemeinden bzw. Bezirksgemeinschaften erhalten.

micboc
micboc
Neuling
1 Monat 1 Tag

Die Feststellung der Kompetenzen von Flüchtlingen für den Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Baustein für eine schnelle Integration und der finanziellen Selbstständigkeit. Somit rechnet sich das hier investierte Geld für den Steuerzahler, eine quantifizierbare Berechnung ist mittels des SROI – social return on Investment möglich und in vielen Ländern schon vielfach durchgeführt worden.

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