"Ämterzusammenlegung in den Gemeinden ganz nach römischen Geschmack"

FH: “SVP will Peripherie weiter schwächen”

Donnerstag, 18. August 2016 | 10:40 Uhr

Bozen – Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blaas übt Kritik an den SVP-Plänen zum weiteren Abbau von Diensten. Bestimmte “Vor-Ort-Dienste in den Gemeinden, wie das Bauamt oder Steueramt, sollen auf vierzig Verwaltungseinheiten reduziert werden. Der römische Zentralismus wird von der SVP übernommen und auf Südtirols ländlichen Raum übertragen.”

„In Südtirols Peripherie werden seit Jahren Dienste abgebaut und in der Landeshauptstadt konzentriert. Postfilialen, die Gerichtsaußenstellen und zuletzt die Geburtenstationen von Innichen und Sterzing wurden von der verantwortlichen Politik wegrationalisiert“, wettert Blaas. „Nun trifft es die Gemeinden und damit den Dienst für die Bürger vor Ort“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas die SVP-Pläne.

„Die Pläne zur Einrichtung von zentralen ‚Bürgerschaltern‘ sind Maßnahmen zur Zentralisierung von Diensten und gleichen dem derzeitigen römischen Muster. Für die betroffenen Bürger bedeuten diese Maßnahmen lange Anfahrts- und Wartezeiten, die bei Berufstätigen auf Kosten der Urlaubszeit gehen. Eine bürgerfreundliche Verwaltung, die auch im Sinne der Wirtschaft die Ausfälle der Produktionskräfte bei Behördengängen auf ein Mindestmaß reduziert, sieht anders aus. Die Bürger im ländlichen Raum werden erneut bestraft und mit negativen Folgen konfrontiert“, so Blaas.

„Die Zusammenlegung von Ämtern erscheint angesichts der Tatsache des enormen Arbeitsaufwandes in den Gemeinden auch ein qualitativer Einschnitt in die Dienste zu sein“, berichtet Blaas und verweist auf zahlreiche Rückmeldungen seitens der Gemeindeverwaltungen, die ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen haben.

„Im Widerspruch stehen diese Überlegungen zum Vorschlag die Landesämter zu dezentralisieren“, unterstreicht Blaas und sieht darin eine mangelnde klare Richtung in Sachen Verwaltungswesen. „Weder die Reform der Gemeindenfinanzierung, noch die neue Buchhaltung und Digitalisierung sind ausreichend abgeschlossen worden. Es besteht die Gefahr, dass die ganzen unausgegorenen Reformen der SVP schlussendlich auf den Kopf fallen“, so Blaas.

„Die SVP-Sonntagsreden zur Stärkung des ländlichen Raums, die Ankündigungsmaßnahmen zur Verhinderung der Abwanderung und der Nahversorgung gleichen angesichts der präsentierten Pläne wie ein Märchen“, unterstreicht Blaas abschließend.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "FH: “SVP will Peripherie weiter schwächen”"


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jo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

..i kimm mit der politik va do svp nimma zurecht!!! Es isch himmelschreiend!

lumpi
Neuling
1 Monat 8 Tage

Des werd amol krochn. I glab et, dass sich die leit des olls gfolln lossn

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