Aussprache in Bozen

Flüchtlinge und Autonomie bestimmen Treffen zwischen Kompatscher und Alfano

Mittwoch, 19. Juli 2017 | 15:27 Uhr

Bozen – Im Rahmen seines Südtirol-Besuchs ist der italienische Außenminister Angelino Alfano am Sitz der Landesregierung im Landhaus 1 in Bozen mit Landeshauptmann Arno Kompatscher zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammengetroffen. Zur Sprache kamen dabei auch die Flüchtlingsthematik und die Entwicklung der Südtirol-Autonomie.

Landeshauptmann Kompatscher erinnerte daran, dass es nach mehreren Aussprachen und Treffen in Rom und in Südtirol gelungen sei, die Errichtung einer Mauer oder eines Grenzzauns am Brenner zu vermeiden: “Als Innenminister hat Angelino Alfano im vergangenen Jahr sich dafür eingesetzt, dass in Italien die Voraussetzungen geschaffen werden, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Dank der seit damals ruhigen Lage am Brenner gibt es bis dato weder Grenzschließungen noch Kontrollen direkt am Brenner.” Auch Minister Alfano verwies darauf, dass die Situation am Brenner aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Österreich unter Kontrolle sei und würdigte dabei die Mittlerrolle Südtirols. Diese Zusammenarbeit, so der Außenminister, gelte es fortzusetzen, um auch in Zukunft Sicherheit zu gewährleisten.

Minister Alfano bedankte sich bei Landeshauptmann Kompatscher zudem für den Empfang in Südtirol, würdigte die Effizienz des Landes und die Zusammenarbeit. “Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Südtirols Landeshauptmann in Rom oder in Südtirol zusammentreffe. Keines dieser Treffen war ein reiner Höflichkeitsbesuch. Immer hat er hingegen eine lange Liste von Südtirol-Themen auf der Agenda, die er mit Hartnäckigkeit und Nachdruck vorgebring.” Die gute Zusamenarbeit, die sich so entwickelt habe, habe eine Reihe positiver Ergebnisse für Südtirol gezeitigt, erklärte Außenminister Alfano.

Internationalisierung: Zusammenarbeit mit Außenministerium vereinbart

Bei ihrem heutigen Treffen im Landhaus 1 in Bozen haben der italienische Außenminister Angelino Alfano und Landeshauptmann Arno Kompatscher eine Zusammenarbeit im Bereich des Außenhandels – sprich der Unternehmens-Internationalisierung – vereinbart. Demnach wird Südtirol über den Dienstleister IDM (Innovation, Development, Marketing) das Ministerium für Äußeres und internationale Zusammenarbeit bei der Bewerbung italienischer Unternehmen im Ausland beraten und unterstützen.

“Südtirols Exportzahlen bestätigen mit einem Plus von 4,6 Prozent im ersten Quartal 2017 gegenüber 2016 den Aufwärtstrend”, betonte Landeshauptmann und Wirtschaftslandesrat Arno Kompatscher, “aber unser Ziel ist es,  – neben der Konsolidierung der Aktivität auf unseren traditionellen Märkten – den Export weiter zu forcieren und noch mehr Südtiroler Unternehmen Zugang zu neuen, internationalen Märkten zu eröffnen.”  In diesem Zusammenhang sei auch die Entwicklung und der Ausbau des Dienstleistungsnetzes zu sehen, das den Unternehmen bei der Internationalisierung Hilfestellung bietet, sagte der Landeshauptmann.

Dies ist Auftrag und Aufgabe des Dienstleisters IDM Südtirol. Der Sonderbetrieb des Landes und der Handelskammer unterstützt die Internationalisierung der Südtiroler Unternehmen, allen voran der kleinsten und kleinen Betriebe als tragender Säule der Südtiroler Wirtschaft.

Der Handel, so anerkannte heute Außenminister Angelino Alfano mit einem Verweis auf die Bozner Lauben, zähle seit alters her zu den Kompetenzbereichen Südtirols. Der Außenminister stellte die Initiativen des Staates zur Bewerbung Italiens im Ausland vor, die er als Wirtschaftsdiplomatie bezeichnete. Im Ministerium für Äußeres und internationale Zusammenarbeit ist eine der acht Direktionen, nämlich die “Direzione Generale per la promozione del Sistema Paese DGSP”, mit der Bewerbung Italiens in seiner Gesamtheit, also von der Wirtschaft über die Kultur bis zur Wissenschaft, betraut. Die Verwaltungseinheit hat auch die Aufgabe, die Anliegen und Initiativen der Regionen zu unterstützen.

Das gemeinsame Anliegen eines verstärkten Zugangs zu internationalen Märkten und die unterschiedlichen Kernkompetenzen und Möglichkeiten haben das Außenministerium und das Land Südtirol dazu veranlasst, ihre Kräfte zu bündeln: Das Ministerium stellt dem Land Südtirol und dem Dienstleiter IDM seine Außenstellen, sprich Botschafts- oder Konsulatssitze, für Bewerbungs- und Marketininitiativen, Business-Treffen und Unternehmesveranstaltungen zur Verfügung, die für Südtirols Wirtschaft insgesamt von Bedeutung sind. “Die Türen und Tore unserer 200 Botschafts- und Konsulatsstellen in 126 Ländern stehen Südtirol offen”, erklärte Außenminister Alfano, der betonte, man wolle “ein Turbo für die Unternehmen” sein.

Südtirol hingegen informiert das Außenministerium über die eigenen Initiativen und bezieht es, sofern Interesse daran besteht, auch ein. Die vereinbarte Zusammenarbeit schließt auch das Personal von IDM mit ein, das an Veranstaltungen des Ministeriums mitwirken kann, wenn diese mit den Zielsetzungen und Programmen des Südtiroler Wirtschaftsdienstleisters in Einklang stehen. Schließlich wurde auch ein Informationsaustausch über mögliche Investoren vereinbart.

Beide Seiten zeigten sich heute zuversichtlich, eine fruchtbringende Zusammenarbeit eingeleitet zu haben. “Diese Kooperation wird beiden Seiten, besonders aber Südtirols Wirtschaft und unseren Unternehmen Vorteile bringen”, zeigte sich Landeshauptmann Kompatscher überzeugt. Südtirols Unternehmen hätten die Bedeutung der Internationalisierung  und der Erschließung neuer Märkte bereits erkannt, sagte Landeshauptmann Kompatscher, die heutige Vereinbarung stelle einen Mehrwert dar und eröffne Südtirols Wirtschaftstreibenden über IDM neue Schaufenster in aller Welt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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25 Kommentare auf "Flüchtlinge und Autonomie bestimmen Treffen zwischen Kompatscher und Alfano"


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knoflheiner
knoflheiner
Superredner
29 Tage 15 h

angelino @ arno flüchtlinge kommen nicht übern brenner, die werden von der afrikanischen küste mit schiffen abgeholt und  an den italienischen häfen abgeladen. das weiß schon jedes kind, aber politiker immer noch nicht…..

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
29 Tage 13 h
fritzol
fritzol
Tratscher
29 Tage 13 h

bravo du hast die politiker in rom und südtirol haben tomaten auf den augen und sehen nur die flüchlinge die über den brenner kommen 😀😀😀😀

Boerni
Boerni
Grünschnabel
29 Tage 11 h

@ivo815
danke sehr guter Link

maria zwei
maria zwei
Superredner
29 Tage 9 h

@ivo815 diese Menschen kommen nicht in Seenot wenn sie die nordafrikanische Küste erst gar nicht verlassen….

Antivirus
Antivirus
Tratscher
29 Tage 16 Min

@ivo815 wertlos, typische diesen Typen gibt’s gar nicht von den Medien erfundenen!!!

Zivi
Zivi
Grünschnabel
29 Tage 15 h

Mich würde interessieren, in welcher Funktion der auch abgebildete Bozner Stadtrat Gennaccaro anwesend war. 

WM
WM
Universalgelehrter
29 Tage 14 h

Wenns um die knödel geat kommen olle politiker so wie die maden aufn speck 😜😜😜

gruessgott
gruessgott
Neuling
29 Tage 14 h

als Selfiejäger

hohoho
hohoho
Neuling
29 Tage 13 h

Gennacaro, nochdem er seine Politheimat vermehrt gewechselt hot, vertretet in Südtirol die Partei von Alfano, Alternativa Popolare.

Tabernakel
29 Tage 13 h

Frag ihn doch! Zu feige?

heinold
heinold
Grünschnabel
29 Tage 16 h

Ein denkwürdiger Tag für unser Land: Zwei “Staatsmänner”, die gerade mal 0,5% der italienischen Wählerstimmen hinter sich vereinigen, lösen in Bozen die Probleme dieser Welt!

erika.o
erika.o
Tratscher
29 Tage 12 h

Von einem Landeshauptmann erwarte ich mir Lösungen der Problem und nicht ein simples Abwarten der Österreichwahlen !!!
Und wenn er selbst keine Ideen hat, dann sollte er zumindest ein Team zulegen das die Fähigkeit hat, vernünftige Vorschläge einzubringen, diese zu prüfen und im Sinne SEINES Volkes, für seine Wähler, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Lächeln ist gut, Freunde zu haben auch , aber damit alleine werden bestimmt keine Probleme gelöst.

So ist das
So ist das
Superredner
29 Tage 13 h

…., dass die Situation am Brenner aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Österreich unter Kontrolle sei …

Die Situation im Mittelmeer gilt es unter Kontrolle zu bringen, dann gibt es auch keine Probleme am Brenner und in ganz Italien.
Schon wieder vergessen oder immer noch nicht verstanden?

iglabnix
iglabnix
Tratscher
29 Tage 14 h

Schämt euch ihr politika

lupo990
lupo990
Tratscher
29 Tage 13 h

I war lai naigirig,wos sie dei zwo zu sogn hobn….

Redn un redn und redn,und passiern tuat NULL-NULL UND NOAMOL NULL.

ando
ando
Superredner
29 Tage 13 h

bla bla bla… alles heisse luft

horst777
horst777
Grünschnabel
29 Tage 11 h

Es wird nur geredet und geredet. Passieren tut nur das ich immer mehr Wirtschaftsflüchtlinge in unserem Land sehe die sich an unserem Sozialsystem bedienen oder illegal wohnhaft sind und mit Drogen und Gewalt ihren Alltag verbringen. Den Kriegsflüchtlingen muss vorort geholfen werden und die Überseefahrt ist zu blockieren. Anstattdessen kommen immer mehr Wirtflüchtlinge ins handlungsunfähige Italien und nach stirol und der Brenner wird einfach Dicht gemacht.

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
29 Tage 14 h

…da wir autonom sind, können wir wohl autonom über Zuwanderung entscheiden, gell… 😅

Staenkerer
29 Tage 13 h

wenn de zwoa ban handeln a so groaß warn wie ban ploudern …

Savonarola
Savonarola
Superredner
29 Tage 10 h

Herr Engl Alfano, was soll Südtirol nach Libyen exportieren? Wein und Speck? zur Zeit weist wohl Libyen einen Export-Handelsüberschuss auf, und zwar an Flüchtlingen.

Tabernakel
29 Tage 8 h

Wissen, Können, Seilbahnen?

Jodla
Jodla
Grünschnabel
29 Tage 10 h

Naif oder blind unsere Strategen

Natuerlich
Natuerlich
Tratscher
29 Tage 1 h

Das kann ja heiter werden:

http://www.krone.at/welt/suedtirol-meldet-doppelten-zustrom-von-fluechtlingen-caritas-besorgt-story-579398

Aber unser SpitzenLH wirds schon richten ;)!

Willi
Willi
Grünschnabel
28 Tage 20 h

hob sie n von der Sommerfrische zurückgepfiffen

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