Der Politiker muss derzeit eine Fußfessel tragen

Frau bekräftigt Vorwürfe gegen Carlo Vettori

Samstag, 17. Januar 2026 | 10:47 Uhr

Von: mk

Bozen – Im Rahmen der Untersuchung wegen familiärer Misshandlung hat die Frau des ehemaligen Bozner Gemeinderatspräsidenten Carlo Vettori bei der Anhörung vor Staatsanwalt Graziano Berti ihre Vorwürfe bekräftigt. Dies bestätigte Anwalt David Biasetti, den sich die Frau als Rechtsbeistand zugelegt hat, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

„Meine Mandantin hat ihre Angaben aus der Strafanzeige vollumfänglich bestätigt“, erklärte Biasetti. Zwar habe es sich nicht um eine systematische, kontinuierliche Misshandlung gehandelt, doch die Vorfälle seien zahlreich gewesen. Der jüngste Vorfall sei durch eine völlig unbegründete Eifersuchtsszene ausgelöst worden, zumal sich bereits auf eine Übereinkunft einer Trennung geeinigt habe.

Insgesamt berichtete die Ehefrau von rund 20 mutmaßlichen Übergriffen unterschiedlicher Schwere, die sich über mehrere Jahre erstreckt haben sollen. Im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens wurde zudem der minderjährige Sohn des Paares angehört.

Gegen Vettori, der im Rahmen seiner politischen Laufbahn von der Lega über Forza Italia schließlich zu Fratelli d’Italia wechselte, hatte die Bozner Staatsanwaltschaft beim Ermittlungsrichter bereits am 22. Oktober im vergangenen Jahr die Entfernung aus der gemeinsamen Wohnung der Familie beantragt. Die Maßnahme war zuvor von der Quästur angeordnet worden.

Der Richter gab diesem Antrag statt und verhängte zudem ein striktes Annäherungs- und Kontaktverbot zu den Kindern und zur Partnerin. Vettori muss außerdem eine elektronische Fußfessel tragen.

Der Politiker selbst bestreitet die Vorwürfe vehement. „Ich bin kein gewalttätiger Mensch. Ich habe noch nie die Hand gegen eine Frau erhoben, erst recht nicht gegen die Mutter meiner Kinder“, verteidigte er sich. Nach Bekanntwerden der Ermittlungen trat er als Gemeinderatspräsident zurück, behielt jedoch sein Mandat als Gemeinderat bei, wurde aber von seiner Partei suspendiert.

Rechtsanwalt Gabriele Repetto, der Vettoris Vereidigung übernommen hat betonte laut Ansa, dass es sich um einen privaten Familienstreit handele, bei dem es keinerlei körperliche Aggression oder Gewalt gegeben habe.

Bezirk: Bozen

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