"Offene Diskussion statt Denkverbote in der Familienpolitik"

Freiheitliche fordern: “Hexenjagd gegen Nöckler beenden”

Dienstag, 28. April 2026 | 12:04 Uhr

Von: luk

Bozen – Die aktuelle Debatte rund um die Aussagen des Bürgermeisters von Sand in Taufers zeigt vor allem eines: Familienpolitik ist ein gesellschaftspolitisches Zukunftsthema, über das offen diskutiert werden muss – sachlich, ehrlich und ohne reflexhafte Empörungsrituale. Das schreibt Roland Stauder, Obmann der Freiheitlichen, in einer Aussendung.

Die Freiheitlichen stellen klar: “Wir vertreten weder eine ‘Frauen-an-den-Herd’-Politik, noch ein Modell, in dem Kindererziehung primär an staatliche Betreuungsstrukturen ausgelagert werden soll. Beide Extreme greifen zu kurz und werden den Lebensrealitäten moderner Familien nicht gerecht. Im Zentrum freiheitlicher Familienpolitik steht die Wahlfreiheit.”

“Wer heute für einen Krippenplatz monatlich hohe öffentliche Summen aufwendet, muss auch bereit sein, Eltern zu unterstützen, die dieselbe Betreuungsleistung selbst übernehmen. Genau das verstehen wir unter echter Wahlfreiheit: gleiche Wertschätzung für unterschiedliche Lebensmodelle statt einseitiger politischer Lenkung. Familien müssen selbst entscheiden können, welches Betreuungs- und Lebensmodell zu ihnen passt – ohne staatliche Bevormundung und ohne Benachteiligung bestimmter Lebensentwürfe. Wer öffentliche Kinderbetreuung in Anspruch nehmen will, soll qualitativ hochwertige Angebote vorfinden. Wer seine Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen möchte, soll dafür ebenso Anerkennung und Unterstützung erhalten”, so die Blauen.

„Freiheitlich heißt: sich für Familie entscheiden zu können – nicht sich zwischen ideologischen Modellen entscheiden zu müssen. Für die Freiheitlichen ist Familienpolitik keine reine Sozialpolitik, sondern Standort- und Zukunftspolitik. Denn wer Familien stärkt, stärkt Südtirol. Sinkende Geburtenzahlen, Überalterung, Fachkräftemangel und zunehmende gesellschaftliche Spannungen zeigen deutlich, dass die derzeitigen Entwicklungen Anlass geben, bestehende Modelle kritisch zu hinterfragen. Gerade deshalb braucht es neue politische Antworten”, heißt es weiter.

Die Freiheitlichen fordern eine Familienpolitik, die auf echte Wahlfreiheit setzt: “Mehr Zeit für Familien durch flexible Arbeitsmodelle und bessere Vereinbarkeit, leistbares Wohnen als Grundlage für Familiengründung sowie Anerkennung familiärer Betreuungsarbeit durch finanzielle Unterstützung und Pensionsanrechnung.”

„Familien brauchen nicht nur Förderungen, sondern vor allem Zeit, Sicherheit und Entscheidungsfreiheit. In diesem Zusammenhang sehen die Freiheitlichen auch die aktuelle mediale und politische Hexenjagd gegen Bürgermeister Josef Nöckler kritisch, denn die angesprochene Herausforderung bleibt bestehen: Wie schaffen wir Rahmenbedingungen, in denen Familie, Beruf, Kindererziehung und gesellschaftlicher Zusammenhalt wieder besser vereinbar werden? Diese Diskussion darf kein Tabu sein. Diese Debatte braucht Offenheit statt Empörung. Wer heute jede Kritik am Status quo reflexartig als rückständig diffamiert, blendet aus, dass auch das bestehende Modell Probleme erzeugt – vom Druck auf Familien über Erziehungsfragen bis hin zu sozialen Entwicklungen, die viele Menschen mit Sorge beobachten”, so die Freiheitlichen abschließend.

Bezirk: Bozen

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